Semyon Bychkov (Foto: Sheila Rock)

Semyon Bychkov dirigiert Mahlers Vierte und ein neues Werk von Thomas Larcher

Unter Mahlers Symphonien hat die Vierte durch ihre delikate Transparenz einen Sonderplatz: ein sonniges Idyll, das allerdings einer ständigen Bedrohung ausgesetzt zu sein scheint. Oder wie der Komponist selbst meinte: »Es ist die Heiterkeit einer höheren, uns fremden Welt darin, die für uns etwas Schauerlich-Grauenvolles hat.« Dirigent dieser Aufführung ist Semyon Bychkov. Mit Solist Kirill Gerstein ist zudem ein neues Klavierkonzert von Thomas Larcher zu erleben, dessen Musik von der Londoner Times einmal »ein Wunderland schwindelerregender und außergewöhnlicher Klänge« genannt wurde.

Berliner Philharmoniker

Semyon Bychkov Dirigent

Kirill Gerstein Klavier

Chen Reiss Sopran

Thomas Larcher

Konzert für Klavier und Orchester, Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker gemeinsam mit Tschechische Philharmonie, Wiener Konzerthaus, Niederländischer Rundfunk, BBC Radio 3, Dänisches Radio-Sinfonieorchester, Philharmonisches Orchester Bergen

Kirill Gerstein Klavier

Gustav Mahler

Symphonie Nr. 4 G-Dur

Chen Reiss Sopran

Termine und Karten

Programm

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Biografie

Semyon Bychkov begeisterte sich schon als Teenager für die Berliner Philharmoniker. So verbrachte er sogar eine Nacht in Polizeigewahrsam, als er vergeblich versuchte, sich bei dem St. Petersburger Gastspiel des Orchesters 1969 heimlich in das ausverkaufte Konzert zu schmuggeln. Der damals 17-Jährige war Schüler von Ilya Musin, dem legendären Lehrer der russischen Dirigentenschule. 1973 gewann er den Ersten Preis beim Rachmaninow-Dirigierwettbewerb, emigrierte 1975 in die USA und startete von dort aus seine internationale Karriere, die ihn 1985 zum ersten Mal zu den Berliner Philharmonikern führte. Seither gehört Semyon Bychkov, derzeit Chef der Tschechischen Philharmonie, zum festen Stamm der philharmonischen Gäste. In der über 35-jährigen Zusammenarbeit bewies er immer wieder seine stilistische Vielseitigkeit, angefangen von der Wiener Klassik bis zur Moderne. Er ist ein ausgewiesener Spezialist fürs russische Repertoire, vor allem für die Werke Dmitri Schostakowitschs. Die Freundschaft mit dem italienischen Komponisten Luciano Berio weckte sein Interesse an zeitgenössischer Musik. Semyon Bychkovs Begeisterung für die Berliner Philharmoniker ist nach wie vor ungebrochen: »Es gibt nur wenige Orchester auf der Welt«, so der Dirigent, »die sich in Zeiten der Globalisierung ihre musikalische Identität bewahrt haben. Zu ihnen gehören die Berliner Philharmoniker.«

Sein transparentes, schwereloses Spiel selbst in den wuchtigsten Passagen gilt als Kirill Gersteins Markenzeichen. Alles wirkt bei ihm entspannt und selbstverständlich, gleichzeitig erscheint jede Note perfekt platziert. Zudem denkt der gebürtige Russe durch und durch kammermusikalisch. Egal, ob er als Solist mit einem Orchester auftritt, Teil eines Ensembles ist oder einen Soloabend gibt. Auch das prägt seinen Stil. Kirill Gersteins Weltkarriere begann im Jahr 2000 mit seinem Konzertdebüt beim Züricher Tonhalle-Orchester; 2001 gewann er den Internationalen Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv, im Jahr darauf wurde er mit dem Gilmore Young Artist Award ausgezeichnet, es folgten umjubelte Debüts u. a. bei der Staatskapelle Dresden, den Münchner und den Wiener Philharmonikern sowie 2016 bei den Berliner Philharmonikern. 1979 in Woronesch als Sohn eines Mathematiklehrers und einer Musiklehrerin geboren, wuchs Gerstein in zwei musikalischen Welten auf: der Klassik und dem Jazz. Anfänglich schien es, als ob der Jazz ihn mehr faszinierte, doch letztlich entschied er sich für die klassische Musik und studierte zunächst bei Solomon Mikowsky in New York, später bei Dmitri Baschkirow in Madrid. Die Auseinandersetzung mit dem Jazz empfindet er als wichtigen Baustein seiner künstlerischen Entwicklung: »Ich habe gelernt, dass Musik mehr ist als die schwarzen Punkte auf dem Papier. Meine Erfahrung mit dem Improvisieren und dem Timing im Jazz beeinflussen in gewisser Weise die Art, wie ich Klassik spiele.«

Semyon Bychkov (Foto: Sheila Rock)

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