Sie singt an der Metropolitan Opera in New York, am Londoner Royal Opera House Covent Garden, am Teatro alla Scala in Mailand, sowie an den Staatsopern in München und Wien: Die aus Kansas stammende Mezzosopranistin Joyce DiDonato, Absolventin der Academy of Vocal Arts in Philadelphia und Grammy-Award-Preisträgerin, hat nach Anfängen in San Francisco, Houston und Santa Fe in den vergangenen Jahren international Karriere gemacht. Sie gilt als ideale Interpretin der Opernpartien von Händel, Mozart, Rossini und Strauss. Ihr großes Kapital: eine warme, nuancenreiche und biegsame Stimme, die virtuose Koloraturen genauso berückend meistert wie innige, lyrische Phrasen. Hinzu kommen mitreißendes komödiantisches Talent und unwiderstehlicher Charme.

Die Berliner Opernfreunde konnten sich von den stimmlichen und schauspielerischen Qualitäten von Joyce DiDonato bereits überzeugen: Im Oktober 2010 debütierte sie an der Deutschen Oper Berlin als Rosina in Katharina Thalbachs Inszenierung von Rossinis Il barbiere di Seviglia. Nun gastiert die Sängerin auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker erstmals im Kammermusiksaal in der Philharmonie – mit einem Programm, das auf die bevorstehende Ferienzeit einstimmt: Venezianische Reise lautet das Motto ihres Liederabends. Die Lieder und Arien, die sie, begleitet von dem Pianisten David Zobel, vorträgt, kreisen zwar thematisch um die Lagunenstadt, stilistisch jedoch spannen sie einen weiten Bogen – vom Barock über die Romantik bis hin zur Neuen Musik.

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Noch eine weitere große Mezzosopranistin ist im Juni in der Philharmonie zu erleben: Magdalena Kožená. Im Gegensatz zu Joyce DiDonato ist sie allerdings in diesem Haus bereits eine »alte« Bekannte. 2003 trat sie hier erstmals als Idamante in der konzertanten Aufführung von Mozarts Idomeneo unter Leitung von Sir Simon Rattle auf. Ihre strahlende, obertonreiche Stimme ließ Publikum und Presse gleichermaßen aufhorchen. Seither hatten die Berliner oft Gelegenheit, sich von der Vielseitigkeit der tschechischen Sängerin, die in Brünn geboren wurde und dort am Konservatorium studiert hat, begeistern zu lassen. In den philharmonischen Konzerten präsentierte sich die Künstlerin als überzeugende Mozart-, Mahler- und Ravel-Interpretin, brachte in ihren Liederabenden den Zuhörern das Liedgut ihrer Heimat näher und brillierte in Konzerten mit barocker Musik, u. a auch in der hochgerühmten von Peter Sellars ritualisierten Darbietung der bachschen Matthäus-Passion. 

Erst kürzlich sang sie die Carmen in Bizets gleichnamiger Oper – zunächst in der Neuproduktion der Berliner Philharmoniker bei den diesjährigen Osterfestspielen Salzburg, in der sie ihr Rollendebüt gab, danach in der konzertanten Aufführung des Werks in Berlin. Bei ihrem nächsten Auftritt in der Philharmonie möchte Magdalena Kožená zusammen mit dem Scharoun Ensemble Berlin in der Reihe Umsungen – Die Welt der Vokalmusik die Aufmerksamkeit auf Vokalkompositionen französischer Komponisten in ungewöhnlichen kammermusikalischen Besetzungen lenken und somit ein wenig von der Atmosphäre französischer Salons um die Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts aufleben lassen.

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