Trauer um Mariss Jansons

01. Dez 2019

Die Berliner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Kirill Petrenko trauern um Mariss Jansons, Ehrenmitglied und hochgeschätzter musikalischer Wegbegleiter des Orchesters. Zu einer ersten Begegnung kam es im Jahr 1971, als der 28-jährige Jansons den zweiten Platz beim Internationalen Dirigentenwettbewerb »Herbert von Karajan« gewann. 1976 folgte das eigentliche Debüt, seit Ende der 1980er-Jahre war Mariss Jansons regelmäßiger Gast der Berliner Philharmoniker. Programmatische Schwerpunkte waren die deutsche Romantik und Spätromantik sowie die Werke von Jean Sibelius und Dmitri Schostakowitsch. Auch außerhalb der Philharmonie Berlin arbeitete Mariss Jansons mit dem Orchester zusammen: auf Tourneen, bei Europakonzerten und bei Open-Air-Konzerten in der Berliner Waldbühne. Am 30. November ist Mariss Jansons im Alter von 76 Jahren in St. Petersburg gestorben.

Alexander Bader, Klarinettist und Mitglied des Orchestervorstands der Berliner Philharmoniker: »Der Tod von Mariss Jansons ist für uns künstlerisch und menschlich ein schwerer Verlust. Wir trauern um einen Musiker, der uns viele Perspektiven eröffnet hat, etwa in den Werken von Schostakowitsch, die ihm so sehr am Herzen lagen. Nicht weniger beglückend waren seine warm leuchtenden Interpretationen der Musik des 19. Jahrhunderts. Mariss Jansons hat nie den vordergründigen Effekt gesucht, sondern mit unerschöpflicher Neugier die tieferen Schichten einer Partitur erschlossen. Das Ergebnis waren Aufführungen von unglaublicher Intensität und Dichte. Auch im persönlichen Miteinander verband uns eine besondere Partnerschaft. Mariss Jansons war von einer ungewöhnlichen Wärme und Herzlichkeit: Eigenschaften, die auch in seinen Interpretationen zu spüren waren und die seinen Rang als Dirigent mitbestimmt haben.«

(Foto: Stephan Rabold)