Das Belcea Quartet spielt Beethoven, Haydn und Schostakowitsch

Belcea Quartet (Foto: Marco Borggreve)

Kammermusik

Es wäre übertrieben, zu behaupten, Joseph Haydn habe das Streichquartett erfunden. Doch er begründete ein Ideal der Gattung. Sein C-Dur-Quartett op. 20 Nr. 2 steht am Wendepunkt seiner Bemühungen um ein klangliches und strukturelles Gleichgewicht, das für dieses Ideal prägend ist. Nicht lange nach Haydn schuf Ludwig van Beethoven mit dem ersten seiner drei »Rasumowsky-Quartette« einen Meilenstein auf dem Weg zu einer immer expressiver und dramatischer werdenden musikalischen Sprache. Diese bäumt sich in Dmitri Schostakowitschs Streichquartett Nr. 8 immer wieder auf und legt Zeugnis vom Leben seines Schöpfers mit all seinen Anfeindungen und Bedrohungen ab.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Belcea Quartet:

Corina Belcea Violine

Sébastien Surel Violine

Krzysztof Chorzelski Viola

Antoine Lederlin Violoncello

Joseph Haydn

Streichquartett C-Dur op. 20 Nr. 2 Hob. III:32

Dmitri Schostakowitsch

Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110

Ludwig van Beethoven

Streichquartett F-Dur op. 59 Nr. 1 »Razumowsky«

Termine und Karten

Biografien

Belcea Quartet

Das Belcea Quartet demonstriert in seinen Konzerten auf großen internationalen Podien, was zwischen eruptiven dynamischen Ausbrüchen und innigen Dialogen an Differenzierungskunst, Lebendigkeit und Präzision in der Kammermusik möglich ist. Die atemberaubende Homogenität beim Zusammenspiel der vier Wahlbriten ist legendär und sucht ihresgleichen. Inspiriert wird dieser freie und äußerst dynamische Interpretationsstil durch den vielfältigen kulturellen Hintergrund dieses am Londoner Royal College of Music gegründeten Ensembles. Mit der rumänischen Violinistin Corina Belcea und dem polnischen Bratschisten Krzysztof Chorzelski bringen nämlich gleich zwei Gründungsmitglieder vielseitige künstlerische Sichtweisen in das Ensemble ein. Gleichzeitig können die Musikerinnen und Musiker auf jene Traditionen des Streichquartettspiels zurückgreifen, die sie von ihren Mentoren erhalten haben: den Mitgliedern des Amadeus- und des Alban Berg Quartetts. Dieses breite Spektrum wird durch die französischen Musiker Axel Schacher (Violine), der im heutigen Konzert von Sébastien Surel vertreten wird, und Antoine Lederlin (Violoncello) erweitert, wobei sich sämtliche Einflüsse im grandios aufeinander abgestimmten Zusammenspiel bündeln. Künstlerische Aufgeschlossenheit spiegelt sich auch im Repertoire des Quartetts. Denn neben Musik aus Klassik und Romantik widmen sie sich ebenso Uraufführungen von Krzysztof Penderecki, Mark-Anthony Turnage oder Thomas Larcher wie sie sämtliche Streichquartette von Bartók, Beethoven, Brahms und Britten eingespielt haben.