Ein Mozart-Abend mit Riccardo Minasi

Riccardo Minasi (Foto: Nancy Horowitz)

Einen der »aufregendsten Mozart-Beiträge unseres noch jungen Jahrtausends« nannte der Deutschlandfunk Riccardo Minasis Aufnahme später Symphonien des Komponisten. Und wirklich erlebt man diese Musik nur selten mit so viel Wucht und Drama wie bei diesem Dirigenten, der nun mit einem Mozart-Programm bei den Berliner Philharmonikern debütiert. Zu hören sind die festlich-elegante »Haffner-Symphonie« sowie die leidenschaftliche Symphonie Nr. 40. Hinzu kommt mit der Concertone für zwei Violinen eine wunderbare Rarität, deren Soloparts von zwei Stimmführern des Orchesters gespielt werden.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Berliner Philharmoniker

Riccardo Minasi Dirigent

Noah Bendix-Balgley Violine

Thomas Timm Violine

Wolfgang Amadeus Mozart

Così fan tutte KV 588: Ouvertüre

Wolfgang Amadeus Mozart

Symphonie Nr. 35 D-Dur KV 385 »Haffner«

Wolfgang Amadeus Mozart

Concertone C-Dur für zwei Violinen und Orchester KV 190

Noah Bendix-Balgley Violine, Thomas Timm Violine

Wolfgang Amadeus Mozart

Symphonie Nr. 40 g-Moll KV 550 (2. Fassung)

Termine und Karten

Biografien

Noah Bendix-Balgley

Noah Bendix-Balgley stammt aus Asheville, North Carolina, und erhielt seinen ersten Geigenunterricht mit vier Jahren. Bereits als Neunjähriger spielte er Yehudi Menuhin vor, später studierte er an der Indiana University sowie an der Münchner Musikhochschule bei Mauricio Fuks, Christoph Poppen und Ana Chumachenco. Einen Klang zu finden, der »nicht nur schön, sondern auch ausdrucksvoll ist und der die Zuhörer berührt«, ist sein erklärtes Ziel. Noah Bendix-Balgley war Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, unter anderem des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs in Brüssel. Von 2011 bis 2014 Konzertmeister des Pittsburgh Symphony Orchestra, kam er im September 2014 als Erster Konzertmeister zu den Berliner Philharmonikern. Aber auch als Solist hat er mit namhaften Orchestern zusammengearbeitet, etwa mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France oder dem Belgian National Orchestra. Bei den Berliner Philharmonikern hat er unter anderem den Solopart im Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch und in Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Camille Saint-Saëns interpretiert. Der leidenschaftliche Kammermusiker konzertiert mit Partnern wie Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Emanuel Ax, Lars Vogt und Colin Currie bei Festivals in Europa und Nordamerika. Mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra unter der Leitung von Manfred Honeck brachte er im Juni 2016 sein selbstkomponiertes Klezmer-Konzert »Fidl-Fantazye« zur Uraufführung.

Riccardo Minasi

Riccardo Minasi hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich: Er begann als Geiger und fokussierte sich auf die Alte Musik, trat solistisch sowie mit Ensembles wie Le Concert des Nations oder Il Giardino Armonico auf, entwickelte sich vom Konzertmeister zum Dirigenten und arbeitet heute mit Orchestern wie dem Concertgebouw-Orchester, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder dem Schwedischen Radio-Symphonieorchester zusammen. Dieser Laufbahn entsprechend reicht sein Repertoire vom Barock bis in die Gegenwart. Musizierlust, Präzision und eine ausgeprägte Freude am Kontrast prägen seinen Stil, der gleichermaßen von der historischen Aufführungspraxis und von Interpretationen auf modernem Instrumentarium inspiriert ist. Mit seiner Einspielung später Mozart-Symphonien lieferte er vor wenigen Jahren einen der »aufregendsten Mozart-Beiträge unserer Zeit«, so das Urteil des Deutschlandfunks. Der in Rom geborene Minasi ist nicht nur Chefdirigent des Mozarteumorchesters Salzburg, sondern auch Artist in Residence des Ensembles Resonanz an der Elbphilharmonie Hamburg, künstlerischer Leiter des Orchesters La Scintilla am Opernhaus Zürich und war zudem Mitbegründer des Barockensembles Il pomo d’oro, das er viele Jahre lang leitete. In diesen Konzerten debütiert Riccardo Minasi bei den Berliner Philharmonikern.

Thomas Timm

Beeindruckend sei es, »mit welcher mühelosen Leichtigkeit und ohne Pose« er »allerlei Violinen-Hexerei« meistere: Schon die ersten Töne »ließen aufhorchen und erkennen, wo die Stärke von Thomas Timm liegt: ein wunderschön singender, lyrischer Ton und eine feinfühlige, differenzierte Gestaltung« (Südwest Presse). Timm, ehemaliger Kommilitone von Vadim Repin und Maxim Vengerov in der Violinklasse des weltberühmten Zakhar Bron in Lübeck, begann in jungen Jahren eine Solokarriere, bevor er im Herbst 2000 Erster Stimmführer der Gruppe der Zweiten Violinen bei den Berliner Philharmonikern wurde. Mit 23 Jahren war er bereits Konzertmeister an der Dresdner Semperoper und gastierte als Solist des Leipziger Gewandhausorchesters und des MDR-Sinfonieorchesters in den großen Konzertsälen der Welt. Thomas Timm, mehrfacher Preisträger und Stipendiat renommierter Wettbewerbe und Stiftungen, ist als vielseitiger Kammermusiker mit Nelson Freire, James Tocco und Lars Vogt aufgetreten. Darüber hinaus war er Primarius des 2001 gegründeten Timm Quartetts sowie Mitglied verschiedener Kammerensembles der Berliner Philharmoniker wie der Philharmonischen Geigen, dem Philharmonischen Streichquintett und der Philharmonischen Stradivari-Solisten Berlin. Seit 2003 unterrichtet er an der Karajan-Akademie.

Noah Bendix-Balgley (Foto: Sebastian Hänel)

Thomas Timm (Foto: Sebastian Hänel)

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Sonderausstellung

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