Trauer um Aurèle Nicolet

01.02.2016

Aurèle Nicolet war einer der bedeutendsten Flötisten des 20. Jahrhunderts und ein prägender Musiker der Berliner Philharmoniker in der Nachkriegszeit. Am 30. Januar 2016 ist er im Alter von 90 Jahren gestorben. Aurèle Nicolet, im schweizerischen Neuchâtel geboren, studierte in Zürich und Paris. Nach ersten Engagements in Zürich und in Winterthur wurde er 1950 Soloflötist der Berliner Philharmoniker. 1959 verließ er das Orchester und machte sich als Solist und Lehrer international einen Namen. Zu seinen Schülern zählt der philharmonische Soloflötist Emmanuel Pahud. Zahlreiche Komponisten widmeten Aurèle Nicolet Werke, darunter Toru Takemitsu, György Ligeti, Aribert Reimann und Edisson Denissow.

Ulrich Knörzer, Mitglied des Orchestervorstands der Berliner Philharmoniker: »Der uns heute selbstverständliche Gedanke, dass ein Orchestermusiker zugleich ein herausragender Solist sein kann, verdankt sich Musikerpersönlichkeiten wie Aurèle Nicolet. Mit seinem von der französischen Schule geprägten Ton hat er die Berliner Philharmoniker um eine neue Farbe bereichert, die bis heute in unserem Orchester nachklingt. Durch sein Engagement für die zeitgenössische Musik hat Aurèle Nicolet zudem der Musikwelt die unendlichen Möglichkeiten der Flöte erschlossen. Wir trauern um einen großen Musiker, mit dem uns zugleich einer der letzten Protagonisten der Furtwängler- und der frühen Karajan-Jahre verlässt.«

(Foto: (Foto: Archiv Berliner Philharmoniker))