Silvesterkonzert

Ein Wagnerabend mit Kirill Petrenko und Jonas Kaufmann

(Foto: Gregor Hohenberh, Sony Classical)

Siegmund in Richard Wagners Walküre ist eine Paraderolle von Jonas Kaufmann, der den tragischen Helden gleichermaßen leidenschaftlich, strahlend und kämpferisch präsentiert. Kirill Petrenko, als Wagnerinterpret unter anderem bei den Bayreuther Festspielen gefeiert, dirigiert zum Jahreswechsel den ersten Akt der Oper. Dessen Dreiecksgeschichte konfrontiert uns mit emotionalen Extremsituationen: Es geht um Blutrache, Inzest und höchstes Liebesglück. Eröffnet wird das Programm mit Auszügen aus Tannhäuser, die die Feierlichkeit, den Enthusiasmus und die flirrende Erotik der Handlung komprimieren.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Vida Miknevičiūtė Sopran (Sieglinde)

Jonas Kaufmann Tenor (Siegmund)

Georg Zeppenfeld Bass (Hunding) (29. Dezember)

Tobias Kehrer Bass (Hunding) (30. und 31. Dezember, anstelle von Georg Zeppenfeld)

Richard Wagner

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg: Ouvertüre und Der Venusberg

Richard Wagner

Die Walküre: Akt I

Kirill Petrenko Dirigent, Vida Miknevičiūtė Sopran (Sieglinde), Jonas Kaufmann Tenor (Siegmund), Georg Zeppenfeld Bass (Hunding) (29. Dezember), Tobias Kehrer Bass (Hunding) (30. und 31. Dezember, anstelle von Georg Zeppenfeld)

Richard Wagner

Lohengrin. Einleitung zu Akt III

Termine und Karten

Fr. 29. Dez 2023, 20:00 Uhr

Großer Saal | Einführung: 19.15 Uhr

Sa. 30. Dez 2023, 19:00 Uhr

Großer Saal | Einführung: 18.15 Uhr

Biografien

Kirill Petrenko

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Geboren im sibirischen Omsk, erhielt er seine Ausbildung zunächst in seiner Heimatstadt und später in Österreich. Seine Dirigentenkarriere begründete er an der Oper mit Chefpositionen am Meininger Theater und an der Komischen Oper Berlin. Von 2013 bis 2020 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Zudem gastierte er an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt, von der Wiener Staatsoper über den Londoner Covent Garden und die Opéra national in Paris bis zur Metropolitan Opera in New York und den Bayreuther Festspielen. Auch die großen internationalen Symphonieorchester – in Wien, München, Dresden, Paris, Amsterdam, London, Rom, Chicago, Cleveland und Israel – hat er dirigiert. In der Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern haben sich seit seinem Debüt 2006 vielfältige programmatische Schwerpunkte herausgebildet. Dazu gehört die Arbeit am klassisch-romantischen Kernrepertoire des Orchesters, beispielhaft zu erleben beim Amtsantritt mit Beethovens Neunter Symphonie. Ein weiteres Anliegen Kirill Petrenkos sind zu Unrecht vergessene Komponisten wie Josef Suk oder Erich Wolfgang Korngold. Ebenfalls im Fokus stehen russische Werke, wobei vor allem Aufführungen von Tschaikowskys Opern MazeppaJolanthe und Pique Dame zuletzt für Aufmerksamkeit gesorgt haben.

Jonas Kaufmann

Jonas Kaufmann zählt zu den prominentesten Musikern der Klassikwelt und ist gleichermaßen an der Wiener Staatsoper, der New Yorker Metropolitan Opera und am Londoner Royal Opera House zu Hause. Dabei ist der vielseitige Sänger im italienischen und französischen Fach ebenso gefragt wie im deutschen: Er sang Lohengrin in Bayreuth und an der Mailänder Scala, war in Massenets Werther in Paris, Wien und New York zu erleben und trat an der Bayerischen Staatsoper unter der Leitung von Kirill Petrenko als Otello und Tristan auf. Bei den Berliner Philharmonikern war der gebürtige Münchner seit 2003 mehrfach zu Gast, unter anderem als Don José in Aufführungen von Bizets Carmen, dirigiert von Sir Simon Rattle, sowie beim Silvesterkonzert 2022 mit Kirill Petrenko. Neben seinen gefeierten Auftritten in Opern und Orchesterkonzerten ist Jonas Kaufmann auch ein herausragender Liedsänger. So wurde er von der New Yorker Met eingeladen, 2011 das erste Solo-Rezital seit Luciano Pavarotti zu geben. Seine Ausbildung erhielt der Tenor an der Münchner Musikhochschule, gefolgt von Meisterkursen bei Hans Hotter, James King und Josef Metternich. Einspielungen von Jonas Kaufmann, der 2022 zum »Österreichischen Kammersänger« ernannt wurde, erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Außerdem wurde er mehrfach von Fachzeitschriften wie Opernwelt, Diapason und Musical America zum »Sänger des Jahres« gewählt.

