Als die Berliner Philharmoniker 1954 Herbert von Karajan zu ihrem Chefdirigenten kürten, war das für ihn die Erfüllung eines Traums. Schon als Karajan 1938 erstmals das Orchester leitete, wusste er, »dass ich am Ziel meiner Wünsche war – egal, wohin mich das Leben noch führen würde. Hier würde ich mich am besten verwirklichen können.« Und so geschah es. Die Berliner Philharmoniker erwiesen sich als ein Partner, der Karajans ästhetisches Ideal vollendet umsetzte. Selbst der optische Rahmen entsprach präzise seinen Vorstellungen: in Gestalt der Berliner Philharmonie, deren visionäre Architektur nur dank Karajans entschiedener Intervention realisiert werden konnte. 

Im Miteinander von Philharmonikern und Karajan entstand ein spezifischer Orchesterklang voller Schönheit und rauschhafter Energie, der bald einem weltweiten Ideal gleichkam. Zu dieser internationalen Ausstrahlung trugen die Tourneen des Orchesters bei – das unter Karajans Leitung erstmals die USA, Japan und China bereiste –, vor allem aber unzählige Schallplattenaufnahmen. Die Frage, wie musikalische Interpretationen optimal zu dokumentieren sind, hat Karajan zeitlebens mit nie nachlassender Neugier beschäftigt. Auch im neuen Segment der audiovisuellen Konzertaufzeichnung war Karajan Pionier und hielt zahllose Interpretationen mit den Berliner Philharmonikern in Bild und Ton fest.

Wir möchten den 25. Todestag Herbert von Karajans am 16. Juli 2014 zum Anlass nehmen, auf unserer Website an die Zusammenarbeit des Dirigenten mit den Berliner Philharmonikern zu erinnern – und selbstverständlich bietet sich hierfür vor allem Karajans umfangreiches mediales Erbe an. In unserer Digital Concert Hall zeigen wir ab Anfang Juli Video-Mitschnitte, die die Firma Unitel in den 60er und 70er-Jahren produziert hat – einzigartige Dokumente aus einer besonders fruchtbaren Phase der Zusammenarbeit von Dirigent und Orchester. Hinzu kommen weiterführende Texte, historische Bilder, und Erinnerungen von Zeitzeugen, die eine Ahnung von dieser besonderen Ära in der Geschichte der Berliner Philharmoniker vermitteln.