Nicolas Altstaedt (Foto: Marco Borggreve)

Dima Slobodeniouk, Nicolas Altstaedt und die Junge Deutsche Philharmonie

Jung, hochtalentiert, visionär – die Mitglieder der Junge Deutsche Philharmonie besitzen all das, was wir uns von zukünftigen Orchesterprofis wünschen. Was die Junge Deutsche Philharmonie, in der die besten Studierenden deutschsprachiger Musikhochschulen spielen, zudem auszeichnet, ist ihre ungewöhnliche Programmgestaltung: Mit Werken von Richard Wagner, Arnold Schönberg und Esa-Pekka Salonen präsentieren sie bei ihrem Gastspiel in der Philharmonie Berlin unter der Leitung von Dima Slobodeniouk klangsinnliche Musik der Romantik, Moderne und Avantgarde. Solist des Abends ist Starcellist Nicolas Altstaedt.

Junge Deutsche Philharmonie

Dima Slobodeniouk Dirigent

Nicolas Altstaedt Violoncello

Richard Wagner

Lohengrin: Vorspiel zum 1. Akt

Esa-Pekka Salonen

Konzert für Violoncello und Orchester

Nicolas Altstaedt Violoncello

Arnold Schönberg

Pelleas und Melisande, Symphonische Dichtung op. 5

Termine und Karten

Mi. 23. Mär 2022, 20:00 Uhr

Großer Saal

Programm

Biografie

Sie nennen sich das »Zukunftsorchester« und wollen voller Tatendrang die Musikwelt von morgen gestalten – hochqualifiziert, Traditionen hinterfragend und demokratisch organisiert. Die Junge Deutsche Philharmonie vereint die besten Studierenden deutschsprachiger Musikhochschulen und tourt regelmäßig durch die großen Konzertsäle Europas. Mit seinem Fokus auf der zeitgenössischen Musik lädt das Ensemble zu visionären Entdeckungsreisen ein, wobei das große symphonische Repertoire und die historisch informierte Aufführungspraxis ebenfalls in den Programmen vertreten sind. Besondere Partnerschaften verbindet die Junge Deutsche Philharmonie mit den Berliner Philharmonikern und den Bamberger Symphonikern. Ihre Leidenschaft fürs Musizieren geben die zwischen 18 und 28 Jahre alten Orchestermitglieder in Education-Projekten weiter, beispielsweise im Rahmen langfristiger Kooperationen mit Schulen im Rhein-Main-Gebiet. Die Junge Deutsche Philharmonie ist für viele Profi-Orchester ein wichtiges Gütesiegel. Kein Wunder, dass viele »Ehemalige« in den Reihen führender Klangkörper zu finden sind oder an Hochschulen unterrichten. Auch zahlreiche renommierte Ensembles sind aus der Jungen Deutschen Philharmonie hervorgegangen: die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, das Ensemble Modern, das Ensemble Resonanz und das Freiburger Barockorchester.

Dima Slobodeniouk studierte in Moskau Geige, bevor er an der Sibelius-Akademie in Helsinki ein Dirigierstudium aufnahm, unter anderem bei Leif Segerstam und Jorma Panula. »Das Dirigieren«, sagt er, »hat sich so ergeben. Eine Zeitlang habe ich beides gemacht, denn ich habe ja beide Studiengänge abgeschlossen. Aber dann wurde mir bald klar, was für mich das Richtige ist.« Sein Erfolg gibt ihm recht, schließlich gelingt es dem gebürtigen Russen, der die meiste Zeit seines Lebens in Finnland verbracht hat, immer wieder mit »Kraft, Intelligenz und Raffinement« (BBC Music Magazine) Musik zu spannungsvollen Erzählungen zu verdichten. Dima Slobodeniouk ist seit 2013 Chefdirigent des Orquesta Sinfónica de Galicia im spanischen La Coruña und seit der Saison 2016/17 sowohl Chef der finnischen Sinfonia Lahti als auch künstlerischer Leiter des ebenfalls in Lahti stattfindenden Sibelius-Festivals. Er ist regelmäßiger Gast international renommierter Orchester, arbeitet mit Musikerinnen und Musikern wie Isabelle Faust, Leif Ove Andsnes, Yuja Wang oder Frank Peter Zimmermann zusammen und gab Anfang 2018 sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern: »Es gibt herrliche Säle, aber die Philharmonie hat eine einzigartige Klarheit und Klangfülle.« Mehrfach hat er Werke zeitgenössischer finnischer Komponisten (ur-)aufgeführt und eingespielt, etwa von Einojuhani Rautavaara, Kalevi Aho, Sebastian Fagerlund und Perttu Haapanen.


»Musik«, sagt er, »ist für mich die subtilste Form von Kommunikation«. Nicolas Altstaedt, der für die »Reinheit und Wärme seines Tons« ebenso geschätzt wird wie für seine »makellose Gestaltung jeder rhythmischen Nuance« (The Australian), gehört zu den gefragtesten Cellisten und vielseitigsten Künstlern seiner Generation. Er wurde als Sohn deutsch-französischer Eltern in Heidelberg geboren und gehörte zu den letzten Schülern von Boris Pergamenschikow. Als Cellist, Dirigent und Festival-Leiter befasst er sich mit einem Repertoire von der Alten Musik bis zur Gegenwart, wobei erst kürzlich Sebastian Fagerlund, Helena Winkelman und Fazıl Say Cellokonzerte für ihn komponiert haben. Altstaedt konzertiert weltweit als Gast führender Orchester und widmet sich mit Originalklangensembles wie Il Giardino Armonico der historisch informierten Aufführungspraxis, unter anderem unter der Leitung von Giovanni Antonini, Andrea Marcon oder Jonathan Cohen. Als Dirigent gastierte er bei zahlreichen Orchestern wie dem SWR Symphonieorchester, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestra della Svizzera italiana und vor allem beim Scottish Chamber Orchestra. Nicolas Altstaedt ist in der Nachfolge Gidon Kremers künstlerischer Leiter des Kammermusikfestivals Lockenhaus und der Österreichisch-Ungarischen Haydn Philharmonie, mit der er regelmäßig im Wiener Konzerthaus, bei den Festspielen auf Schloss Esterházy sowie im Rahmen internationaler Tourneen zu erleben ist.


Nicolas Altstaedt (Foto: Marco Borggreve)

Junge Deutsche Philharmonie (Foto: Achim Reissner)

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