Der Philharmonische Salon ist seit langem eine Berliner Institution. Drei Mal pro Saison an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen, jeweils um 16 Uhr lädt Götz Teutsch, ehemaliger Solo-Cellist der Berliner Philharmoniker und Kurator der Konzertreihe in den Kammermusiksaal, um seinem Publikum auf unterhaltsame Weise große Persönlichkeiten oder spannende Ereignisse unserer Musik- und Geistesgeschichte näher zu bringen. Sein Konzept: Mit Kompositionen, Briefauszügen sowie literarischen und philosophischen Texten die geistige Atmosphäre aufleben zu lassen, in der sich die vorgestellten Personen bewegten. Zu Götz Teutschs Gästen zählen diesmal neben der Pianistin Cordelia Höfer, dem Bariton Dietrich Henschel, dem Minetti Quartett, dem Concerto Melante und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker auch namhafte Schauspieler und Sprecher wie Udo Samel, Thomas Wittmann und Gerd Wameling.

Zwei Giganten...

Im ersten Salon der Saison 2014/2015 begegnen sich zwei Giganten der deutschen Kulturgeschichte: Ludwig van Beethoven und Johann Wolfgang von Goethe. Legendär ist ihr Zusammentreffen 1812 im böhmischen Kurort Teplitz, legendär sind auch die Anekdoten, die sich um die Begegnung der beiden Geistesgrößen ranken. Bettina von Arnim, die beide Männer kannte und zutiefst verehrte, bietet in ihrem Briefroman Goethes Briefwechsel mit einem Kinde eine ganz eigene, sehr poetische Sichtweise auf dieses historische Ereignis, das deutlich macht, dass sich die beiden in ihrer Persönlichkeit so unterschiedlichen Titanen trotz gegenseitiger Bewunderung einander fremd blieben. Aber auch andere Autoren wie der Beethoven-Biograf Romain Rolland und natürlich die beiden Hauptpersonen kommen in diesem Konzert zu Wort.

...und ein geschäftstüchtiger Konzertagent

Den zweiten Salon widmet Götz Teutsch dem umtriebigen und geschäftstüchtigen Berliner Konzertagenten Hermann Wolff, dem die Berliner Philharmoniker viel verdanken. Er war nicht nur maßgeblich an der Gründung des Orchesters beteiligt, sondern verpflichtete herausragende musikalische Chefdirigenten für seine philharmonischen Abonnement-Konzerte. Dieses Mal steht die Ära von Artur Nikisch im Mittelpunkt. Der Nachfolger Hans von Bülows brachte einen neuen, romantischen Musizierstil ins Orchester und bereicherte die legendären Sonntagsdiners im Hause Wolff mit seinem Witz und Humor.

»L’Art et l’Amour«

In eine ganz andere Epoche entführt der letzte Salon: in das barocke Ambiente des Hofs von Versailles zur Zeit der Madame de Pompadour. Wie kaum eine andere Frau ihrer Epoche vereinte sie Schönheit, Intelligenz, Esprit und modische Eleganz. Sie war die erste Bürgerliche, die als Mätresse Ludwigs XV. großen Einfluss auf das politische und kulturelle Leben besaß. Ein Erfolg, der seinen Preis hatte. Denn trotz äußerem Glanz und Luxus, spürte sie im Laufe der Jahre immer mehr eine innere Leere und Sinnlosigkeit. Dieser Salon würdigt aber auch ihre Rolle als Kunstmäzenin und erzählt von dem berühmten Versailler Auftritt des kleinen Wolfgang Amadeus Mozart im Januar 1764, dem Todesjahr der Pompadour. Sie starb nur wenige Monate nach dem Besuch des Wunderkinds.