Im Dezember 1976 gab der schwedisch-amerikanische Dirigent Herbert Blomstedt sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern – zusammen mit dem damals 20-jährigen Pianisten Krystian Zimerman. Die Aufmerksamkeit der Presse richtete sich in erster Linie auf den frischgebackenen Preisträger des Chopin-Wettbewerbs, gleichwohl blieben die dirigentischen Qualitäten Blomstedts nicht unerwähnt: Er beeindrucke – so der Tenor der Kritiker – mit Begeisterungsfähigkeit und Überzeugungskraft. Immer wieder wurde Blomstedt, der im Laufe seine Karriere u. a. Chef der Sächsischen Staatskapelle, des San Francisco Symphony Orchestra und des Leipziger Gewandhausorchesters war, von den Berliner Philharmonikern eingeladen. In den letzten Jahren hat sich die Zusammenarbeit zwischen Dirigent und Orchester intensiviert, nahezu jährlich tritt er ans Pult des Klangkörpers. Bislang konnte man ihn vor allem als Interpret der Werke Anton Bruckners erleben, die Blomstedt schon im Alter von 13 Jahren begeistert haben. Diesmal jedoch führt er erstmals mit den Philharmonikern und dem Chor des Bayerischen Rundfunks Beethovens Missa solmnis auf.

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Wie Herbert Blomstedt, so debütierte auch Mariss Jansons 1976 bei den Berliner Philharmonikern. Allerdings hatte er das Orchester fünf Jahre zuvor schon einmal dirigiert: als einer der Preisträger im Abschlusskonzert des Herbert-von-Karajan-Dirigentenwettbewerbs. Obwohl er »nur« einen zweiten Preis gewonnen hatte, machte er damals auf die Kritiker den »reifsten Eindruck«. Insbesondere seit 1988 ist der Lette, derzeitiger künstlerischer Leiter des Koninklijk Concertgebouworkest und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, ein häufiger und regelmäßiger Gast der Philharmoniker. Seine Konzerte zeichnen sich durch ungewöhnliche Programmzusammenstellungen aus, meist enthalten sie mindestens ein Stück von Komponisten aus dem nord- und osteuropäischen Raum. Vor allem die Werke Dmitri Schostakowitschs lagen und liegen ihm sehr am Herzen. 2010 und 2012 gastierte Mariss Jansons im Rahmen des Musikfest Berlin und anlässlich des Staatsbesuchs Ihrer Majestät Beatrix, Königin der Niederlande, mit seinem Concertgebouworkest in der Philharmonie. In diesem Monat steht er wieder am Pult der Berliner Philharmoniker, mit einem rein tschechischen Programm: Bedřich Smetanas Ouvertüre zur Oper Die verkaufte Braut, Bohuslav Martinůs Violinkonzert Nr. 2 mit Frank Peter Zimmermann als Solisten und Antonín Dvořáks Neunter Symphonie.

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Nach den beiden »Alt-Meistern« Herbert Blomstedt und Mariss Jansons kommt ein philharmonischer »Youngster«: Yannick Nézet-Séguin. Mit seinen 37 Jahren kann der Kanadier, ein Zögling Carlo Maria Giulinis, bereits auf eine bemerkenswerte Karriere zurückblicken: Er ist künstlerischer Leiter des Orchestre Métropolitain in Montreal, Musikdirektor des Rotterdams Philharmonisch Orkest, Erster Gastdirigent des London Philharmonic Orchestra und designierter Musikdirektor des Philadelphia Orchestra. Auch internationale Spitzenorchester wie die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Orchestre National de France oder das Los Angeles Philharmonic und die großen Opernhäuser wie die New Yorker Met und die Mailänder Scala laden den jungen Dirigenten immer wieder ein. Bei den Berliner Philharmoniker stellte er sich am 21. Oktober 2010 mit Werken von Olivier Messiaen, Sergej Prokofjew und Hector Berlioz vor. Für seinen zweiten Auftritt hat er Peter Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre Romeo und Julia und Maurice Ravels Ballettmusik Daphnis et Chloé auf das Programm gesetzt.

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Nahezu zeitgleich mit Yannick Nézet-Séguin, am 14. Oktober 2010, debütierte auch Andris Nelsons bei den Berliner Philharmonikern. Mit seinem Programm – Alban Bergs Violinkonzert und Dmitri Schostakowitschs Achter Symphonie – wies sich der Sproß einer lettischen Musikerfamilie als würdiger Schüler Mariss Jansons aus. »Grandios« und »sensationell« bezeichnete die Presse seine Interpretation dieser Werke. Kein Wunder, dass ihn das Orchester mittlerweile schon drei Mal eingeladen hat und ihn in diesem Monat als Einspringer für die Konzerte verpflichtete, die Seiji Ozawa aus Krankheitsgründen absagen musste: in der Philharmonie dirigiert Andris Nelsons, derzeit Musikdirektor des City of Birmingham Orchestra und einer der international begehrtesten Dirigenten seiner Generation, Gustav Mahlers Wunderhorn-Lieder mit Matthias Goerne als Solisten und Peter Tschaikowskys Fünfte Symphonie. Letztere präsentiert er auch beim Waldbühnen-Konzert, dessen Programm in diesem Jahr ganz im Zeichen des russischen Komponisten steht.

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