Der gesamte Kosmos der Klassik

Die Konzerte der Osterfestspiele

(Foto: Monika Rittershaus)

Bei den Osterfestspielen zeigen die Berliner Philharmoniker in wenigen Tagen das gesamte Spektrum ihres künstlerischen Können: große Symphonik und intime Kammermusik, Werke von der Renaissance und Barock über Wiener Klassik und Romantik bis hin zur Moderne und Avantgarde. All das macht die spezielle Mischung der philharmonischen Konzertveranstaltungen aus und gibt dem Festival sein eigenes, unverwechselbares Profil

Simon Rattle, Daniel Harding und Iván Fischer

Die Orchesterkonzerte des Festivals bestreiten die Berliner Philharmoniker mit weltberühmten Solisten und Dirigenten: Neben Sir Simon Rattle stehen Daniel Harding, der Richard Strauss' Alpensinfonie dirigiert, und Iván Fischer am Pult des Orchesters. Letzter führt u. a. zusammen mit der norwegischen Geigerin Vilde Frang das Erste Violinkonzert von Béla Bartók auf, das der ungarische Komponist für seine Jugendliebe, die Geigerin Stefi Geyer, geschrieben hat. »Das Konzert zeichnet im lyrischen, zarten ersten Satz, der eine sehr untypische Seite von Bartók zeigt, so klar und deutlich das Porträt einer wunderschönen Frau«, schwärmt Vilde Frang.

Elīna Garanča, Krystian Zimerman, Vilde Frang und Gerald Finley

Krystian Zimerman ist der Solist in Leonard Bernsteins Symphonie Nr. 2 The Age of Anxiety für Klavier und Orchester. Dieses mit Jazz-Elementen durchsetzte Stück nimmt im Repertoire des polnischen Pianisten einen besonderen Platz ein. Hat er doch das Werk 1986 unter der Leitung des Komponisten gespielt. In Baden-Baden leitet Simon Rattle zwei Aufführungen von The Age of Anxiety, zusammen mit Beethovens Siebter Symphonie. Mit Maurice Ravels Shéhérazade entführt die Mezzosopranistin Elīna Garanča in orientalisch-sinnliche Traumwelten, während der Bariton Gerald Finley berühmte Lieder von Schubert, u. a. An die Musik, Erlkönig und Prometheus, in selten zu hörenden Orchesterarrangements von Brahms und Reger präsentiert. Zur Tradition der Osterfestspiele gehört auch das Musikfest am Gründonnerstag, bei dem neben den Berliner Barocksolisten und den Bläsern der Berliner Philharmoniker das Bundesjungendorchester, das Patenkind der Philharmoniker, auftritt.

Kammermusik in allen Variationen

»Zum Raum wird hier die Zeit« - Dieses Zitat aus Wagners Parsifal spiegelt sich in der Programmgestaltung der Kammermusikkonzerte wider, der sogenannten Meisterkonzerte. Die Erschaffung der Welt, Zeitliche Distanzen, Mystische Erkenntnis oder Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit lauten beispielsweise Titel der Konzerte, in denen musikalisch existenzielle Fragen des Seins reflektiert werden, angefangen von Werken der Renaissance und des Barock bekannten Kammermusikwerken von Schubert und Schumann bis hin zu modernen und zeitgenössischen Kompositionen. Philharmonische Ensembles wie das Brahms und Scharoun Ensemble, Concerto Melante, Bolero Berlin und Klangart Berlin wirken ebenso mit wie einzelne Mitglieder der Berliner Philharmoniker, die sich für die Realisation eines speziellen Programms zusammengefunden haben. Auch die Stipendiaten der Karajan-Akademie präsentieren sich in zwei Konzerten. Götz Teutsch lädt in den Philharmonischen Salon, der sich in diesem Jahr mit dem späten Liszt und Richard Wagner auseinandersetzt.


Concerto Melante
(Foto: Monika Rittershaus)
Bolero Berlin
(Foto: Monika Rittershaus)