Trauer um Radu Lupu

20. Apr 2022

Die Berliner Philharmoniker trauern um Radu Lupu, der am 17. April im Alter von 76 Jahren gestorben ist. Der in Rumänien geborene Lupu zählte zu den großen Pianisten im klassischen und romantischen Repertoire. Seine Interpretationen waren zugleich klangschön und charaktervoll, wobei Lupu jeden äußerlichen Effekt mied. So spielte er langsame Sätze mit größter Zurückhaltung und entfaltete gerade dadurch einen Eindruck von Gefühlstiefe und Intensität.

Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab Radu Lupu im Dezember 1972 unter Leitung von Daniel Barenboim mit dem Ersten Klavierkonzert von Johannes Brahms. Es folgten regelmäßige Gastspiele mit Klavierkonzerten von Schumann, Mozart und vor allem Ludwig van Beethoven. Dabei trat Radu Lupu unter anderem an der Seite von Claudio Abbado, Bernard Haitink, Lorin Maazel und Kurt Sanderling auf. 1978 gab er mit den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan in einer Aufführung von Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 sein Debüt bei den Salzburger Festspielen. Sein letztes Konzert mit dem Orchester fand im März 2014 statt, als Radu Lupu mit Iván Fischer Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 interpretierte.

Radu Lupu bei seinem philharmonischen Debüt 1972; im Hintergrund Daniel Barenboim
(Foto: Reinhard Friedrich/Archiv Berliner Philharmoniker)