Freiburger Barockorchester (Foto: Britt Schilling)

Kammermusik

Barock-Festival

Konzerte und Kantaten des Barock

Als sich das Freiburger Barockorchester 1987 aus einer studentischen Initiative der Freiburger Musikhochschule gründete, war es noch ein Vorreiter in Sachen Alter Musik. Heute gilt es als eines der besten Ensembles der historischen Aufführungspraxis. In diesem Konzert widmet es sich der Gattung, die wie keine andere für die Zeit des Barock steht: dem Solokonzert. Mit Werken von Albinoni, Marcello und Vivaldi machen die »Freiburger« deutlich, wie sehr die Musik Italiens den Stil des Deutschen Johann Sebastian Bachs beeinflusst hat.

Freiburger Barockorchester

Gottfried von der Goltz Violine und Leitung

Jean Rondeau Cembalo

Behind Bach

Johann Sebastian Bach

»Falsche Welt, dir trau ich nicht«, Kantate BWV 52: Sinfonia

Gottfried von der Goltz Violine und Leitung

Johann Sebastian Bach

Konzert für Cembalo und Streicher Nr. 1 d-Moll BWV 1052

Gottfried von der Goltz Violine und Leitung, Jean Rondeau Cembalo

Tomaso Albinoni

Triosonate B-Dur op. 1 Nr. 12

Jean Rondeau Cembalo

Alessandro Marcello

Konzert für Oboe, Streicher und Basso continuo d-Moll

Jean Rondeau Cembalo

Johann Sebastian Bach

»Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte«, Kantate BWV 174: Sinfonia

Gottfried von der Goltz Violine und Leitung

Antonio Vivaldi

Concerto d-Moll für zwei Violinen, Violoncello, Streicher und Basso continuo RV 565

Jean Rondeau Cembalo

Johann Sebastian Bach

Konzert für Flöte, Violine, Cembalo, Streicher und Basso continuo a-Moll BWV 1044

Jean Rondeau Cembalo

Termine und Karten

So, 27. Feb 2022, 20.00 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

Johann Sebastian Bach war gelernter Organist. Sein kompositorisches Denken schulte er an Choralbearbeitungen und den Improvisationsgattungen der Toccata und Fuge. Das barocke Konzert gehörte einer anderen Kultur an – und wurde dennoch zu einem Schlüsselerlebnis für den jungen Bach, als er um 1709/10 begann, Konzerte von Albinoni, Vivaldi und Marcello abzuschreiben. Aus den italienischen Partituren lernte er dreierlei: Erstens die Gliederung des Klangs durch Tutti- und Solopassagen, zweitens das Anlegen eines Verlaufs, der durch verschiedene Tonarten führt, drittens den Umgang mit Themen, die sich in Motive zerlegen lassen.

Bach bearbeitete mit der Zeit auch Stücke seiner Kollegen für Tasteninstrumente, zum Beispiel Vivaldis Konzert für zwei Violinen in d-Moll, das im heutigen Konzert in seiner Originalfassung erklingt. Die bei Vivaldi seltene Fuge hat Bach als Kontrapunktiker wohl ebenso interessiert wie der klangräumliche Reiz der sich überlappenden Violinen zu Beginn. An Alessandro Marcellos Oboenkonzert d-Moll konnte er dagegen beobachten, wie sich Solo und Tutti zueinander verhalten können: Im Kopfsatz steht die Oboe dem Unisono der Streicher gegenüber, das Finale gestalten sie gemeinsam mit identischem Material.

Bachs eigene Konzerte reichen vom hochvirtuosen Solokonzert für Cembalo in d-Moll BWV 1052 mit ausführlichen Kadenzen bis zu komplexen Gruppen-Konzerten wie dem Ersten und Dritten Brandenburgischen Konzert, deren erste Sätze Bach als Kantaten-Sinfonien zweitverwertet hat (Sinfonia zu »Falsche Welt« BWV 52 und Sinfonia zu »Ich liebe den Höchsten« BWV 174). Das Tripelkonzert in a-Moll fußt auf einem Klavierwerk, das Bach in seiner ersten Konzertbegeisterung in Weimar komponiert und 20 Jahre später umgearbeitet hat. Das neu komponierte Tutti-Ritornell zeigt mit seinen Triolen bereits galante Züge, während sich die Fantasie in den spielerischen Solopassagen weit vom thematischen Material des Anfangs entfernt.


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Biografie

Von hauchendem Pianissimo bis zu halsbrecherischem Furor: Die Mitglieder des Freiburger Barockorchesters wollten zunächst die Welt der Alten Musik neu beleben, was ihnen fulminant gelang. Inzwischen widmen sie sich auch Werken der Wiener Klassik und der Romantik – ebenfalls mit beeindruckendem Erfolg. Gegründet wurde das Freiburger Barockorchester 1985 von Studenten der Musikhochschule Freiburg, die überwiegend die Geigenklasse von Rainer Kussmaul besuchten, dem späteren Konzertmeister der Berliner Philharmoniker in der Ära Abbado. Nach knapp zweijähriger Forschungs- und Probenarbeit gab die junge Formation am 8. November 1987 ihr erstes öffentliches Konzert und avancierte in bemerkenswerter Geschwindigkeit zu einem der international gefragtesten Orchester der Originalklang-Szene. Das Freiburger Barockorchester arbeitet projektweise mit namhaften Dirigenten wie René Jacobs, Pablo Heras-Casado, Teodor Currentzis und Sir Simon Rattle zusammen. Musikalischer Leiter ist neben dem renommierten Hammerklavierspezialisten Kristian Bezuidenhout der Barockgeiger Gottfried von der Goltz, der das Ensemble meist vom Pult des Konzertmeisters aus führt: »Bei der Interpretation von Barockwerken«, sagt er, »muss der Musiker abseits der Texttreue zwischen den Zeilen des Notentextes lesen, um Gehalt und Wesen der Musik zu erkennen. Dies ist eine sehr inspirierende Arbeit.«

Freiburger Barockorchester (Foto: Britt Schilling)

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