Tomas Adès (Foto: Marco Borggreve)

Musikfest Berlin

Thomas Adès debütiert bei den Berliner Philharmonikern

Thomas Adès ist der bekannteste englische Komponist seit Benjamin Britten, seine klangsinnlichen, zwischen Ironie und Melancholie changierenden Werke gehören seit Jahren zum Repertoire der Berliner Philharmoniker. Nun arbeitet er erstmals als Dirigent mit dem Orchester zusammen und präsentiert Musik, die ihm besonders am Herzen liegt. Neben zwei eigenen Kompositionen – seinem sehnsuchtsvollen Violinkonzert (Solist: Pekka Kuusisto) und der mit verschiedenen Musikstilen spielenden Exterminating Angel Symphony – dirigiert Thomas Adès je ein Werk seines großen Vorbilds Hector Berlioz und seines Komponistenfreundes Gerald Barry.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Berliner Philharmoniker

Thomas Adès Dirigent

Pekka Kuusisto Violine

Hector Berlioz

Les Francs-juges: Ouvertüre

Thomas Adès

Konzert für Violine und Orchester op. 23 »Concentric Paths«

Pekka Kuusisto Violine

Gerald Barry

Chevaux-de-frise

Thomas Adès

The Exterminating Angel Symphony

In Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Termine und Karten

Biografien

Thomas Adès

Thomas Adès ist einer der erfolgreichsten und meist gespielten Komponisten der Gegenwart. Allerdings muss er, wie er sagt, »das Haus verlassen« können, weswegen er »auch als Interpret unterwegs« ist. Dabei ist Adès nicht nur ein begnadeter Klaviervirtuose mit Soloabenden in der New Yorker Carnegie Hall und der Wigmore Hall in London. Er arbeitet auch als Dirigent regelmäßig mit den weltweit führenden Orchestern, Opernkompanien und Festivals zusammen. Nicht zufällig ist der gebürtige Londoner, der sein Studium an der Londoner Guildhall School of Music und am King’s College in Cambridge mit Bestnoten absolvierte, seit vielen Jahren künstlerischer Partner des Boston Symphony Orchestra, wobei er in den USA auch regelmäßiger Gast der Orchester von New York, Los Angeles und San Francisco ist. 1998 wurde Adès auf den Benjamin-Britten-Lehrstuhl für Komposition an der Londoner Royal Academy of Music berufen, von 1999 bis 2008 war er Künstlerischer Leiter des von Benjamin Britten gegründeten Aldeburgh Festival. Der gefeierte Bühnenkomponist, der bereits mit seiner ersten Oper Powder Her Face einen Welthit landete, ist als Dirigent auch an Opernhäusern wie der Metropolitan Opera New York, dem Royal Opera House und der Wiener Staatsoper erfolgreich. Für sein Orchesterwerk Asyla, das Sir Simon Rattle 2002 bei seinem Antrittskonzert als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker aufs Programm gesetzt hat, wurde ihm der mit 200.000 Dollar dotierte Grawemeyer-Preis verliehen.

Pekka Kuusisto

Laut der britischen Zeitung The Telegraph hat Pekka Kuusisto »den persönlichsten Klang aller klassischer Geiger der Gegenwart« – und ist gleichzeitig musikalischer Grenzgänger, der mühelos zwischen Folk-, Jazz- und Elektro-Bereiche hin- und herwechselt: »Je mehr ich mich mit ganz unterschiedlichen Genres beschäftige, desto tiefer kann ich wiederum in die klassische Musik eintauchen.« Außerdem schätzt der charismatische Finne die Kunst der Improvisation, bei der es viele Aspekte gebe, »die äußerst nützlich für uns als klassisch ausgebildete Musiker sind. Bei Bach spürst du in jeder Note, dass er ein begnadeter Improvisator war.« Grundsätzlich, sagt Kuusisto, bestehe seine Arbeit darin, »Geschichten zu erzählen. Storytelling ist die Essenz meines Tuns. Manchmal erzähle ich meine eigenen Geschichten, manchmal die von anderen. Ich bin wie ein Schauspieler ohne Worte, aber mit einem Instrument.« Der Geiger, Dirigent und Komponist, der an der Sibelius-Akademie und an der Indiana University School of Music in Bloomington studierte, ist heute Künstlerischer Leiter des Norwegischen Kammerorchesters und ab der Saison 2023/24 Hauptgastdirigent und künstlerischer Co-Direktor des Philharmonischen Orchesters Helsinki. Als begeisterter Fürsprecher der Gegenwartsmusik arbeitet er mit Komponisten wie Bryce Dessner, Daníel Bjarnason und Thomas Adès zusammen, dessen Violinkonzert Concentric Paths Kuusisto als berührende und tief emotionale Musik beschrieben hat.

Tomas Adès (Foto: Marco Borggreve)

Pekka Kuusisto (Foto: Kaapo Kamu)