Karajan-Akademie (Foto: Peter Adamik)

Karajan-Akademie

Nodoka Okisawa und die Karajan-Akademie

Sie ist eine junge Dirigentin am Beginn einer internationalen Karriere: Nodoka Okisawa, Assistentin von Kirill Petrenko und Stipendiatin der Karajan-Akademie. In diesem Konzert präsentiert sie mit Francis Poulencs Sinfonietta und Richard Straussʼ Suite Der Bürger als Edelmann zwei Werke voller Charme, Witz und Humor. Ruofan Min, ebenfalls Stipendiat der Karajan-Akademie, beschwört als Solist von Dai Fujikuras Flötenkonzert meditative, fernöstliche Klangwelten. Die Flöte erinnert an einen jungen Vogel, der trillernd, hüpfend, und flatternd seiner Welt begegnet.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Nodoka Okisawa Dirigentin

Ruofan Min Flöte

Francis Poulenc

Sinfonietta

Dai Fujikura

Flötenkonzert (Orchesterfassung von 2015, revidiert 2016)

Ruofan Min Flöte

Richard Strauss

Der Bürger als Edelmann, Orchestersuite op. 60

Nachholtermin vom 13. Februar

Termine und Karten

Biografien

Nodoka Okisawa

Nodoka Okisawa spielte Klavier, Violoncello und Oboe, bevor sie sich an der Tokyo University of the Arts sowie an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin zur Dirigentin ausbilden ließ. Die 1987 im japanischen Aomori geborene Wahl-Berlinerin besuchte Meisterkurse bei Kurt Masur sowie bei Neeme und Paavo Järvi. 2018 gewann sie die Tokyo International Music Competition for Conducting, einen der wichtigsten internationalen Dirigierwettbewerbe, bevor sie im folgenden Jahr beim renommierten Concours international de jeunes chefs d’orchestre in Besançon mit dem »Grand Prix« sowie dem Orchester- und dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Ein folgenreiches Ereignis, da Okisawa anschließend »die wunderbare Möglichkeit« erhielt, »als Stipendiatin der Karajan-Akademie und als Assistentin von Kirill Petrenko mit großartigen Musikerinnen und Musikern zusammenzuarbeiten«. Was sie bislang von ihm lernen konnte? »Etwas sehr Wichtiges: Ich habe gelernt, dass Aufrichtigkeit und Offenheit bei Menschen viel mehr bewegt als ein autokratischer Führungsstil.« Nodoka Okisawa dirigierte bereits mehrere renommierte japanische Orchester, darunter das NHK Symphony Orchestra, Tokyo Symphony Orchestra und das Japan Philharmonic Orchestra. Im November 2021 stand sie erstmals am Pult der Münchner Symphoniker und des Orquesta de València. Im März 2022 leitete sie das Solidaritätskonzert für die Ukraine mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue.

Ruofan Min

Die Karajan-Akademie bietet in 50-jähriger Erfolgsgeschichte herausragenden jungen Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit, sich in einer Gemeinschaft von Spitzenkräften wie den Berliner Philharmonikern zu vervollkommnen. Auch der 1994 in China geborene Flötist Ruofan Min ist seit 2020 Akademist: »Ich werde diese Zeit bestimmt als einen Höhepunkt in meinem Leben in Erinnerung behalten. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich mit so talentierten Akademisten und den wunderbaren Musikerinnen und Musikern der Berliner Philharmoniker zusammenspielen und lernen darf.« Min, der am Shanghai Conservatory of Music sowie in Hamburg und Basel studierte, hat der Flötenklang schon immer fasziniert: »Als ich ein Kind war, hörte ich täglich, wie mein Vater Flöte spielte.« Ruofan Min ist mit klassischer Musik aufgewachsen, »vor allem mit den Werken von Ravel, Mozart und Johann Sebastian Bach. Man kann Werke verschiedener Epochen auf der Flöte in unterschiedlichen Klangfarben spielen. Ich liebe es, mit Klangfarben zu experimentieren«, so der junge Musiker. Im Januar 2024 wird er seine Stelle als Soloflötist im Shenzhen Symphony Orchestra antreten: »Es gibt dort so viele wunderbare Kolleginnen und Kollegen, die meistens in Europa studiert haben, weshalb das Niveau sehr hoch ist. Mir ist aufgefallen, dass viel mehr junge Leute in China klassische Musik mögen als früher, und darüber freue ich mich natürlich sehr.«

Karajan-Akademie

Die Karajan-Akademie ist die Talentschmiede der Berliner Philharmoniker. Gegründet wurde sie 1972 vom damaligen Chefdirigenten Herbert von Karajan, um die nächste Generation von herausragenden Musikerinnen und Musikern auszubilden,  indem sie von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker Einzelund Kammermusikunterricht erhalten. Zudem wirken sie bei Proben und Konzerten des Orchesters mit und haben so die Möglichkeit, von den Spitzenmusikerinnen und -musikern zu lernen und Konzertroutine zu erlangen. Darüber hinaus veranstaltet die Karajan-Akademie eine eigene Konzertreihe, in der die Geförderten unter Leitung namhafter Dirigentinnen und Dirigenten wie Reinhard Goebel, Susanna Mälkki, Marc Minkowski, Enno Poppe oder Matthias Pintscher Musik vom Barock bis zur Avantgarde aufführen. Der gemeinsame Auftritt mit der/dem jeweiligen Artist in Residence des Orchesters sowie die monatlichen Carte blanche-Konzerte, in denen sich die  Stipendiatinnen und Stipendiaten solistisch oder im Ensemble präsentieren, gehören ebenfalls zum Ausbildungsprogramm der Akademie. Ziel der Nachwuchsförderung ist es, junge Orchestermusikerinnen und -musiker auszubilden, die entweder bei den Berliner  Philharmonikern oder bei anderen Weltklasseorchestern eine Anstellung finden. Rund ein Drittel der heutigen Berliner Philharmoniker sind aus der Karajan-Akademie hervorgegangen.

Karajan-Akademie (Foto: Peter Adamik)

Hinweise zu Ihrem Besuch

Mehr lesen