Kirill Petrenko (Foto: Frederike van der Straeten)

Kirill Petrenko dirigiert Peter Tschaikowskys »Pique Dame«

Dass die Sehnsüchte des Menschen oft auch sein Unglück sind: Das zeigt keine Oper eindringlicher als Tschaikowskys Pique Dame. Außenseiter Hermann will nichts mehr als Erfolg beim Kartenspiel und verliert am Ende alles. Lisa sucht nach der großen Liebe, wird bitter enttäuscht und nimmt sich das Leben. Hinzu kommt eine mysteriöse Gräfin mit magischem Wissen. Es ist eine dunkle Welt, die Tschaikowsky mit leidenschaftlicher, dramatischer Musik auskleidet. Nach szenischen Aufführungen bei den Osterfestspielen Baden-Baden dirigiert Kirill Petrenko das Werk konzertant in der Philharmonie Berlin.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Arsen Soghomonyan Tenor (Hermann)

Vladislav Sulimsky Bariton (Graf Tomski)

Boris Pinkhasovich Bariton (Fürst Jeletzki)

Doris Soffel Alt (Gräfin)

Elena Stikhina Sopran (Lisa) , anstelle von Elena Bezgodkova

Aigul Akhmetshina Mezzosopran (Polina)

Christophe Poncet de Solages Tenor (Tschaplitzki)

Margarita Nekrasova Alt (Gouvernante)

Anatoli Sivko Bariton (Surin)

Jevgenij Akimov Tenor (Tschekalinski)

Mark Kurmanbayev Bass (Narumow)

Manuel Habermann Sprechrolle (Ein Junge)

Slowakischer Philharmonischer Chor

Cantus Juvenum Karlsruhe Kinder- und Jugendchor

Udo Metzner Inspizienz

Peter Tschaikowsky

Pique Dame, Oper in drei Akten op. 68 (konzertante Aufführung)

Termine und Karten

Biografien

Kirill Petrenko

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Ausgebildet wurde er zunächst in Russland, dann in Österreich. Die internationale Musikwelt wurde erstmals auf ihn aufmerksam, als er 2001 am Meininger Theater Wagners Ring des Nibelungen in der Regie von Christine Mielitz und im Bühnenbild von Alfred Hrdlicka an vier aufeinanderfolgenden Tagen zur Premiere brachte. Zwölf Jahre später leitete er den Zyklus dann bei den Bayreuther Festspielen zum zweiten Mal. Zur selben Zeit trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, nach Meiningen und der Komischen Oper Berlin die dritte Chefposition an einem Opernhaus. Parallel gastierte er sowohl an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt (von der Wiener Staatsoper über den Londoner Covent Garden und die Opéra National in Paris bis zur Metropolitan Opera in New York) wie auch bei den großen internationalen Symphonieorchestern – in Wien, München, Dresden, Paris, Amsterdam, London, Rom, Chicago, Cleveland und Israel. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab er im Jahr 2006. Auch außerhalb Berlins ist Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern zu erleben – auf Tournee und natürlich in der Digital Concert Hall. Ausgewählte Aufführungen erscheinen zudem als Mitschnitte auf Tonträger, zuletzt in einer Edition mit symphonischen Werken von Ludwig van Beethoven, Peter Tschaikowsky, Franz Schmidt und Rudi Stephan.

Arsen Soghomonyan

Arsen Soghomonyan wurde im armenischen Jerewan geboren und studierte Gesang unter andere Heimatstadt. Er gewann Gesangswettbewerbe in Warschau und Moskau sowie den 1. Preis beim Internationalen Pawel-Lisizian-Wettbewerb in Wladikawkas. 2006 wurde ihm der armenische Staatspreis verliehen. Nach ersten Auftritten an der Armenischen Nationaloper trat er zunächst als Bariton auf und sang Partien wie Figaro (Il barbiere di Siviglia), Belcore (L’elisir d’amore), Fürst Jeletzki (Pique Dame) und Napoleon (Krieg und Frieden) am Stanislawski-und-Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater in Moskau. 2017 gab er dort sein Debüt als Tenor in der Partie des Cavaradossi (Tosca). In der Folge gastierte er mehrfach am Bolschoi-Theater in Moskau und debütierte an vielen bedeutenden europäischen Opernhäusern; unter anderem sang er Canio (Pagliacci) und Cavaradossi am Teatro San Carlo in Neapel, Roberto (Puccinis Le Villi) und Radu (Leoncavallos Zingari) bei Opera Rara und die Titelpartie in Verdis Otello an der Bayerischen Staatsoper in München. Mit letzterer Partie debütierte er 2019 unter Zubin Mehta bei den Berliner Philharmonikern, sowohl in szenischen Aufführungen im Festspielhaus Baden-Baden als auch konzertant in der Philharmonie Berlin.

Elena Stikhina

Elena Stikhina begann ihre Karriere nach einem Gesangsstudium am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium mit einem Engagement an der Neuen Primorsky-Bühne des Mariinsky-Theaters in Wladiwostok, wo sie in Partien wie Violetta Valéry (La traviata), Micaëla (Carmen), Nedda (Pagliacci) und mit der Titelpartie in Tosca zu erleben war. Dort sang sie bereits auch die Lisa in Pique Dame. Als Stipendiatin der Internationalen Opern-Werkstatt in der Schweiz studierte sie mit dem Regisseur Peter Konwitschny die Titelrolle in Aida ein. Im Jahr 2016 gewann sie den Publikumspreis und den »CulturArte«-Preis in dem von Plácido Domingo begründeten Operalia-Wettbewerb – der Startschuss für ihre internationale Laufbahn. In der Spielzeit 2017/18 sang Elena Stikhina an der Deutschen Oper Berlin die Leonora in Il trovatore und wurde an der Opéra national de Paris als Tatjana in Eugen Onegin gefeiert. In derselben Saison gastierte sie an der Bayerischen Staatsoper (Senta), an der Berliner Lindenoper (Mimì in La Bohème), an der Semperoper Dresden (Leonora in La forza del destino), beim Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und in der Philharmonie Paris. Seitdem gab sie Debüts unter anderem an der Wiener Staatsoper, am Royal Opera House, Covent Garden, in London, an der Metropolitan Opera New York und bei den Salzburger Festspielen. Am Petersburger Mariinsky-Theater sang sie viele große Wagner-, Strauss- und Verdi-Partien und an der Mailänder Scala sang sie 2021 die Titelpartie in einer Neuinszenierung von Salome.

Vladislav Sulimsky

Der Bariton Vladislav Sulimsky gehört zu den führenden Sängern seines Fachs und tritt sowohl im russischen Repertoire als auch mit zahlreichen Verdi-Partien weltweit auf. Nach seinem Sieg beim Internationalen Rimsky-Korsakow-Wettbewerb in St. Petersburg 2002 wurde er Ensemblemitglied am dortigen Mariinsky-Theater, an das er seither häufig als Gast zurückkehrte und wo er unter anderem die Titelpartien in Eugen Onegin, Simon Boccanegra, Macbeth, Rigoletto und Gianni Schicchi  sowie Marquis Posa in Don Carlo sang. Zu seinem Repertoire gehören darüber hinaus Graf Tomski (Pique Dame), Alberich (Das Rheingold), Lord Enrico Ashton (Lucia di Lammermoor), Il Conte di Luna (Il trovatore), Renato (Un ballo in maschera) und Jago (Otello). Engagements führten ihn außerdem an die Staatsoper Unter den Linden, die Bayerische Staatsoper in München, die Staatsoper Stuttgart, das Theater an der Wien, das Theater Basel, das Königliche Opernhaus Stockholm und das Bolschoi-Theater in Moskau sowie zum Edinburgh International Festival und zu den Salzburger Festspielen, wo er sein Debüt 2018 in einer Neuproduktion von Pique Dame unter der Leitung von Mariss Jansons gab. Im November 2021 debütierte er bei den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Kirill  Petrenko in der Titelpartie von Tschaikowskys Mazeppa.

Boris Pinkhasovich

Boris Pinkhasovich absolvierte eine Ausbildung zum Chordirigenten und Opernsänger am Konservatorium in seiner Heimatstadt St. Petersburg. 2011 wurde er Ensemblemitglied am dortigen Michailowski-Theater. Auf sein Debüt als  Marcello (La  Bohème) folgten Partien wie Graf Almaviva (Le nozze di Figaro), Papageno (Die Zauberflöte), Figaro (Il barbiere di  Siviglia), Belcore (L’elisir d’amore), Giorgio Germont (La  traviata), Lescaut (Manon Lescaut), Silvio (Pagliacci), Fürst Jeletzki und Tomski (Pique Dame) sowie Robert (Jolanthe). Seit 2020 gehört er dem Ensemble der Wiener Staatsoper an. Zu seinem Repertoire zählen außerdem Partien wie Andrej Schtschelkalow (Boris Godunow), Ford (Falstaff ), Sharpless (Madama Butterfly), Thésée in Enescus Oedipe und die Titelpartie in Eugen Onegin. Gastengagements führten ihn an viele internationale Häuser, unter anderem ans Concertgebouw Amsterdam, ans Royal Opera House, Covent Garden, in London, an die Opéra de Paris, an die Opéra Monte- Carlo, an die Bayerische Staatsoper in München und an die Finnische Nationaloper sowie zu den Salzburger Festspielen.

Doris Soffel

Doris Soffel studierte Violine und Gesang in München. Nach Anfängen im Ensemble der Staatsoper Stuttgart mit Partien wie Carmen, Dorabella (Così fan tutte) und Octavian (Der Rosenkavalier) begann ihre internationale Karriere mit Sesto (La clemenza di Tito) am Royal Opera House, Covent Garden, in London. Seitdem ist sie weltweit an den großen Opernbühnen zu Gast und war unter anderem als Fricka (Der Ring des Nibelungen) bei den Bayreuther Festspielen und als Klytämnestra (Elektra) bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Ihr Repertoire umfasst über hundert Partien, darunter Amneris (Aida), Charlotte (Werther), Kundry (Parsifal), Amme (Die Frau ohne Schatten), Herodias (Salome) und Ortrud (Lohengrin). Außerdem hat sie in Uraufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten wie Aribert Reimann und Krzysztof Penderecki Hauptrollen gesungen und wurde weltweit als Mahler-Interpretin bekannt. Doris Soffel ist mit vielen bedeutenden Dirigenten aufgetreten, darunter Sergiu Celibidache, Sir Georg Solti, Carlo Maria Giulini, Herbert von Karajan, Christian Thielemann, Sir Simon Rattle und Daniel Barenboim. Sie wurde 2007 zur Kammersängerin ernannt und für ihre Darstellung der Klytämnestra im Jahr 2017 für den Faust-Preis nominiert. Bei den Berliner Philharmonikern debütierte sie 1979 in Elgars The Dream of Gerontius.

Kirill Petrenko (Foto: Frederike van der Straeten)

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