Auf Wiedersehen, Andreas Blau!

25.06.2015

»Ich habe es immer als Privileg betrachtet, hier in diesem Orchester spielen zu dürfen.« Mit diesen Worten verabschiedete sich Andreas Blau, Solo-Flötist der Berliner Philharmoniker, nach seinem letzten Konzert am 20. Juni 2015 von seinen Kollegen und Sir Simon Rattle. Als Sohn eines Berliner Philharmonikers war ihm das Orchester von Kindheit an vertraut. Nach seinem Musikstudium bei Karl-Heinz Zoeller und am National Music Camp in Interlochen, USA, erhielt er – gerade 20-jährig – die Stelle des Soloflötisten. Mehr als 46 Jahre gehörte er den Philharmonikern an und spielte unter drei Chefdirigenten: Herbert von Karajan, Claudio Abbado und Sir Simon Rattle. Aber nicht nur das: »Ich fing mit einem ganz anderen Orchester an. Im Grunde genommen habe ich im Laufe meiner Karriere mit einem Orchester von 250 Mitgliedern gespielt«, meint er humorvoll.

Andreas Blau war nicht nur mit ganzem Herzen Orchestermusiker, der mit seinem klaren, modulationsfähigen Ton und seiner stupenden Phrasierungskunst das Publikum immer wieder betörte, sondern auch ein gefragter Solist, Kammermusiker und Dozent. Er würde – so Sir Simon in seiner kleinen Abschiedsrede – noch lange in der Philharmonie präsent bleiben: »Ich war immer überzeugt, dass ein Konzertsaal ein Gedächtnis für Musik hat, dass sie den Wänden verhaftet bleibt. Alle deine wunderbaren Klänge sind auf diesen Wänden und bleiben hier. Und genauso bist du tief in unseren Herzen und wirst du hier bleiben. Danke, Andreas!«

Solo-Flötist Andreas Blau
(Foto: (Foto: Monika Rittershaus))