Kirill Petrenko (Foto: Monika Rittershaus)

Kirill Petrenko dirigiert Korngold, Mozart und Norman

»Losgelöst von der Zeit« ist der Held in Kurt Vonneguts Roman Slaughterhouse-Five (Schlachthof 5): eine Formulierung, die den amerikanischen Komponisten Andrew Norman zu seinem hitzig­-virtuosen Orchesterwerk Unstuck inspirierte. Von amerikanischer Färbung ist auch die monumentale Symphonie in Fis-­Dur, die Erich Wolfgang Korngold im Exil in den USA schrieb, wobei seine europäischen Wurzeln hier immer erkennbar bleiben. Dazwischen hören wir in diesem Konzert mit Chefdirigent Kirill Petrenko unseren Ersten Konzertmeister Noah Bendix­-Balgley mit Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert Nr. 1, einem Werk voller Brillanz und schlichter Innigkeit.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Noah Bendix-Balgley Violine

Andrew Norman

Unstuck

Wolfgang Amadeus Mozart

Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 B-Dur KV 207

Noah Bendix-Balgley Violine

Erich Wolfgang Korngold

Symphonie Fis-Dur op. 40

Termine und Karten

Biografien

Kirill Petrenko

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Geboren im sibirischen Omsk, erhielt er seine Ausbildung zunächst in seiner Heimatstadt und später in Österreich. Seine Dirigentenkarriere begründete er an der Oper mit Chefpositionen am Meininger Theater und an der Komischen Oper Berlin. Von 2013 bis 2020 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Zudem gastierte er an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt, von der Wiener Staatsoper über den Londoner Covent Garden und die Opéra national in Paris bis zur Metropolitan Opera in New York und den Bayreuther Festspielen. Auch die großen internationalen Symphonieorchester – in Wien, München, Dresden, Paris, Amsterdam, London, Rom, Chicago, Cleveland und Israel – hat er dirigiert. In der Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern haben sich seit seinem Debüt 2006 vielfältige programmatische Schwerpunkte herausgebildet. Dazu gehört die Arbeit am klassisch-romantischen Kernrepertoire des Orchesters, beispielhaft zu erleben beim Amtsantritt mit Beethovens Neunter Symphonie. Ein weiteres Anliegen Kirill Petrenkos sind zu Unrecht vergessene Komponisten wie Josef Suk oder Erich Wolfgang Korngold. Ebenfalls im Fokus stehen russische Werke, wobei vor allem Aufführungen von Tschaikowskys Opern MazeppaJolanthe und Pique Dame zuletzt für Aufmerksamkeit gesorgt haben.

Noah Bendix-Balgley

Noah Bendix-Balgley spielt eine der seltenen Violinen aus der Cremoneser Werkstatt von Carlo Bergonzi – ein Instrument, das ihm erlaubt seine »Gedanken und Emotionen mit anderen Musikern und dem Publikum zu teilen«. Damit ist ein Lebensziel von Noah Bendix-Balgley angesprochen: einen Klang zu erzeugen, der nicht nur schön, sondern auch ausdrucksstark ist, und der eine substanzielle Verbindung mit den Zuhörenden schafft. Der aus North Carolina stammende Geiger war von 2011 bis 2015 Erster Konzertmeister des Pittsburgh Symphony Orchestra, bevor er in gleicher Funktion zu den Berliner Philharmonikern wechselte. Neben dieser Tätigkeit tritt Noah Bendix-Balgley als Solist mit führenden Orchestern in aller Welt auf – natürlich auch in Konzerten der Berliner Philharmoniker. Als leidenschaftlicher Kammermusiker spielt er in mehreren festen Ensembles, etwa im Trio mit dem Pianisten Robert Levin und dem Cellisten Peter Wiley sowie im genreübergreifenden Septett Philharmonix mit Mitgliedern der Berliner und Wiener Philharmoniker. Als begeisterter Interpret traditioneller Klezmer-Musik ist Noah Bendix-Balgley mit weltberühmten Klezmer-Ensembles wie Brave Old World aufgetreten, er hat bei Workshops in ganz Europa und den Vereinigten Staaten unterrichtet und komponierte das Klezmer-Violinkonzert Fidl-Fantazye, das im April 2023 auch in der Philharmonie Berlin zu hören sein wird.

Kirill Petrenko (Foto: Monika Rittershaus)

Noah Bendix-Balgley (Foto: Sebastian Hänel)

Geschichte

Die Berliner Philharmoniker und Erich Wolfgang Korngold