Probezeit bestanden: Marlene Ito

24. Mär 2022

Marlene Ito trat im März 2020 ihre Stelle als Erste Stimmführerin der Zweiten Geigen in schwierigen Zeiten an: mitten in der Corona-Pandemie, als das Orchester zwar für Konzertübertragungen in der Digital Concert Hall wieder spielen durfte, die Musiker*innen jedoch im Abstand von zwei Metern auseinander saßen. »Ich habe quasi nur mich gehört«, erinnert sich die Geigerin. »Mich tröstete der Gedanke, wenn ich die anderen zweiten Geigen nicht höre, bedeutet es, dass wir gut zusammen spielen!« Jetzt hat die Musikerin auf dieser Position ihre Probezeit bestanden. Wir gratulieren herzlich!

Die aus Japan stammende Marlene Ito brachte gute Voraussetzungen für die Aufgabe mit: Nach ihrem Studium am Konservatorium in Sydney, an der Musikhochschule Lübeck und der Universität der Künste Berlin sowie einem Stipendium an Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker begann sie ihre Orchesterlaufbahn als Zweite Konzertmeisterin an der Komischen Oper Berlin. Von dort wechselte sie im September 2011 zu den Berliner Philharmonikern – in die Gruppe der zweiten Geigen. »Ich hatte das Glück, neun Jahre lang unsere wunderbaren Stimmführer aus der Tutti-Perspektive beobachten zu können«, meint sie. Ihre Aufgaben als Stimmführerin sind sehr vielseitig: Sie bildet die Verbindung zwischen ihrer Gruppe und den Konzertmeistern, übernimmt deren Aufgabe, wenn die ersten Geigen schweigen, und muss gelegentlich auch Solo-Passagen spielen.

Im Vorfeld der Proben und Konzerte gibt es ebenfalls viel für sie zu tun: Die Bogenstriche im Notenmaterial eintragen und überprüfen sowie natürlich auch die eigene Stimme perfekt einstudieren und verinnerlichen. Was ihr darüber hinaus als Stimmführerin wichtig ist? »Eine authentische Körpersprache, die der Musik entspricht. Ich mag an diesem Orchester, dass wir Stimmführer zwar Impulse geben, aber nicht alles auf einem silbernen Tablett präsentieren. Wir geben musikalische Hinweise hinsichtlich Phrasierung, Artikulation oder Lautstärke, aber wir lassen unseren Kolleg*innen auch Raum für individuellen Ausdruck.«

Marlene Ito
(Foto: Sebastian Hänel)