Trauer um Hellmut Stern

22. Mär 2020

Die Berliner Philharmoniker trauern um ihren ehemaligen Konzertmeister Hellmut Stern, der am 21. März im Alter von 91 Jahren gestorben ist. Hellmut Stern wurde in Berlin als Sohn einer jüdischen Familie geboren, die nach den Novemberpogromen des Jahres 1938 nach Harbin (heutiges China) flüchtete. 1949 gelang der Familie die Ausreise nach Israel. Erste Anstellungen führten Hellmut Stern zum Israel Philharmonic Orchestra und in die USA, ehe er 1961 nach Berlin zurückkehrte und Mitglied der Berliner Philharmoniker wurde. Von 1969 bis 1972 sowie von 1990 bis 1992 gehörte Hellmut Stern dem Orchestervorstand an, von 1984 bis 1987 dem Fünferrat. 1994 ging er in den Ruhestand.

Alexander Bader, Klarinettist und Orchestervorstand der Berliner Philharmoniker: »Hellmut Stern war ein prägender Musiker der Karajan-Ära und eine in jeder Hinsicht eindrucksvolle Persönlichkeit. Indem er nach Judenverfolgung und Holocaust nach Deutschland zurückkehrte und Mitglied unseres Orchesters wurde, setzte er ein einzigartiges Zeichen für Aussöhnung und Vergebung. Mit diesem Anliegen initiierte er auch 1990 als Orchestervorstand die erste Israel-Tournee der Berliner Philharmoniker. So hat sich Hellmut Stern auch jenseits des Konzertpodiums über viele Jahre für das Orchester engagiert und sich besonders für seine demokratische Selbstbestimmung eingesetzt. Nach seiner Pensionierung blieb er uns eng verbunden. Wir trauern um einen Freund, einen großartigen Kollegen und wichtigen Zeitzeugen.«

(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker)