Erich Hartmann wird 100 Jahre

24. Jan 2020

Er ist der älteste lebende Berliner Philharmoniker: Der ehemalige Kontrabassist Erich Hartmann feiert am 26. Januar 2020 seinen 100. Geburtstag. Seine Musikerkarriere begann der gebürtige Leipziger, Sohn eines Klavierbauers, in schwierigen Zeiten. Während er am Konservatorium seiner Heimatstadt Kontrabass und Komposition studierte, brach der Zweite Weltkrieg aus. Er wurde zum Kriegsdienst eingezogen. Nach einer Verletzung galt er als kriegsuntauglich und konnte sein Studium fortsetzen. Erste Berufserfahrung sammelte er am Leipziger Gewandhausorchester. Im November 1943 wurde er Mitglied des Berliner Philharmonischen Orchesters – als damals jüngster Musiker.

Nur drei Monate später erlebte er während seines Luftschutzdienstes, wie die alte Philharmonie in der Bernburger Straße nach einem schweren Luftangriff abbrannte. Seine Erinnerungen an diese Zeit veröffentlichte er 1996 unter dem Titel Die Berliner Philharmoniker in der Stunde Null. Erich Hartmann spielte noch unter Wilhelm Furtwängler und erlebte fast die gesamte Ära Herbert von Karajans. 1967 gründete er das Kontrabassquartett der Berliner Philharmoniker. Im Januar 1985 ging der Musiker, der Werke für verschiedene Besetzungen, u. a. auch für das Kontrabassquartett, komponierte, nach 41 Dienstjahren in den Ruhestand. Die besondere Verbundenheit zu seinem Orchester blieb auch weiterhin bestehen. Wir gratulieren dem Jubilar herzlich!

Erich Hartmann
(Foto: privat)
1965: Erich Hartmann (l.) mit Klaus Holtmann (m.) und Rainer Zeppernitz (r.)
Die Kontrabassgruppe 1947
(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker)