Ausstellung: »Die Alte Philharmonie – Ein Berliner Mythos«

11.12.2016

Die Alte Philharmonie in der Bernburger Straße war die Heimat der Berliner Philharmoniker und der Hotspot im gesellschaftlichen Leben Berlins. Das zeigt eine Ausstellung anhand zahlreicher unbekannter Fotos und historischer Dokumente im Foyer der Philharmonie von Hans Scharoun. Die erste Heimstätte des Orchesters, eine umgebaute Rollschuhbahn, war ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen, das seine Räume für die unterschiedlichsten Veranstaltungen öffnete: Sie bildete ein Podium für großartige Konzerte mit Künstlern wie Pablo Casals, Fritz Kreisler und Bruno Walter. Igor Strawinsky präsentierte dort sein Klavierkonzert unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler und die Comedian Harmonists sangen von Liebe, sprießendem Spargel und stacheligen Kakteen.

Außerdem war die Alte Philharmonie ein Ort für Parteikongresse und festliche Bälle, es wurde getanzt und gefeiert, Thomas Mann und Albert Einstein hielten dort weithin beachtete Reden, Delegierte der Antifaschistischen Aktion oder der Berliner Zionistischen Vereinigung richteten dort ihre Versammlungen aus. Backstage – auch das zeigt die Ausstellung – trugen zuverlässig Techniker, Kartenverkäufer, Redakteure, Telefondamen und Mitarbeiterinnen des Pressebüros zum Gelingen der Veranstaltungen bei. Außerdem ist die Zerstörung des Hauses nach einem Bombenangriff am 30. Januar 1944 dokumentiert. Eine digitale Rekonstruktion vermittelt einen Eindruck vom Interieur des Konzertsaals.

Die Ausstellung Die Alte Philharmonie - Ein Berliner Mythos kann bis Ende Januar 2017 zu den Kassenöffnungszeiten und zu den Konzerten in der Philharmonie besichtigt werden. Ein Katalog zur Ausstellung ist im Shop der Philharmonie erhältlich.

Digitale Rekonstruktion der Alten Philharmonie
(Foto: Michael Tillmann/Stiftung Berliner Philharmoniker )