Im Dezember 1976 gab der schwedisch-amerikanische Dirigent Herbert Blomstedt sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern – zusammen mit dem damals 20-jährigen Pianisten Krystian Zimerman. Die Aufmerksamkeit der Presse richtete sich in erster Linie auf den frischgebackenen Preisträger des Chopin-Wettbewerbs, gleichwohl blieben die dirigentischen Qualitäten Blomstedts nicht unerwähnt: Er beeindrucke – so der Tenor der Kritiker – mit Begeisterungsfähigkeit und Überzeugungskraft. Immer wieder wurde Blomstedt, der im Laufe seine Karriere u. a. Chef der Sächsischen Staatskapelle, des San Francisco Symphony Orchestra und des Leipziger Gewandhausorchesters war, von den Berliner Philharmonikern eingeladen.

Herbert Blomstedt – der Bruckner-Spezialist

In den letzten Jahren hat sich die Zusammenarbeit zwischen Dirigent und Orchester intensiviert, nahezu jährlich tritt er ans Pult des Klangkörpers. Sein Credo: »Der Respekt für den Notentext ist oberstes Gebot für jeden Interpreten«. Herbert Blomstedt gilt als Spezialist für die Symphonien Anton Bruckners, die auch im Zentrum seiner Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern stehen. »Das sind große Werke«, schwärmt der Dirigent in einem Interview für die Digital Concert Hall, »der Inhalt, die Gedanken sind groß! Bruckners Symphonien sind keine Dorfkirche, sondern Kathedralen. Das hat seinen Charme und ist eine enorme Herausforderung«. Bei seinem Auftritt im Januar zelebrieren Herbert Blomstedt und die Berliner Philharmoniker die Achte Symphonie des Komponisten in der Fassung von Robert Haas.

Christian Thielemann – eine Jugendliebe

Christian Thielemanns Beziehung zu den Berliner Philharmonikern begann lange bevor der Dirigent im Juni 1996 erstmals am Pult des Orchesters stand: Der dunkel-samtige Klang der Philharmoniker hat den gebürtigen Berliner von frühester Jugend an beeindruckt – ebenso wie die beiden Chefdirigenten, Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan, deren Klangverständnis Thielemann nachhaltig prägte. Später empfing er wichtige Inspirationen als Stipendiat der Orchester-Akademie, an der er Bratsche studierte, und als Assistent von Herbert von Karajan. Bei seinem philharmonischen Debüt fühlte sich der junge Dirigent, damals designierter Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin, daher ganz in der Tradition des Orchesters stehend. Die Presse feierte den philharmonischen Debütanten als »hochemotional, jung, temperamentvoll«. In den folgenden Jahren entwickelte sich zwischen den Berliner Philharmonikern und den jungen Dirigenten eine intensive Zusammenarbeit. Von Beginn seiner Karriere an widmet sich Christian Thielemann, derzeit Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und seit 2013 auch Künstlerischer Leiter der Salzburger Osterfestspiele, mit Vorliebe dem deutschen romantischen Repertoire. Davon zeugen auch seine philharmonischen Programme: Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Johannes Brahms, Anton Bruckner und immer wieder Richard Strauss. Im Januar 2015 dirigiert er zwei Konzertserien: In der ersten erklingt neben der Symphonischen Dichtung Orpheus von Franz Liszt und Hans Werner Henzes Orchesterwerk Sebastian im Traum die Eroica von Ludwig van Beethoven. In der zweiten führen die Berliner Philharmoniker, der Rundfunkchor Berlin und Christian Thielemann das Deutsche Requiem von Johannes Brahms auf. Solisten sind Sibylla Rubens und Christian Gerhaher.

Leonidas Kavakas – für Sibelius entbrannt

Leonidas Kavakos, 1967 in Athen geboren, gehört seit Mai 2003 zu den regelmäßigen Gastkünstlern der Berliner Philharmoniker. Damals debütierte Kavakos mit dem Violinkonzert von Jean Sibelius, ein Werk, zu dem der Musiker ein besonders enges Verhältnis hat: Gewann er doch 1985 mit ihm im Alter von 18 Jahren den Internationalen Sibelius-Wettbewerb in Helsinki und erhielt für seine Einspielung 1991 den Gramophone Concert Award. Ende Januar, Anfang Februar führt er es unter Leitung von Sir Simon Rattle wieder mit dem Orchester auf. Seit seinem Debüt konnte man den griechischen Geiger bei den Berliner Philharmonikern als Interpret der Violinkonzerte von Béla Bartók, Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven, Erich Wolfgang Korngold und Henri Dutilleux hören. Die Presse lobt immer wieder die technische Makellosigkeit, die sinnliche Noblesse und die intelligente Zartheit seines Spiels. Den Höhepunkt in der langjährigen Zusammenarbeit von Orchester und Instrumentalist bildete die Residency des Geigers in der Saison 2012/2013.