À sa guitare: Philippe Jaroussky und Thibaut Garcia

Philippe Jaroussky (Foto: Simon Fowler, Erato Warner Classics)

Zwei musikalische Seelenverwandte bestreiten dieses Konzert: Philippe Jaroussky, der dank seines strahlenden, nuancenreichen Countertenors zu den führenden Vertretern seines Stimmfachs gehört, und der Gitarrist Thibaut Garcia. Wer bei dieser Kombination ein reines Barockprogramm erwartet, wird von der Brandbreite des Repertoires überrascht sein. Denn die beiden Musiker präsentieren eine ungewöhnliche Werkauswahl, vom Renaissance-Lied über Mozarts nachdenklichen Abendempfindung und Schuberts dramatischen Erlkönig bis hin zum modernen Chanson und zu Francis Poulencs melancholischem Lied À sa guitare.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Philippe Jaroussky Countertenor

Thibaut Garcia Gitarre

À sa guitare

Werke von Francis Poulenc, Giuseppe Giordani, Giulio Caccini, John Dowland, Henry Purcell, Wolfgang Amadeus Mozart, Giovanni Paisiello, Gioacchino Rossini, Gerardo Rodríguez, Enrique Granados, Franz Schubert, Gabriel Fauré, Barbara u. a.

Termine und Karten

Biografien

Philippe Jaroussky

Philippe Jaroussky, »der Strahlengott unter den Countertenören« (Süddeutsche Zeitung), ist der heute wohl populärste Vertreter seines Fachs – der »beste der Gegenwart«, so der Spiegel. Der Weg zum Sänger war ihm allerdings nicht vorbestimmt: »Meine Eltern sind keine Musiker, und ich habe erst mit elf Jahren angefangen, Geige zu spielen. Für eine Karriere war es da natürlich viel zu spät. Aber ich wusste schon als Teenager, dass ich später etwas mit Musik in meinem Leben machen wollte.« Jaroussky, der 2010 sein Debüt in der Philharmonie Berlin gab, studierte zunächst Violine, Klavier und Komposition in Versailles und Boulogne, bevor er ins Sängerfach wechselte und außerdem Kurse in historischer Aufführungspraxis belegte. Heute tritt der Countertenor, der 2002 sein Originalklang-Ensemble Artaserse ins Leben rief, mit den profiliertesten Barockensembles auf und arbeitet weltweit mit Dirigentinnen und Dirigenten wie Emmanuelle Haïm, William Christie, René Jacobs, Christina Pluhar, Marc Minkowski, Jérémie Rhorer, Andrea Marcon, Fabio Biondi und Jean­Christophe Spinosi. Sein Repertoire reicht aber weiter, vom Barock mit Oper und geistlicher Musik über das französische Lied bis hin zum zeitgenössischen Musiktheater. Philippe Jaroussky wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet. 2017 rief er die Académie Musicale Philippe Jaroussky ins Leben, die junge, kulturell benachteiligte Menschen unterstützt.

Thibaut Garcia

Farbenreich und voller Fantasie: Thibaut Garcia hat mit rasanten Gitarrenläufen, lupenreiner Technik und vielseitigem Repertoire frühzeitig für Furore gesorgt: »Das Faszinierende an der Gitarre ist, dass du einfach alles spielen kannst – von der Lautenmusik bis zur Moderne.« Der 1994 in Toulouse geborene Musiker, der von 2017 bis 2019 durch das BBC-New-Generation-Artist-Programm gefördert wurde, hat sich als einer der renommiertesten klassischen Gitarristen seiner Generation etabliert. Vor allem die Vielseitigkeit seines Instruments fasziniert ihn: »Auf der Gitarre hat man so viele Möglichkeiten, verschiedene Farben zu erzeugen. Du kannst die Saite an den unterschiedlichsten Stellen anschlagen, und der Klang verändert sich total. Aber es lässt sich auch der Winkel verändern, mit dem man die Saite anschlägt, um zum Beispiel einen dünnen, spitzen Klang zu erzeugen oder um ihn rund und weich zu machen.« Seine Ausbildung begann Thibaut Garcia in Toulouse, bevor er ans Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse in Paris wechselte und parallel von Judicaël Perroy gefördert wurde. Anschließend gewann er einen Wettbewerb nach dem anderen – auch den Ersten Preis des Wettbewerbs der Guitar Foundation of America und den »Révélation instrumentale« der Victoires de la musique classique. Heute tritt der Gitarrist weltweit auf – auch mit seinem festen Duopartner Philippe Jaroussky.

Thibaut García (Foto: Warner Classics Erato, Marco Borggreve)