Sein erstes öffentliches Konzert gab Krystian Zimerman genau einen Tag nach seinem sechsten Geburtstag: Am 6. Dezember 1962 spielte er anlässlich einer Nikolausfeier für Arbeiter einer schlesischen Fabrik. Sein Auftritt begeisterte sehr; es folgten weitere Konzerte und nur kurze Zeit später berichtete bereits das Fernsehen über das junge Talent. Im Herbst 1963 begann Zimerman bei Andrzej Jasiński zu studieren, der ihn nicht nur gründlich auf die Laufbahn eines Pianisten vorbereitete, sondern ihm auch seine Liebe zur französischen Musik weitergab.

Sieger des Chopin-Wettbewerbs

Das Entree in das internationale Konzertleben verschaffte sich der 19-jährige Pianist mit seinem spektakulären Sieg beim Chopin-Wettbewerb 1975. Schon im folgenden Jahr debütierte er bei den Berliner Philharmonikern: Unter der Leitung von Herbert Blomstedt spielte Krystian Zimerman Chopins e-Moll-Klavierkonzert. Er beeindruckte bei diesem Konzert – laut Presseberichten – durch geschliffene Technik, brillante Anschlagskultur und musikalische Ausdrucksstärke. »Dieser Jung-Meister ist einfach ein Geschenk für die musikalische Welt«, jubelte der Kritiker der Berliner Morgenpost. Bis 2003 war Krystian Zimerman, der im Laufe seiner Karriere mit fast allen großen Orchestern und Dirigenten zusammenarbeitete, regelmäßiger Gast der Berliner Philharmoniker. Unter Herbert von Karajan, Seiji Ozawa, Claudio Abbado, Erich Leinsdorf, Valery Gergiev und Sir Simon Rattle interpretierte er die großen Klavierkonzerte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Ein Künstler, der sich rar macht

Dem Leben eines rastlosen Künstlers steht der Pole von Beginn seiner Karriere an eher kritisch gegenüber. Seine Auftritte sind eher rar; er gibt daher nicht mehr als 50 Konzerte pro Jahr. Daher mussten auch die Berliner Philharmoniker eine Weile auf ihn verzichten. Nach einer längeren Pause intensivierte sich in der Saison 2012/2013 die Zusammenarbeit zwischen Pianist und Orchester wieder. Krystian Zimerman war in dieser Spielzeit in drei philharmonische Projekte involviert: Mit einem eigenen Klavierabend sowie als Interpret des Klavierkonzerts von Witold Lutosławski, das der polnische Komponist eigens für ihn geschrieben hat und das mittlerweile auf CD vorliegt, und dem Ersten Klavierkonzert von Johannes Brahms in Berlin und Baden-Baden. Auch in dieser Saison dürfen sich die Berliner Fans auf zwei Highlights mit dem Pianisten freuen. Am 6. November 2015 gibt Krystian Zimerman einen Klavierabend, in dem er die beiden letzten Klaviersonaten von Franz Schubert interpretiert, 2016 ist er bei den philharmonischen Konzerten am 9., 10. Und 11. Juni Solist in Beethovens Viertem Klavierkonzert.