Trauer um Eberhard Finke

30.08.2016

Eberhard Finke war einer der prägenden Musiker der Berliner Philharmoniker in der Nachkriegszeit. Nun ist er im Alter von 96 Jahren gestorben. Der gebürtige Bremer studierte an der Berliner Musikhochschule und am Salzburger Mozarteum. Nach einem Engagement als Erster Solocellist in Rio De Janeiro übernahm er 1950 dieselbe Position bei den Berliner Philharmonikern unter Wilhelm Furtwängler. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1985 war er hier in vielen Konzertaufführungen als Solist zu erleben. 1972 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker. Ab 1969 lehrte Eberhard Finke als Professor an der Berliner Musikhochschule. Er gab noch bis vor wenigen Jahren Meisterkurse und wirkte als Juror an Wettbewerben mit.

Knut Weber, Mitglied des Orchestervorstands und Cellist der Berliner Philharmoniker: »Eberhard Finke hat als Musiker und Cellist Maßstäbe gesetzt. Noch im hohen Alter war sein Interesse an der Musik und an den Berliner Philharmonikern so groß wie bei seinem Eintritt ins Orchester. Viele Tondokumente mit Eberhard Finke als Solist in Orchesterkonzerten oder als Kammermusiker zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk, wobei ihm auch unbekanntes Repertoire am Herzen lag. Leidenschaftlich widmete er sich dem musikalischen Nachwuchs und prägte über Jahrzehnte als Pädagoge Generationen von Cellisten. Auch durch seine Menschlichkeit hat Eberhard Finke beeindruckt. So schätzten Kollegen und befreundete Solisten nicht nur die Feinheit seines Cellospiels, sondern auch die seiner Persönlichkeit.«

(Foto: Gustav Zimmermann)