Accademia del Piacere (Foto: Javier Diaz de Luna)

Kammermusik

Barock-Festival

Spanische Musik mit der Accademia del Piacere

Rediscovering Spain nennt die Accademia del Piacere ihr Programm, das virtuos und mitreißend die Klangwelt des barocken Spaniens lebendig werden lässt. Fantasías, Diferencias und Glosas – das waren damals Hits, die die Menschen berührten und begeisterten. Typisch für die Accademia del Piacere und seinen Leiter, den Gambisten Fahmi Alqhai, ist eine frische, unkonventionelle Haltung, ein neuer Blick auf diese Alte Musik. Und mit gutem Grund gilt die Accademia del Piacere als eines der besten Barockensembles Spaniens.

Accademia del Piacere

Fahmi Alqhai Viola da Gamba und Leitung

Rediscovering Spain

Werke von Antonio de Cabezón, Heinrich Issac, Jacobus Arcadelt, Fahmi Alqhai, Santiago de Murcia, Hernando de Cabezón, Gaspar Sanz u. a.

Termine und Karten

Programm

Der in Spanien geborene, syrisch-palästinensische Gambist Fahmi Alqhai hat die alten Schriften der Renaissance- und Barockzeit genau studiert und nimmt die darin enthaltenen Aufforderungen zur Improvisation sehr ernst. Er setzt sie in einer ebenso individuellen wie historisch informierten Verzierungspraxis um: Manche Intonationsschattierungen erinnern dabei an seine Nähe zu einer Kultur, die kleinere Intervalle kennt als Halbtöne.

Dass Tänze wie La Spagna von Heinrich Isaac oder der Fandango von Santiago de Murcia der Improvisation offen stehen, wundert nicht – ihre einfachen harmonischen Gerüste waren als Ausgangsbasis für Interpretationen gedacht. Alqhai setzt in seinem Programm auch die Tradition der im 16. und 17. Jahrhundert in der spanischen Instrumentalmusik verbreiteten Glosas fort. Wie in diesen musikalischen »Glossen« präsentiert er eigene Interpretationen von bereits existierenden Werken – entweder durch Verzierungen und Ornamente oder mit Hilfe von Variationstechniken. Auf diese Weise bearbeitet er zum Beispiel Josquin des Préz’ Chanson Mille regretz, der im 16. Jahrhundert ein Hit gewesen ist. Diese Praxis ist gut in diversen Schriften der Zeit belegt, so im Tratado de Glosas des Spaniers Diego Ortiz, der darin unter anderem demonstriert, wie er Jacob Arcadelts Madrigal O felichi occhi mei glossiert. So wird am heutigen Abend Fahmi Alqhais Glosa der Diego Ortiz’schen Glosa von Jacob Arcadelts Madrigal zu hören sein.

Mit einer abwechslungsreichen Folge von Tänzen und weiteren Bearbeitungen von Gesangsstücken schaffen Fahmi Alqhai und seine Accademia del Piacere eine Aufführungssituation, die der des 16. und 17. Jahrhunderts ähnelt. In ihren Arrangements und wechselnden Besetzungen nehmen sie die notierte Musik zur Grundlage und entwickeln eigene, spontane, improvisierte Varianten des Notentexts.


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Biografie

Mit innovativen Konzepten, großer Spontaneität und technischer Perfektion zählt die Accademia del Piacere zu den führenden Originalklang-Ensembles Europas. Denn egal, ob sich die Musikerinnen und Musiker dem Repertoire des italienischen und spanischen 17. Jahrhunderts oder der Kammermusik aus der Zeit Ludwigs XIV. widmen – immer begeistern sie mit einer lebendigen und emotionsgeladenen Lesart, die zu vielen Auszeichnungen führte. 2011 überraschte die Formation die Musikwelt zudem mit ihrem aufsehenerregenden Projekt zur Verbindung von Barock und Flamenco. Gegründet wurde die Accademia del Piacere 2002 von Fahmi Alqhai, einem der brillantesten Spieler der Viola da Gamba seiner Generation: »Am Anfang habe ich jeden Tag viele Stunden damit verbracht, ein Virtuose zu werden. Jetzt beginne ich damit, mich wirklich auf den Ausdruck zu konzentrieren, auf die pure Emotionalität der Musik«, so Fahmi Alqhai. Der spanische Musiker mit arabischen Wurzeln, der »seinem Instrument einen ganz neuen Bereich beglückender Möglichkeiten« eröffnet (Grammophone), ist bei den führenden Alte-Musik-Ensembles regelmäßiger Gast. Fahmi Alqhai leitet die Accademia del Piacere in den großen Konzertsälen Europas, Japans, der USA und Südamerikas. Seit 2009 ist er zudem künstlerischer Direktor des Festivals für Alte Musik von Sevilla, dem ältesten und bedeutendsten Festival für Alte Musik in Spanien.

Accademia del Piacere (Foto: Javier Diaz de Luna)

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