Ausstellung: »Der zweite Blick«

19. Apr 2017

Erich Kleiber im Bademantel, der Pianist Walter Gieseking bei der Gartenarbeit, Richard Strauss, sich in einem Sessel räkelnd – die Ausstellung Der zweite Blick zeigt große Musiker in ungewöhnlichen, privaten und sehr menschlichen Situationen. Sie entstand in Kooperation mit der bpk-Bildagentur sowie der Staatsbibliothek zu Berlin und ist vom 20. April bis Ende Juni im Foyer der Philharmonie zu sehen. Die meisten der Fotografien sind Musikern gewidmet, die eng mit den Berliner Philharmonikern verbunden waren, darunter Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Otto Klemperer, Karl Böhm, Paul Hindemith oder Claudio Abbado. Die älteste Aufnahme datiert aus dem Jahre 1899 und zeigt den dreizehnjährigen Wilhelm Furtwängler mit seinem Hund; das jüngste Portrait aus dem Sommer 1995 stellt Lorin Maazel in den Mittelpunkt.

Den Grundstock der Ausstellung bilden Musikerportraits von Hanns Hubmann, einem der bedeutendsten deutschen Pressefotografen des 20. Jahrhunderts. Hinzu kommen Werke weiterer berühmter Fotografinnen und Fotografen aus den Beständen der bpk-Bildagentur und ihrer Kooperationspartner: Georg Ebert, Fritz Eschen, Ingrid von Kruse, Felix H. Man, Liselotte und Armin Orgel-Köhne, Willy Römer, Erich Salomon und Felicitas Timpe. So unterschiedlich diese Künstlerinnen und Künstler auch waren, sie alle verfügten über den »zweiten Blick«. Sie schufen faszinierende Bilder, die die Künstler von einer neuen, bislang unbekannten Seite zeigen. Auf den ersten Blick sind manche Fotos amüsant, andere berühren und wiederum andere verstören. Doch auf den zweiten Blick erkennt man Musiker, die trotz ihrer Prominenz empfindsame, ja, verletzliche Individuen geblieben sind.

Die Ausstellung Der zweite Blick kann zu den Kassenöffnungszeiten und zu den Konzerten in der Philharmonie besichtigt werden. Ein Katalog zur Ausstellung ist im Shop der Philharmonie erhältlich.

Herbert von Karajan, Oktober 1952
(Foto: Felicitas Timpe)