Nächtliche Traumsequenzen, expressionistische Harlekinaden

Leuchten im Foyer (Foto: David Ausserhofer)

Franz Schreker und Arnold Schönberg gehörten im Wien der Belle Époque zu den visionären Köpfen der Musikszene. An der Schwelle der Spätromantik zur Moderne stehend, suchten sie nach neuen Formen des Ausdrucks. Schreker blieb, wie seine Tanzallegorie Der Wind verdeutlicht, der sinnlichen Klangsprache des Fin de Siècle verhaftet. Auch Schönberg bediente sich dieses Stils in seinem schwelgerischen Frühwerk Verklärte Nacht, doch wenig später ging er einen anderen Weg: etwa mit dem avantgardistischen Pierrot lunaire, einem seiner Hauptwerke. Alle drei Werke dieses Programms faszinieren durch ihre träumerisch-entrückte Atmosphäre.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Stanley Dodds Violine und Dirigent
Martin Löhr Violoncello
Andraž Golob Klarinette
Stefan Dohr Horn
Philip Mayers Klavier
Marlene Ito Violine
Naoko Shimizu Viola
Tobias Reifland Viola
Uladzimir Sinkevich Violoncello
Jelka Weber Flöte
Tabatha McFadyen Stimme und Co-Regie
Constantine Costi Co-Regie
Allie Graham Tanz
Shannon Bruns Choreografie


Franz Schreker

Der Wind

Stanley Dodds (Violine), Martin Löhr (Violoncello), Andraž Golob (Klarinette), Stefan Dohr (Horn), Philip Mayers (Klavier)
 

Arnold Schönberg

Verklärte Nacht für Streichsextett op. 4

Marlene Ito (Violine), Stanley Dodds (Violine), Naoko Shimizu (Viola), Tobias Reifland (Viola), Martin Löhr (Violoncello), Uladzimir Sinkevich (Violoncello)
 

Arnold Schönberg

Pierrot lunaire op. 21

Stanley Dodds (Dirigent), Marlene Ito (Violine), Naoko Shimizu (Viola), Martin Löhr (Violoncello), Jelka Weber (Flöte), Andraž Golob (Klarinette), Philip Mayers (Klavier), Tabatha McFadyen (Stimme und Co-Regie), Constantine Costi (Co-Regie), Allie Graham (Tanz), Shannon Bruns (Choreografie)

Termine und Karten

Biografien

Philip Mayers

Was hat den australischen Pianisten Philip Mayers dauerhaft nach Berlin gezogen? »Der brennende Wunsch, Teil einer etwas breiter aufgestellten kulturellen Welt zu sein«, sagt der gefragte Liedbegleiter, Kammermusikpartner, Solist, Spezialist für Neue Musik und Korrepetitor. Neben diesen vielfältigen Tätigkeiten ist Philip Mayers aber auch als Dirigent, Komponist sowie als Arrangeur und Interpret von Cabaret- und Unterhaltungsmusik erfolgreich. Der versierte Musiker, der am Queensland Conservatorium in Brisbane sowie in Berlin und New York studierte, tritt regelmäßig mit dem RIAS Kammerchor und dem Rundfunkchor Berlin auf. Mayers leitete außerdem die Berliner Kammeroper bei namenhaften Festivals und übernahm mehrmals die Leitung des Opernfestivals Schloss Rheinsberg.

Tabatha McFadyen

Tabatha McFadyen ist derzeit Regieassistentin an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Zunächst war sie jedoch als Opernsängerin tätig, nachdem sie ihr Gesangsstudium an der australischen Griffith University mit Auszeichnung abgeschlossen hatte. Nach einem Aufbaustudium in Regie am Mozarteum in Salzburg arbeitete sie 2019 als Regieassistentin beim Brisbane Shakespeare Festival, bevor sie im Rahmen des Young Artist Program eine Regieassistenz an der Opera Australia erhielt. Als Regisseurin hat Tabatha McFadyen unter anderem mit Claus Guth, Calixto Bieito und Caroline Staunton zusammengearbeitet. Neben dieser Arbeit ist sie weiterhin auch als Sängerin und Sprecherin tätig. Irgendwann, so sagt sie selbst, begann die Regiearbeit in ihrem Leben »mehr Raum einzunehmen als das Singen in der Oper. Mit Schönbergs Pierrot lunaire kehrte ich zum Singen zurück – mit einer ganz anderen Stimme und in einem ganz anderen Genre«.

Constantine Costi

Constantine Costi ist ein griechisch-zypriotisch-australischer Regisseur und Autor. Nach seinem Studium der Filmregie wechselte er schnell in die Welt der Oper. Im Jahr 2021 inszenierte Costi La Traviata im Hafen von Sydney für die Opera Australia auf einer der größten Freilichtbühnen der Welt. Im selben Jahr wurde er von The Australian Newspaper zu einem der »21 aufstrebenden Kreativen« gewählt. Costi schrieb das Libretto zu Simon Bruckards Oper Cassandra für die Victorian State Opera in Melbourne, führte Regie bei Monochromatic, einer Reihe von Klavierporträts für den Phoenix Central Park in Sydney, und inszenierte eine Onlineversion des Don Giovanni für die Shanghai Opera. Außerdem war er Teil des Regieteams der Komischen Oper Berlin bei der Neuinszenierung von Tschaikowskys Eugen Onegin in der Regie von Barrie Kosky.

Shannon Burns

Shannon Burns tanzte an der Queensland Dance School of Excellence, bevor sie ihr Ballettstudium in Sydney abschloss. Sie hat sich auf Choreografie und Bewegungsregie spezialisiert und fühlt sich zu kraftvollen, dynamischen und stilisierten Bewegungen hingezogen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht jedoch das Erzählen von Geschichten. Sie hat mit vielen der führenden australischen Choreografinnen und Choreografen zusammengearbeitet und ist auch in Bereichen wie Film und Fernsehen tätig.

Allie Graham

Die in Sydney lebende Allie Graham ist Tänzerin, Schauspielerin und Choreografin und in vielen Bereichen aktiv: von zeitgenössischem Tanz und Physical Theatre, bei dem das Erzählen von Geschichten durch körperliche Bewegung erfolgt, bis hin zu Oper und Film. An der Opera Australia trat sie als Solotänzerin in der Rolle des Milchmädchens in Aribert Reimanns Die Gespenstersonate in der Regie von Greg Eldridge auf. Dort wirkte sie auch in Verdis Aida, Il trovatore und Attila mit. In Kurt Weills Doppelproduktion Die sieben Todsünden und Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny in der Regie von Constantine Costi und der Choreografie von Shannon Burns spielte sie die Rolle der Anna II. Auf der Leinwand arbeitet sie unter anderem mit der renommierten Filmemacherin und Choreografin Sue Healey zusammen und war in dem Kurzfilm Circumstance zu sehen.

Der Musik-Befreier

Zum 150. Geburtstag von Arnold Schönberg