Das Bundesjugendorchester mit Mahlers Neunter Symphonie

Bundesjugendorchester (Foto: Selina Pfrüner)

Das Bundesjugendorchester ist für die Berliner Philharmoniker mehr als ein hochtalentiertes Nachwuchsorchester: Als Pate fühlen sie sich mit der jugendlichen Spitzenformation besonders verbunden. Das zeigen unter anderem jährliche Einladungen in die Philharmonie Berlin. In diesem Jahr gastiert das Bundesjugendorchester unter der Leitung von Alexander Shelley mit Mahlers Neunter, der letzten vollendeten Symphonie des Komponisten. Mit ihrer zerrissenen, disparaten Klangsprache gilt sie als klingendes Vermächtnis Mahlers – und gleichzeitig als Wegweiser in die musikalische Moderne.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Bundesjugendorchester

Alexander Shelley Dirigent

Gustav Mahler

Symphonie Nr. 9

Termine und Karten

Mo. 15. Jan 2024, 20:00 Uhr

Großer Saal

Biografien

Alexander Shelley

Mit seiner makellosen und klaren Schlagtechnik gastiert Alexander Shelley am Pult der renommiertesten Orchester. Shelley, der in Deutschland Violoncello und Dirigieren studiert hat, erlangte internationale Aufmerksamkeit, als er 2005 beim Dirigierwettbewerb in Leeds einstimmig den ersten Preis erhielt und als »der aufregendste und begabteste junge Dirigent« bezeichnet wurde, »der diese hoch angesehene Auszeichnung je erhalten hat«. Mit 29 Jahren übernahm Shelley für acht Jahre als jüngster Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters die Leitung der Nürnberger Symphoniker. 2015 wurde er zum Principal Associate Conductor des Londoner Royal Philharmonic Orchestra ernannt. Zudem trat er die Nachfolge von Pinchas Zukerman als Musikdirektor des kanadischen National Arts Centre Orchestra an, das er mit innovativer Programmgestaltung »fast über Nacht in eines der kühnsten Orchester Nordamerikas verwandelte« (Maclean’s Magazine). 2024/25 wird er die künstlerische Leitung von Artis-Naples in Florida übernehmen, wo er das Naples Philharmonic Orchester leiten und die gesamte multidisziplinäre Kunstorganisation verantworten wird. Als »natürlicher Kommunikator, sowohl auf als auch neben dem Podium« (Daily Telegraph) gibt Shelley vor und nach Konzerten Vorträge, produziert Podcasts zur Rolle der klassischen Musik in der Gesellschaft und verfügt zudem über einen reichen Erfahrungsschatz als Moderator.

Bundesjugendorchester

»Ich merke genau, dass diese Jugendlichen unbedingt ihr Bestes geben wollen, vielleicht sogar noch mehr«, so Kirill Petrenko über die Mitglieder des Bundesjugendorchesters (BJO). Wenn die zu ihren Instrumenten greifen, begeistern sie mit überbordender Energie und beachtlicher Professionalität Publikum, Kritik und Dirigent*innen gleichermaßen. Dabei haben die zwischen 14 und 19 Jahre jungen Musiker*innen des BJO ihr reguläres Musikstudium in der Regel noch vor sich – vorausgesetzt, dass sie sich hierfür entscheiden. Denn die Absicht, die Musik zum Beruf zu machen, gehört nicht zu den Voraussetzungen für die Aufnahme in das vom Deutschen Musikrat getragene Orchester. Hier geht es vielmehr um die Liebe zur Musik, den Wunsch, ein Teamplayer zu sein und um hohes technisches Können. 2013 haben die Berliner Philharmoniker eine Patenschaft für die außergewöhnliche Nachwuchsformation übernommen, weshalb sie die jungen Musiker*innen jährlich nach Berlin einladen. Viele ehemalige Mitglieder des Bundesjugendorchesters spielen heute in Profiorchestern oder sind bekannte Solist*innen geworden, etwa Sabine Meyer, Christian Tetzlaff oder Tabea Zimmermann. Tourneen führten das BJO, das unter anderem von Herbert von Karajan, Kurt Masur, Gustavo Dudamel, Sir Simon Rattle und Kirill Petrenko dirigiert wurde, durch ganz Europa sowie nach Nord- und Südamerika, Asien und Afrika.

Alexander Shelley (Foto: Artis Naples)