Grußwort der Staatsministerin für Kultur und Medien zur neuen Saison

27. Aug 2021

Liebe Freundinnen und Freunde der Berliner Philharmoniker,

„Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen“, schrieb einst Friedrich Nietzsche. Die Umstände, unter denen Kirill Petrenko als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker starten musste, boten ohne Zweifel auch erhebliche Hindernisse. Nach einem furiosen Auftakt mit einem Konzert vor 35.000 Zuhörern am Brandenburger Tor 2019 und verheißungsvollen ersten gemeinsamen Konzerten – damals noch eingeschränkt durch Verpflichtungen als Generalmusikdirektor in München – brachte im Frühjahr 2020 eine Pandemie von weltweitem Ausmaß das gesamte Kulturleben und damit zunächst auch die Berliner Philharmoniker zum Schweigen. Nicht nur Konzerte, auch Produktionen und wichtige Tourneen fielen aus. Mühsam wurden dann Freiräume erobert. Engagiert haben die Berliner Philharmoniker mit kleineren Formationen gearbeitet, um ihre Sichtbarkeit und Motivation zu erhalten.

Die zweite Saison und damit die erste, in der Kirill Petrenko dem Orchester in vollem Umfang zur Verfügung stand, begann mit Abstandsregeln, die das Musizieren, aber auch das Musikerlebnis nicht gerade leicht machten. Und doch war jeder Schritt ein wichtiges Zeichen der Zuversicht.

Als die Konzertsäle und Theater im November 2020 zum zweiten Mal für die Öffentlichkeit geschlossen werden mussten, verlegte das Orchester seine Auftritte erneut in den digitalen Raum. So erwies es sich als großes Glück, dass die Berliner Philharmoniker seit Jahren in die Digital Concert Hall investieren und einen festen Zuschauerstamm weltweit aufbauen konnten, der dem Orchester gerade in diesen schweren Zeiten die Treue hielt. Eine Zeitlang wurde der Zugang kostenlos angeboten, um den Kontakt zum Publikum zu erleichtern und dem Bedürfnis vieler Menschen nach Kultur im Lockdown Rechnung zu tragen. Dafür gebührt dem Orchester und seinem Management großer Dank! Doch gleichermaßen für das Orchester wie für sein Publikum war die Zeit des Lockdowns wie ein kalter Entzug. Und es gilt: kein Bildschirmerlebnis ersetzt das Gemeinschaftserlebnis. Doch wie ich von Musikern gehört habe, war diese gemeinsame Proben- und Aufführungszeit mit Kirill Petrenko trotz oder gerade wegen der bitteren Umstände von einer beglückenden Intensität, wie sie in normalen Zeiten nur selten erreicht werden kann. Man darf also gespannt auf die Höhen sein, die das Orchester und sein Chefdirigent gemeinsam erklommen haben - und die wir, ihr Publikum, in alter und neuer Begeisterung erleben werden.

In diesem Sinne wünsche ich dem Orchester, seinem Chefdirigenten Kirill Petrenko und auch dem Publikum eine erfolgreiche und erfüllende Konzertsaison.

Prof. Monika Grütters MdB
Staatsministerin für Kultur und Medien

Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien