Sir John Eliot Gardiner (Foto: Sim Canetty Clarke)

John Eliot Gardiner dirigiert Brahms und Mendelssohn

Sir John Eliot Gardiner und sein berühmter Monteverdi Choir präsentieren zwei zentrale Chorwerke der Romantik. In dieser Epoche sollte geistliche Musik vor allem den Menschen stärken und erbauen. Johannes Brahms tut das in seinem dramatischen Schicksalslied, indem er den eigentlich resignativen Text Hölderlins mit einem optimistischen Nachspiel umdeutet. Es folgt mit Mendelssohns Zweiter Symphonie eines der schönsten Vokalwerke der Romantik. Klangvolle Chöre, Duette und Arien zeichnen auch hier einen Weg, der aus der Finsternis in die strahlende Vision einer besseren Welt mündet.

Berliner Philharmoniker

Sir John Eliot Gardiner Dirigent

Monteverdi Choir

Lucy Crowe Sopran

Ann Hallenberg Mezzosopran

Werner Güra Tenor

Johannes Brahms

Schicksalslied op. 54

Felix Mendelssohn Bartholdy

Symphonie Nr. 2 B-Dur op. 52 »Lobgesang«

Lucy Crowe Sopran, Ann Hallenberg Mezzosopran, Werner Güra Tenor

Termine und Karten

Programm

Biografie

Sir John Eliot Gardiner ist ein Grandseigneur der Alten Musik, wenngleich sein breites Repertoire mit über 250 vielfach preisgekrönten CD-Einspielungen bis weit ins 19. und 20. Jahrhundert hineinreicht. Obwohl er schon als Teenager Chöre leitete, absolvierte er zunächst ein Arabistik- und Geschichtsstudium, bis er eine mit Freunden organisierte Aufführung von Monteverdis Marienvesper dirigierte: »Das war eine verrückte Idee. Ich wusste fast nichts. Ich musste mir meine eigene Ausgabe machen. Zum Glück hatte ich Hilfe. Ein paar Berufsmusiker ermutigten mich und sagten: Du musst Musik studieren!« Gardiner tat es, unter anderem bei der legendären Nadia Boulanger in Paris. Nach seiner Ausbildung gründete er mehrere Originalklang-Ensembles, die er an die Weltspitze führte: den Monteverdi Choir, die English Baroque Soloists und das Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Gardiner, der im September 1997 im Rahmen der Berliner Festspiele erstmals am Pult der Berliner Philharmoniker stand, ist regelmäßig zu Gast bei den führenden Symphonieorchestern der Welt. Er war unter anderem künstlerischer Leiter der Göttinger Händel-Festspiele und Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters. Zudem leitete er Opernproduktionen am Royal Opera House in London, an der Wiener Staatsoper und der Scala in Mailand und war von 1983 bis 1988 musikalischer Direktor der Opéra National de Lyon, wo er ein neues Orchester gründete, das heute zu den besten in Frankreich zählt.


Lucy Crowe hat eine genaue Klangvorstellung für jeden Ton und verfügt sowohl über eine große stimmliche Flexibilität wie über eine beeindruckende Klangfarben- und Artikulationsvielfalt. Kein Wunder, dass die im britischen Staffordshire geborene Sopranistin mit dem Who’s who der internationalen Musikszene zusammenarbeitet – mit Gustavo Dudamel, Emmanuelle Haïm, Yannick Nézet-Séguin, John Eliot Gardiner und vielen anderen. Ihr Studium absolvierte die Sängerin, die sich zunächst im Bereich der Alten Musik einen Namen machte, an der Royal Academy of Music in London. Ihr Repertoire reicht von Purcell, Händel und Mozart bis hin zu Partien wie der Adina in Donizettis L’elisire d’amore, Micaëla in Bizets Carmen und Gilda in Verdis Rigoletto. Lucy Crowe gastierte unter anderem am Royal Opera House in London, an der Bayerischen Staatsoper, der Metropolitan Opera New York und der Deutschen Oper Berlin. »Wenn man gelernt hat, ohne Vibrato zu singen«, sagt sie über ihre Wurzeln in der Alten Musik, »dann kann man dieses Stilmittel auch in anderen Bereichen einsetzen. Von der rhythmischen Präzision, die die barocke Musik erfordert, ganz zu schweigen.« Regelmäßig tritt sie bei Festivals in New York, Aldeburgh und Salzburg auf und gibt Liederabende in der Londoner Wigmore Hall, der New Yorker Carnegie Hall und im Amsterdamer Concertgebouw. Bei den Berliner Philharmonikern war Lucy Crowe erstmals im Oktober 2017 in der Titelrolle von Leoš Janáčeks Das schlaue Füchslein zu hören.


