Die Berliner Philharmoniker starten in die Konzertsaison 2014/2015. Für drei Musiker ist dies ein besonderer Anfang. Noah Bendix-Balgley, Florian Pichler und Michael Karg beginnen am 1. September ihren Dienst im Orchester – in drei sehr unterschiedlichen Instrumentengruppen: Florian Pichler gehört als Zweiter Trompeter zu den Blechbläsern, Michael Karg zu den Kontrabassisten und Noah Bendix-Balgley tritt als Erster Konzertmeister die Nachfolge von Guy Braunstein an.

Von Pittsburgh nach Berlin

Der aus North Carolina stammende Geiger hatte die gleiche Position seit 2011 beim Pittsburgh Symphony Orchestra inne, wo er nicht nur als Konzertmeister, sondern auch als Solist begeisterte, u. a. mit der Interpretation von Ludwig van Beethovens Violinkonzert. Noah Bendix-Balgley erhielt im Alter von vier Jahren den ersten Geigenunterricht. Weil er sich damals immer wieder voller Enthusiasmus das Buch The Philharmonic Gets Dressed ansah, dachten die Eltern, es würde ihm Spaß machen Geige zu lernen. Sie sollten Recht behalten. Als Neunjähriger spielte ihr Sohn Yehudin Menuhin vor, später studierte er an der Indiana University und an der Münchner Musikhochschule bei Mauricio Fuks, Christoph Poppen, und Ana Chumachenco. Er war Preisträgerer zahlreicher Wettbewerbe, u. a. Laureat des Koningin Elisabethwedstrijd in Brüssel und Gewinner des Concours International de Musique Vibrarte in Paris. Als Solist und Kammermusiker arbeitete er mit namhaften Orchestern und Ensembles zusammen. Auf die Frage, welche Gefühle er nach dem bestandenen Probespiel bei den Berliner Philharmonikern hatte, antwortete er: »Ich war überwältigt. Und ich bin begeistert in ein Orchester zu kommen, das ich schon immer aus der Ferne bewundert habe.« Seine Aufgabe als Konzertmeister sieht der heute 30-Jährige vor allem darin, als Primus inter pares die Kommunikation zwischen Dirigent und Orchester sowie zwischen den einzelnen Orchestergruppen untereinander zu erleichtern. Sein erstes Konzert als philharmonischer Konzertmeister gibt er am 16. Oktober unter Leitung von Andris Nelsons.

Zwei Youngsters

Florian Pichler und Michael Karg hingegen sind bereits beim Saisoneröffnungskonzert dabei – und sie kennen das Orchester schon ein wenig. Nach ihren bestandenen Probespielen haben sie mehrfach als Aushilfen mitgewirkt und somit einen Eindruck vom Klangideal der Berliner Philharmoniker gewinnen können. Für einen Zweiten Trompeter – so Florian Pichler – sei es besonders wichtig, sich gut an den Klang des Orchesters anpassen zu können. Der 18-Jährige Österreicher fand zu seinem Instrument, weil er den Trompete blasenden Vater bewunderte. Mit elf Jahren spielte er in der heimatlichen Blaskapelle. Ausgebildet wurde er an der Kunstuniversität Graz von Franz Tösch und am Wiener Konservatorium von Johann Plank. Der aus Amberg stammende Michael Karg, Jahrgang 1992, lernte zunächst Gitarre und Klavier, ehe er zum Kontrabass fand. Er studierte bei Dorin Marc an der Musikhochschule in Nürnberg und gewann mehrere Wettbewerbe, u.a. den Internationalen Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb 2012 und den Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb 2014. Die Anerkennung, die er durch die Wettbewerbsgewinne erhielt, ermutigten ihn, sich bei den Berliner Philharmonikern zu bewerben: »Sie stellen für mich mit ihrer Klangvorstellung das Ideal dar.«