Tugan Sokhiev mit Schostakowitsch und Liszt

Tugan Sokhiev (Foto: Marco Borggreve)

Dmitri Schostakowitsch war ein großer Bewunderer Gustav Mahlers. Davon zeugt seine Vierte Symphonie, die mit ihren Tanz- und Marschmotiven und mit ihrer musikalischen Zerrissenheit an die Klangsprache des Vorbilds erinnert. Gleichzeitig setzt sich Schostakowitsch hier auf erschütternde Weise mit den Schrecken der Stalin-Diktatur auseinander. Dirigent Tugan Sokhiev kombiniert die Vierte Symphonie mit dem Zweiten Klavierkonzert von Franz Liszt, einem Stück voller Virtuosität und Ausdruckstiefe. Als Solist gibt der französische Pianist Alexandre Kantorow sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Berliner Philharmoniker

Tugan Sokhiev Dirigent

Alexandre Kantorow Klavier

Franz Liszt

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 A-Dur

Alexandre Kantorow Klavier

Dmitri Schostakowitsch

Symphonie Nr. 4 c-Moll op. 43

Termine und Karten

Biografien

Tugan Sokhiev

»Die einzige Autorität, die für einen Dirigenten existiert, ist die Musik selbst«, meint Tugan Sokhiev. Der aus Nordossetien stammende Dirigent empfindet sich – wie er in einem Interview für die Digital Concert Hall erklärte – als ein Medium, durch das die Musik zum Orchester und zum Publikum spricht. Dabei faszinierte ihn als Jugendlicher am Dirigentenberuf vor allem die Tatsache, dass ein einziger Mensch Einfluss auf so viele Musiker haben kann. Diese Erkenntnis bewog ihn, selbst die Laufbahn eines Dirigenten einzuschlagen. So wurde er einer der letzten Schüler des legendären Lehrers Ilja Musin am St. Petersburger Konservatorium. Im Jahr 2000 gewann er den Dritten Internationalen Prokofjew-Wettbewerb und startete daraufhin seine Karriere, die ihn zu vielen internationalen Opern- und Konzerthäusern führte. Von 2012 bis 2016 leitete Tugan Sokhiev das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, von 2008 bis 2022 das Orchestre National du Capitole de Toulouse und von 2014 bis 2022 das Moskauer Bolschoi-Theater. Bei den Berliner Philharmonikern debütierte er 2010 und offenbarte seither in fast allen Gastspielen seine Liebe zum russischen und das französischen Repertoire. Dessen mal kraftvolle, mal delikate Farbe bringt er mit Leidenschaft und Präzision zum Leuchten. Sein Erfolgsrezept? »Es ist wichtig, die richtigen Stellen zu proben, damit sich das Orchester sicher fühlt, um im Konzert ganz frei zu spielen.« 

Alexandre Kantorow

Nicht ohne Grund feiert ihn die Kritik als »wiedergeborenen Liszt« (Fanfare Magazine): Als Alexandre Kantorow 2019 im Alter von nur 22 Jahren mit atemberaubender Technik, inniger Poesie und ausgeprägtem Stilbewusstsein den ersten Preis samt Goldmedaille beim Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau gewann, katapultierte er sich direkt in die erste Pianisten-Liga. Seitdem führen Engagements den aus einer Musikerfamilie stammenden Franzosen – seine Mutter ist Geigerin, der Vater Geiger und Dirigent – zu den weltweit führenden Orchestern, bei denen er mit gleichermaßen brillanten wie einfühlsamen Interpretationen des romantischen Klavierrepertoires begeistert. Kantorow, dem der Tagesspiegel eine imponierende »Lust an grenzenloser Virtuosität« bescheinigte, studierte bei Pierre-Alain Volondat, Igor Lazko, Frank Braley und Rena Schereshewskaya. Er gibt Soloabende in ganz Europa und ist auch als Kammermusiker aktiv, nicht zuletzt bei seinem eigenen Festival im südfranzösischen Nîmes, das er zusammen mit zwei Freunden gegründet hat. Immer wieder stand er auch mit seinem Vater Jean-Jacques auf der Bühne. Dabei entstanden neben einem Duo-Album mit französischen Violinsonaten vielbeachtete Einspielungen der Klavierkonzerte von Camille Saint-Saëns und Franz Liszt.

Alexandre Kantorow (Foto: Libre de droit Sasha Gusov)

Historisches

Dmitri Schostakowitsch und die Berliner Philharmoniker

Saisonschwerpunkt

In dieser Spielzeit beschäftigen wir uns mit »Helden« und ob wir sie noch brauchen.

Sonderausstellung

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