Klangvolle Namen, mitreißende Werke

Die Konzerte der Osterfestspiele

(Foto: Monika Rittershaus)

Bei den Osterfestspielen Baden-Baden zeigen die Berliner Philharmoniker innerhalb von wenigen Tagen die gesamte Bandbreite ihres künstlerischen Könnens: Um die vier Opernaufführungen gruppieren sich zahlreiche Konzerte, die sich durch eine facettenreiche Mischung aus großer Symphonik und intimer Kammermusik, prominenten musikalischen Gästen und Solisten aus den eigenen Reihen des Orchesters auszeichnen.

Kirill Petrenko, Sir Simon Rattle und Lisa Batiashvili

Was diese fünften Osterfestspiele so besonders macht? Dem Publikum bietet sich die Gelegenheit, an zwei aufeinander folgenden Abenden den derzeitigen und den zukünftigen Chef der Berliner Philharmoniker zu erleben. Kirill Petrenko, ab 2019 künstlerischer Leiter des Orchesters, dirigiert Wolfgang Amadeus Mozarts Haffner-Symphonie und die Pathétique von Peter Tschaikowsky. Sir Simon Rattle, der zum letzten Mal als philharmonischer Chef bei dem Festival mitwirkt, leitet eine Aufführung von Gustav Mahlers Sechster sowie einen Abend mit Werken von Béla Bartók und Antonín Dvořák, von dem neben einer Auswahl seiner Slawischen Tänze auch das Violinkonzert erklingt. Solistin ist die aus Georgien stammende Geigerin Lisa Batiashvili, die im letzten Jahr mit dem Stück bereits beim Waldbühnenkonzert der Philharmoniker durch ihr ebenso kultiviertes wie klangvolles Spiel die Zuschauer begeisterte. Mit dem Orchester verbindet sie seit ihrem philharmonischen Debüt 2004 eine intensive Zusammenarbeit. »Egal, was man spielt, man hat das Gefühl, dass vom ersten bis zum letzten Pult alle für eine Idee da sind«, meinte sie in einem Interview.

Pinchas Zukerman und Zubin Mehta

Und ein weiterer großartiger Geiger ist Gast der Osterfestspiele: Pinchas Zukerman, der 1970 erstmals bei den Berliner Philharmoniker auftrat und in den folgenden Jahren sämtliche große Violinkonzerte mit ihnen interpretierte. Nach einer mehr als zehnjährigen Pause kehrt er mit dem Violinkonzert von Edward Elgar zum Orchester zurück. Das Werk des englischen Komponisten – so Zukerman – habe ihn schon als Student wegen seiner neuartigen Klangfarben fasziniert. Als Dirigent steht ihm Zubin Mehta zur Seite, ein langjähriger Weggefährte der Berliner Philharmoniker, der bereits 2014 bei den Osterfestspielen in Baden-Baden mitgewirkt hat. Außer Elgars Violinkonzert dirigiert er die Fünfte Symphonie von Peter Tschaikowsky. Dieses Werk hat er mit den Philharmonikern zuletzt 1974 aufgeführt.

Philharmonische Ensembles und das Bundesjugendorchester

Die 14 »Meisterkonzerte« werden von Mitgliedern des Orchesters bestritten. Neben etablierten philharmonischen Kammermusikensembles wie dem Philharmonia Quartett, dem Philharmonischen Streichquintett, den Berliner Barock Solisten, dem Feininger Trio, den Blechbläsern der Berliner Philharmonikern sowie dem Venus und dem Scharoun Ensemble Berlin treten die Musiker in ungewöhnlichen kammermusikalischen Formationen auf. Einer der vielen Höhepunkte ist das Musikfest am Ostersonntag, bei dem das Berliner Philharmonische Oktett, das Ensemble Berlin und die Mezzosopranistin Anne Sofie Otter auftreten. Ebenfalls wieder mit dabei ist das Bundesjugendorchester, das zusammen mit Mitgliedern der Philharmoniker unter Leitung von Sir Simon Rattle die Dritte Symphonie von Sergej Rachmaninow aufführt.


Scharoun Ensemble Berlin
(Foto: Monika Rittershaus)
Blechbläser der Berliner Philharmoniker
(Foto: Monika Rittershaus)