Ulrich Wolff

Geboren in Wuppertal

Mitglied seit 01.01.1978

Gremien:

Mitglied des Fünferrats (1997 bis 2005), Mitglied des Personalrats und stellvertretendes Mitglied des Stiftungsrats (seit Januar 2016)

»Einer meiner Lehrer in Heidelberg schwärmte von den Berliner Philharmonikern und überzeugte mich mit einer Schallplattenaufnahme von Beethovens Eroica. Seitdem war es mein Ziel, eines Tages in dieses Orchester zu kommen. Die Summe der Fähigkeiten der einzelnen Musiker bestimmt die Qualität eines Orchesters. Den Kolleginnen und Kollegen zuzuhören, egal, ob in der Probe oder im Konzert, ist immer wieder bares und anregendes Vergnügen. Ich bin dankbar, hier spielen zu dürfen und staune, wie die künstlerischen und durchaus verschiedenen Individuen des Orchesters ihre Kräfte so bündeln können, dass eine so starke Einheit und Kompaktheit im Klang entsteht.«

Ulrich Wolff lernte ursprünglich Geige, später kam der Kontrabass dazu – weil er in seiner Heimatstadt in einem kleinen Kammerensemble mitwirkte, in dem ab und zu auch ein Kontrabass gebraucht wurde. Je nach Bedarf spielte er beide Instrumente. Dass er dann schließlich Kontrabassist wurde, lag an zwei ambitionierten Lehrern, die ihn zu diesem Beruf motivierten. Ulrich Wolff studierte bei Rainer Zepperitz an der Hochschule der Künste in Berlin.

Ab 1976 war er Mitglied des von Leonard Bernstein geleiteten Weltjugendorchesters in Seoul und Tokio. Im folgenden Jahr fing er bei den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan an – als damals jüngstes Mitglied. Von 1981 bis 1985 unterbrach er seinen Dienst, um als Erster Solokontrabassist unter Sergiu Celibidache im Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR zu spielen. In den 1990er-Jahren war er Mitglied im Bayreuther Festspielorchester und wirkte bei zahlreichen Konzertreisen und CD-Produktionen des Consortium Classicum mit. Im Ensemble Berlin, das er 1999 zusammen mit philharmonischen Kollegen mitbegründete, spielt er selten gespielte Kammermusik der Klassik und Romantik. Außerdem trat er kammermusikalisch mit Isaac Stern, Krystian Zimmermann, dem Auryn Quartett, dem Rodin Quartett und dem Philharmonia Quartett Berlin, Anne Sofie von Otter, Christoph Prégardien und Magdalena Kočená auf.

Seine besondere Liebe gilt auch der Alten Musik, die er von Kind an pflegt. Ulrich Wolff, der Mitglied des inzwischen aufgelösten Ensembles von Reinhard Goebels Musica Antiqua Köln war, beherrscht auch das Spiel auf historischen Instrumenten wie dem Violone sowie der Viola da Gamba. Seit 2008 wirkt er als Gambist und Violonist in dem von ihm mitbegründeten Ensemble Concerto Melante sowie bei den Berliner Barock Solisten mit. Zwischen 2012 und 2015 spielte er die Gambensoli bei den Aufführungen der Johannes- und der Matthäus-Passion unter Simon Rattle und Peter Sellars beim Lucerne Festival, im New Yorker Lincoln Center, in der Londoner Royal Albert Hall, in der Berliner Philharmonie und im Baden-Badener Festspielhaus. Mit Concerto Melante nahm er 2013 das Musikalische Opfer von Johann Sebastian Bach auf CD neu auf. Auch beim Freiburger Barockorchester wirkte er bei zahlreichen Konzertreisen und CD-Produktionen mit.

Europaweit, sowie in Japan, China, Singapur, Brasilien und den USA gab er Meisterkurse für Kontrabass, Violone und Viola da Gamba. Ab 2005 unterrichtete er an den von Claudio Abbado initiierten Gustav Mahler Akademien in Potenza und Bozen in Italien und seit 2018 am Hyogo Performing Arts Center, Japan. Die Vielfältigkeit seiner künstlerischen Tätigkeit ist auf vielen CDs sowie in seiner Anwesenheit bei den wichtigen internationalen Konzertreihen und Festivals in Europa, Asien, Amerika und Australien dokumentiert.