Vida Miknevičiūtė

Emotionaler Furor bei hochkultiviertem Klang: Vida Miknevičiūtė begeistert mit ihrem dramatischen Sopran an den großen Bühnen ein internationales Publikum. Die gebürtige Litauerin, die an der Akademie für Musik und Theater in Kaunas und in Leipzig Gesang studierte, absolvierte in den letzten Jahren zahlreiche umjubelte Debüts – unter anderem bei den Salzburger Festspielen, wo sie als Chrysothemis in Strauss’ Elektra auftrat. Wenig später gab die Preisträgerin zahlreicher Gesangswettbewerbe als Salome an der Wiener Staatsoper ihren Einstand. Mit derselben Partie war sie an der Metropolitan Opera New York, der Bayerischen Staatsoper, der Melbourne Opera und neuerlich bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Für Aufsehen sorgte die Sängerin außerdem, als sie in der Spielzeit 2022/23 als »gleißend helle Sieglinde« (rbb Kultur) ihr Rollendebüt in Dmitri Tcherniakovs Ring-Inszenierung an der Staatsoper Unter den Linden gab und minutenlang vom Publikum gefeiert wurde. Ihre Karriere begann Vida Miknevičiūtė am Studio der Oper Zürich, mit Gastspielen beim Festival d’Aix-en-Provence und beim Theater Basel. Nach zwei Jahren am Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper war die Sopranistin von 2011 bis 2020 Ensemblemitglied am Staatstheater Mainz und gastierte während dieser Zeit unter anderem an der Hamburgischen Staatsoper, der Staatsoper Stuttgart und der Lettischen Nationaloper in Riga.

Georg Zeppenfeld

Seit vielen Jahren ist Georg Zeppenfeld eine feste Größe bei den Bayreuther Festspielen, wobei ihn Engagements auch an die Opernhäuser von London, Chicago, New York, Wien und Mailand führen. Ursprünglich hatte der aus dem westfälischen Attendorn stammende Sänger geplant, Lehrer für Musik und Deutsch zu werden, und auch nach seiner Entscheidung für eine Gesangsausbildung blieb die Idee einer internationalen Karriere für ihn unvorstellbar: »Mein Gedanke war eher: Wenn ich Glück habe und alles gut läuft mit meiner Stimme, dann schaffe ich es in das Ensemble eines mittelgroßen Hauses.« Sein Studium absolvierte Georg Zeppenfeld an den Musikhochschulen in Detmold und Köln, unter anderem bei Hans Sotin. Nach ersten Engagements war der Bass von 2001 bis 2005 Ensemblemitglied an der Sächsischen Staatsoper Dresden, der er seither eng verbunden ist: So ist er Preisträger der Stiftung Semperoper und wurde 2015 zum Sächsischen Kammersänger ernannt. Seit seinem Bayreuth-Debüt war er unter anderem als Gurnemanz (Parsifal), König Marke (Tristan und Isolde), König Heinrich (Lohengrin), Hunding (Die Walküre) und Daland (Der fliegende Holländer) auf dem Grünen Hügel zu erleben. Neben allen großen Wagner-Partien seines Fachs gehören auch Rollen wie Sarastro (Die Zauberflöte), König Filippo (Don Carlo), Sparafucile (Rigoletto), Rocco (Fidelio) und viele andere zu seinem Repertoire.

Tobias Kehrer

Der in Dessau geborene Tobias Kehrer studierte an der Universität der Künste in Berlin. Seit der Saison 2012/13 ist er Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin. Dort interpretierte er Partien wie den Commendatore (Don Giovanni), Sarastro (Die Zauberflöte) und Sparafucile (Rigoletto). Daneben machte er sich einen Namen als Wagner-Interpret mit Rollen wie Fafner (Das Rheingold), Hunding (Die Walküre), Titurel (Parsifal) und Daland (Der fliegende Holländer).

Neben seinem Engagement in Berlin ist Tobias Kehrer auch international gefragt. Er sang an der Metropolitan Opera in New York, an der Lyric Opera in Chicago, an der Opéra national de Paris oder am Teatro alla Scala di Milano unter der Leitung etwa von Zubin Mehta, Daniel Harding und Daniele Gatti.

Auch bei Festspielen wie dem Glyndebourne Festival oder den Salzburger Festspielen ist er zu Gast. 2018 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen, wo er seither als Hunding, Titurel und Nachtwächter (Die Meistersinger von Nürnberg) auftrat.

Mit diesen Konzerten gibt Tobias Kehrer bei den Berliner Philharmonikern sein Debüt.

Kirill Petrenko (Foto: Stephan Rabold)

Hintergrund

Wagners Frauenfiguren

Saisonschwerpunkt

In dieser Spielzeit beschäftigen wir uns mit »Helden« und ob wir sie noch brauchen.