»Ich liebe es, Neues zu entdecken!«, sagt die schwedische Sängerin Ann Hallenberg. Bester Beleg für ihre Entdeckerlust ist ein preisgekröntes Album mit dem Titel Agrippina: Höhepunkte barocker Opernkunst mit nicht weniger als zwölf Ersteinspielungen: »Ich habe den großen Vorteil, dass ich mit einem Musikwissenschaftler verheiratet bin. Die CD ist ein Familienprojekt, da mein Mann die Stücke rausgesucht und am Computer ediert hat. Immer wieder erklingt durch unser Haus Musik, die in den letzten 300 Jahren vermutlich niemand gehört hat. Das ist fantastisch!« Ann Hallenberg studierte am National College of Operatic Art in Stockholm und arbeitete eng mit Alan Curtis, einem Altmeister der historischen Aufführungspraxis, zusammen. Mit ihrem weichen, beweglichen Mezzosopran begeistert sie an großen Häusern und bei internationalen Festivals in Opern von Monteverdi, Purcell, Vivaldi, Händel, Mozart, Gluck, Rossini, Bizet und Massenet. Als Konzertsängerin gastiert sie regelmäßig in ganz Europa und Nordamerika, wobei ihr Repertoire von Berlioz’ Les Nuits d’été, L’Enfance du Christ und La Damnation de Faust über Mahlers Kindertotenlieder und Lied von der Erde, Brahms’ Alt-Rhapsodie, Elgars Dream of Gerontius bis zu Beethovens Missa solemnis und Neunter Symphonie reicht. Ihre Diskographie umfasst mehr als 45 CDs und DVDs mit Musik von Mozart, Haydn, Mendelssohn, Brahms, Bruckner und vielen anderen.


Dass seine Stimme bestens zum Oratorium passt, bemerkte Werner Güra bereitsbei den Regensburger Domspatzen, wo er »in einen Sog musikalischen Lebens« geriet: »Wenn man in der Schule keine Probleme hatte, konnte man hier endlos lernen. Das war ganz toll!« Heute zählt der gefeierte Liedsänger zu den besten Schubert-Interpreten unserer Zeit und wird ebenso als Mozart-Tenor wie als Evangelist in Bachs Oratorien geschätzt. Seine Musikbegeisterung hat der geborene Münchner aus dem Elternhaus: Sein Vater spielte Tuba im Bayerischen Staatsorchester und führte ihn zunächst in die Welt der Wagneroper ein. Güra absolvierte sein Gesangsstudium in Salzburg, Basel, Amsterdam und Wien. Nach Gastspielen in Frankfurt und Basel wurde er 1995 Ensemble-Mitglied der Dresdner Semperoper, wo er die bedeutenden Mozart- und Rossini-Partien seines Fachs sang. Daniel Barenboim lud ihn für verschiedene Produktionen an die Berliner Staatsoper Unter den Linden ein, wo er in seinen hochgelobten Mozart-Partien Tamino, Ferrando und Don Ottavio brillierte, die er auch an vielen anderen bedeutenden Opernhäusern sang. Güra arbeitet mit bedeutenden Orchestern zusammen, auch mit den Berliner Philharmonikern, bei denen er 1999 sein Debüt gab. Der lyrische Tenor unterreichtet seit 2009 an der Musikhochschule Zürich Gesang.

Sir John Eliot Gardiner (Foto: Sim Canetty Clarke)

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