Tugan Sokhiev (Foto: Marco Borggreve)

Tugan Sokhiev dirigiert Musik aus »Schwanensee«

Peter Tschaikowskys Schwanensee­-Musik lebt vom Kontrast zwischen strahlender Eleganz auf der einen Seite und den dunklen Tönen einer tragischen Märchenhandlung auf der anderen. Für sein Gastspiel hat Tugan Sokhiev aus der Partitur Stücke ausgewählt, die ihn besonders tief beeindrucken. Auch im Cellokonzert des französischen Hochromantikers Édouard Lalo treffen Dramatik und glanzvolle Schönheit aufeinander. Herrlich vor allem der Solopart, der mal innig singt, mal eine Geschichte zu erzählen scheint. Interpretiert wird er hier von Bruno Delepelaire, Erster Solocellist der Berliner Philharmoniker.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Berliner Philharmoniker

Tugan Sokhiev Dirigent

Bruno Delepelaire Violoncello

Antonín Dvořák

Karneval, Konzertouvertüre op. 92

Edouard Lalo

Konzert für Violoncello und Orchester d-Moll

Bruno Delepelaire Violoncello

Peter Tschaikowsky

Schwanensee-Suite (zusammengestellt von Tugan Sokhiev)

Termine und Karten

Biografien

Tugan Sokhiev

»Die einzige Autorität, die für einen Dirigenten existiert, ist die Musik selbst«, meint Tugan Sokhiev. Der aus Nordossetien stammende Dirigent empfindet sich – wie er in einem Interview für die Digital Concert Hall erklärte – als ein Medium, durch das die Musik zum Orchester und zum Publikum spricht. Dabei faszinierte ihn als Jugendlicher am Dirigentenberuf vor allem die Tatsache, dass ein einziger Mensch Einfluss auf so viele Musiker haben kann. Diese Erkenntnis bewog ihn, selbst die Laufbahn eines Dirigenten einzuschlagen. So wurde er einer der letzten Schüler des legendären Lehrers Ilja Musin am St. Petersburger Konservatorium. Im Jahr 2000 gewann er den Dritten Internationalen Prokofjew-Wettbewerb und startete daraufhin seine Karriere, die ihn zu vielen internationalen Opern- und Konzerthäusern führte. Von 2012 bis 2016 leitete Tugan Sokhiev das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, von 2008 bis 2022 das Orchestre National du Capitole de Toulouse und von 2014 bis 2022 das Moskauer Bolschoi-Theater. Bei den Berliner Philharmonikern debütierte er 2010 und offenbarte seither in fast allen Gastspielen seine Liebe zum russischen und das französischen Repertoire. Dessen mal kraftvolle, mal delikate Farbe bringt er mit Leidenschaft und Präzision zum Leuchtenw. Sein Erfolgsrezept? »Es ist wichtig, die richtigen Stellen zu proben, damit sich das Orchester sicher fühlt, um im Konzert ganz frei zu spielen.«

Bruno Delepelaire

Egal, ob Bruno Delepelaire »mit Klarheit und Feuer« (Der Tagesspiegel) das Cellorepertoire zum Leben erweckt oder in tiefster Verinnerlichung zu ungeahnten Ausdrucksbereichen vordringt: Der in Paris geborene Musiker, der in seiner Heimatstadt und in Berlin studierte, »spielt zum Weinen schön« (Berliner Morgenpost). Seit November 2013 ist er 1. Solocellist der Berliner Philharmoniker, in den Reihen des Orchesters spielte er aber schon davor: »Ich erinnere mich noch sehr gut an mein erstes Konzert mit den Berliner Philharmonikern. Damals war ich Stipendiat der Karajan-Akademie und wir spielten Beethovens Dritte Symphonie unter Bernard Haitink. Die Energie, die von dem Orchester ausging, war unglaublich. Ich fühlte mich sofort mitgerissen, es war ein Traum!« Bereits wenige Monate nach seiner Ernennung übernahm Bruno Delepelaire in den philharmonischen Konzerten das Solocello in Strauss’ Don Quixote unter der Leitung von Semyon Bychkov. Und auch danach war er mit den Berliner Philharmonikern wiederholt als Solist zu erleben – in so unterschiedlichen Werken wie Haydns Cellokonzert Nr. 2 und John Williams’ Elegy für Cello und Orchester. Bruno Delepelaire, der auch bei anderen Orchestern regelmäßig gastiert, gewann namhafte Preise, als Solist wie auch mit seinem Streichquartett Quatuor Cavatine. Als Kammermusiker ist er zudem im Berlin Piano Quartet und mit den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker zu erleben.

Tugan Sokhiev (Foto: Marco Borggreve)

Bruno Delepelaire (Foto: Sebastian Hänel)

Komponieren gegen die Finsternis

Peter Tschaikowsky und das Ballett