Trauer um Thomas Brandis

03.04.2017

Der Geiger Thomas Brandis hat sich als Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, als Solist und Kammermusiker höchstes Renommee erworben. Am 30. März ist er im Alter von 81 Jahren gestorben. Der in Hamburg geborene Thomas Brandis war von 1962 bis 1983 Mitglied der Berliner Philharmoniker. 1976 gründete er das Brandis-Quartett, das in den gut 25 Jahren seines Bestehens auf Festivals im In-und Ausland gefeiert wurde. Als Lehrer wirkte er unter anderem an der Universität der Künste in Berlin, an der Lübecker Musikhochschule und an der Royal Academy of Music in London. Zahlreiche heutige Geiger der Berliner Philharmoniker waren seine Schüler.

Knut Weber, Mitglied des Orchestervorstands: »Thomas Brandis’ außerordentliche Musikalität wurde in vielen Aufnahmen dokumentiert, von Mozarts Haffner-Serenade bis Also sprach Zarathustra von Richard Strauss. Auf komprimierte Weise offenbarte sein Spiel die Qualitäten der Berliner Philharmoniker während der Karajan-Jahre. Mit einem singenden, vollen Ton und einem unfehlbaren Gespür für musikalische Dramaturgie. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Orchester blieb er uns in herzlicher Freundschaft verbunden. Zuletzt besuchte er uns zum jüngsten Konzert von Kirill Petrenko und freute sich mit uns auf die kommende Ära. Wir werden ihn vermissen.«

Thomas Brandis
(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker)