Robin Ticciati dirigiert Mahlers Vierte

Robin Ticciati (Foto: Giorgia Bertazzi)

So »natürlich-fließend, ohne Manierismen, mit betörend schönen Pianissimi« höre man Mahlers Vierte Symphonie nur selten, schrieb die Berliner Morgenpost über ein Konzert mit Robin Ticciati. Das für Mahlers Verhältnisse ungewöhnlich sonnige Werk steht auch auf dem Programm, wenn der Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin bei den Berliner Philharmonikern debütiert. Zuvor erklingen zwei tschechische Werke: Antonín Dvořáks spukhafte Mittagshexe und Sinuous Voices von Ondřej Adámek, das fantasievoll ein Gewirr menschlicher Stimmen mit einem Instrumentalensemble nachbildet.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Berliner Philharmoniker

Robin Ticciati Dirigent

Elsa Benoit Sopran

Antonín Dvořák

Die Mittagshexe op. 108

Ondřej Adámek

Sinuous Voices

Gustav Mahler

Symphonie Nr. 4 G-Dur

Elsa Benoit Sopran

Termine und Karten

Biografien

Robin Ticciati

Geiger, Pianist, Schlagzeuger, Dirigent: Robin Ticciati ist zugleich ein Multitalent und eine Frühbegabung. Bereits mit 15 Jahren spielte er Pauke im britischen National Youth Orchestra. Dort entdeckte Sir Simon Rattle das Dirigiertalent des jungen Musikers und wurde sein Mentor. Es folgten Dirigate beim City of Birmingham Symphony Orchestra, dann Einladungen zu den Salzburger Festspielen und an die Mailänder Scala, wo er als jüngster Dirigent überhaupt an diesem Opernhaus auftrat. Von 2009 bis 2018 war er Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra, von 2010 bis 2013 Erster Gastdirigent der Bamberger Symphoniker. 2017 übernahm Ticciati den Posten als Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, den er bis Sommer 2025 innehaben wird. Dem Briten mit italienischen Wurzeln werden immer wieder Experimentierfreudigkeit und ein vielfältiges Repertoire attestiert, von historisch informierter Spielweise auf Instrumenten mit Darmsaiten bis hin zu Improvisationen auf der Bühne. »Wahre Kreativität muss man wagen«, sagt Ticciati, denn letztlich gehe es darum, »die Musikerinnen und Musiker einzuladen, einer musikalischen Idee zu folgen, und zu inspirieren«, wobei jeder so spielen sollte, »als ob es in dem Moment das Wichtigste in seinem Leben wäre«. Seit Sommer 2014 ist Ticciati zudem Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera, wo er unter anderem in Neuproduktionen von Debussys Pelléas et Mélisande, Strauss’ Rosenkavalier und Dvořáks Rusalka für Aufsehen sorgte.

Elsa Benoit

Elsa Benoit glänzt mit »lupenreinen Spitzentönen« (Bayerischer Rundfunk) und sorgt mit ihren Koloraturen in »betörender Nonchalance« an den großen Häusern immer wieder für Begeisterung: »Jede Note bei ihr ist Ausdruck« (Süddeutsche Zeitung). Von 2016 bis 2021 gehörte die französische Sopranistin zum Ensemble der Bayerischen Staatsoper. Seit 2021 ist sie freiberuflich tätig – mit Auftritten in Paris, Toulouse, Rennes, Nantes und Glyndebourne, gefolgt von gefeierten Debüts in der Titelpartie von Barrie Koskys Produktion von Händels Semele in Lille und an der Komischen Oper Berlin, jeweils unter der Leitung von Emmanuelle Haïm. Elsa Benoit erhielt früh Gesangs- und Klavierunterricht und machte ihre ersten Schritte auf der Bühne als Mitglied des Opernchors von Rennes und Angers-Nantes, während sie Musikwissenschaft studierte: »Ich habe immer gesungen. Diese Leidenschaft war von Anfang an da.« Ihre Gesangsausbildung erhielt sie von 2011 bis 2013 an der Niederländischen Nationalen Opernakademie. Nach Wettbewerbserfolgen und zwei Jahren am Opernstudio der Bayerischen Staatsoper standen die Türen zu ihrer Gesangskarriere offen. Im Konzertfach ist Elsa Benoit ebenfalls erfolgreich, so auch bei den Berliner Philharmonikern. Hier debütierte sie im März dieses Jahres, erneut unter Leitung von Emmanuelle Haïm, in Händels Oratorium Il trionfo del Tempo e del Disinganno.

Porträt

Robin Ticciati gibt sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern

Mahlers Symphonien

Wie Mahler die Symphonie länger, komplexer, aber auch expressiver machte.

Sonderausstellung

Besuchen Sie vor dem Konzert eine Führung der Sonderausstellung