Die 15 »Meisterkonzerte« spiegeln die große künstlerische Bandbreite des philharmonischen Musizierens wider. Neben etablierten Ensembles des Orchesters wie dem Philharmonia Quartett, der Philharmonischen Camerata, dem Philharmonischen Streichquintett sowie dem Brahms und dem Scharoun Ensemble Berlin treten die Musiker in unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen auf, angefangen vom Trio bis hin zum Kammerorchester. Den Repertoireschwerpunkt der Konzerte bilden Werke von Komponisten, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie um die Jahrhundertwende in Wien wirkten. Der Philharmonische Salon knüpft mit seinem Motto »Leben, Traum, Tod« ebenfalls an Musik und Dichtung jener Zeit an. Einer der vielen Höhepunkte ist das »Musikfest zum Karfreitag«, bei dem u. a. das Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker, die Berliner Barock Solisten sowie die Sopranistin Anna Prohaska und die Mezzosopranistin Isabelle Druet zu erleben sind. Ebenfalls wieder mit dabei ist das Bundesjugendorchester, das unter Leitung von Sir Simon Rattle und Karl-Heinz Steffens, dem ehemaligen Solo-Klarinettisten der Berliner Philharmoniker, Werke von Franz Schubert, Richard Strauss und Peter Tschaikowsky interpretiert. 

Glanzpunkte der Klassik und Spätromantik

Den musikalischen Gegenpol zum komödiantischen Rokoko-Flair des Rosenkavaliers bildet Hector Berlioz’ dramatische Legende La Damnation de Faust. Die Trias Margarethe, Faust und Mephisto singen Joyce DiDonato, Charles Catronovo und Ludovic Tézier. Außerdem wirkt der von Johannes Knecht einstudierte Staatsopernchor Stuttgart mit. Die Leitung hat Sir Simon Rattle. Als Gastdirigenten der Osterfestspiele 2015 haben die Berliner Philharmoniker Bernard Haitink und Riccardo Chailly eingeladen. Haitink präsentiert sich als Beethoven-Interpret und dirigiert neben der Pastorale auch das Violinkonzert mit Isabelle Faust als Solistin. Das Beethoven-Konzert sei – so die Geigerin einmal in einem Interview – ein ideales Werk für ihre Stradivari, die den Beinamen »Dornröschen« trägt: »Der sehr helle Beethoven-Klang kommt auch mir selbst sehr entgegen, das ist mit meiner Natur und meinen Emotionen gut zu vereinbaren.« Riccardo Chailly, der Felix Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre zu Ruy Blas und Sergej Rachmaninows Dritte Symphonie leitet, tritt ebenfalls mit einem grandiosen Solisten auf: Igor Levit, der für die erkrankte Martha Argerich einspringt, spielt den Solopart in Robert Schumanns Klavierkonzert. Das kurzfristig entstehende Zusammentreffen mit den Berliner Philharmonikern ist eine der seltenen Gelegenheiten, den Musiker in diesem Jahr mit großem Orchester zu erleben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb unlängst über ihn: »Dieser junge Mann hat nicht nur das Zeug, einer der großen Pianisten dieses Jahrhunderts zu werden. Er ist es schon.«

Bei ihren Konzerten in Baden-Baden setzen die Berliner Philharmoniker auf große Symphonik und intime Kammermusik, prominente musikalische Gäste und Solisten aus den eigenen Reihen des Orchesters. Genau das macht die spezielle Mischung der philharmonischen Konzertveranstaltungen aus.