Von Beginn seiner Karriere an galt Christian Thielemann, derzeit Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und ab 2013 auch Künstlerischer Leiter der Salzburger Osterfestspiele, als Spezialist für das deutsche romantische Repertoire. Davon zeugen auch seine philharmonischen Programme: Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Johannes Brahms, Anton Bruckner und immer wieder Richard Strauss. Doch auch Werke von Hans Werner Henze und Olivier Messiaen spielte das Orchester unter seiner Leitung. In dieser Saison, in der Thielemann zwei Konzertserien dirigiert, erleben die Berliner Philharmoniker ihn am 6., 7. und 8. Dezember 2012 erstmals als Verdi-Dirigenten – mit Ballettmusiken aus den Bühnenwerken Macbeth, Don Carlos und Otello sowie dem geistlichen Vokalwerk Quattro pezzi sacri. In den Konzerten vom 12. bis 15. Dezember dirigiert Thielemann Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Liszt, außerdem Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert C-Dur KV 467 mit Maurizio Pollini als Solist.

Konzerte 6. bis 8. Dezember

Konzerte 12. bis 15. Dezember

Christian Thielemanns Beziehung zu den Berliner Philharmonikern begann lange bevor der Dirigent im Juni 1996 erstmals am Pult des Orchesters stand: Der dunkel-samtige Klang der Philharmoniker hat den gebürtigen Berliner von frühester Jugend an beeindruckt – ebenso wie die beiden Chefdirigenten, Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan, deren Klangverständnis Thielemann nachhaltig prägte. Bei seinem philharmonischen Debüt fühlte sich der junge Dirigent, damals designierter Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin, ganz in deren Tradition stehend. Christian Thielemann dirigierte die drei Orchestervorspiele aus Hans Pfitzners Oper Palestrina, ein Werk für das er sich entschieden einsetzt, Robert Schumanns Zweite Symphonie und Frédéric Chopins Zweites Klavierkonzert mit Stanislav Bunin als Solist.

 

Die Presse feierte den philharmonischen Debütanten als »hochemotional, jung, temperamentvoll«. Kein Wunder, dass sich zwischen den Berliner Philharmonikern und den jungen Dirigenten in den folgenden Jahren eine intensive Zusammenarbeit entwickelte. Doch nicht nur das. Auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker gastierte Christian Thielemann mehrmals mit den Wiener Philharmonikern in dem scharounschen Klassiktempel, zuletzt 2007 mit der Aufführung von Bruckners Achter Symphonie. »Vitaler, viriler besser geerdet dürfte man diese Symphonie derzeit kaum gehört haben«, urteilte der Kritiker des Tagesspiegel.