Anna Vinnitskaya (Foto: Marco Borggreve)

Kammermusik

»Lost Generation«: Anna Vinnitskaya und das Brahms Ensemble Berlin

Bei der Gattung Klavierquintett kommt man an Johannes Brahms nicht vorbei: Sein Opus 34 gehört zu den wichtigsten und beliebtesten Werken dieses Genres – wegen seiner betörenden Melodien, seiner jugendlichen Energie und seiner expressiven Virtuosität. Weniger bekannt, aber nicht minder eindrucksvoll ist das dunkel und geheimnisvoll klingende Klavierquintett von Mieczysław Weinberg. Anna Vinnitskaya und das Brahms Ensemble Berlin erinnern in unserer Reihe »Lost Generation« an den jüdischen Komponisten, der 1939 nach dem deutschen Überfall auf Polen in die Sowjetunion floh, wo Dmitri Schostakowitsch sein Freund und Mentor wurde.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

Brahms Ensemble Berlin:

Rachel Schmidt Violine

Raimar Orlovsky Violine

Julia Gartemann Viola

Christoph Igelbrink Violoncello

Anna Vinnitskaya Klavier

Mieczysław Weinberg

Klavierquintett op. 18

Johannes Brahms

Klavierquintett f-Moll op. 34

Termine und Karten

Biografien

Anna Vinnitskaya

Die Frage, ob sie Musikerin werden solle, hat sich Anna Vinnitskaya nie gestellt: »Meine beiden Eltern sind Pianisten, mein Opa war Dirigent, mein Onkel ein erfolgreicher Geiger, Preisträger des renommierten Tschaikowsky-Wettbewerbs – Musik hat seit meiner Geburt einfach zu meinem Leben dazugehört. Vermutlich stand am Anfang ein Wunsch meiner Eltern, doch nach fünf, sechs Jahren hat für mich das Klavier ebenso zum Leben gehört wie das Atmen oder das Essen.« Heute begeistert Anna Vinnitskaya mit ihrer Virtuosität, poetischen Tiefe und klanglichen Nuancierungskunst ein internationales Konzertpublikum. Im südrussischen Noworossijsk geboren, erhielt sie eine Ausbildung am Staatlichen Rachmaninow-Konservatorium in Rostow am Don. 2002 wechselte sie als Meisterschülerin zu Jewgeni Koroljow, der nicht nur ihr Lehrer, sondern auch ihr Mentor wurde, an die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Sieben Jahre später wurde sie hier selbst Professorin. Der 1. Preis beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel 2007 und der Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2008 waren der Auftakt zu ihrer internationalen Karriere. Neben ihren solistischen Auftritten widmet sich Anna Vinnitskaya immer wieder mit großer Leidenschaft der Kammermusik. Partner auf diesem Gebiet sind unter anderem der Geiger Emmanuel Tjeknavorian und der Cellist Daniel Müller-Schott.

Brahms Ensemble Berlin

»Die Berliner Philharmoniker verbindet eine weltweit einzigartige Nähe zur Musik von Johannes Brahms«, schrieb ein Kritiker der New York Times 2009 nach einem Auftritt des Orchesters in der Carnegie Hall. Aus dieser Tradition heraus gründete sich 2010 das Brahms Ensemble Berlin, zu dem ausschließlich Streicher der Berliner Philharmoniker gehören. Die Mitglieder des Ensembles fühlen sich der philharmonischen Klangkultur und der Musik von Johannes Brahms eng verbunden. Das großartige Kammermusikrepertoire des Namensgebers steht im Mittelpunkt ihrer Programmkonzeption. Eine herausgehobene Rolle kommt dabei aber nicht nur Brahms’ Sextetten, Quintetten und Quartetten für Streicher zu, sondern auch dessen Werken mit Klavier (Trios, Quartette und Quintett) sowie dem Klarinettenquintett. Aber auch andere Komponisten spielen im Repertoire des Ensembles eine wichtige Rolle: Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann oder – wie am heutigen Abend – Mieczysław Weinberg. Das Brahms Ensemble Berlin gab im April 2012 sein Debüt in den Kammerkonzerten der Berliner Philharmoniker und tritt seither deutschlandweit, unter anderem bei den Osterfestspielen in Baden-Baden, sowie in Japan und Korea erfolgreich auf.

Anna Vinnitskaya (Foto: Marco Borggreve)

Brahms Ensemble Berlin (Foto: Markus Weidmann)

Hinweise zu Ihrem Konzertbesuch

Mehr lesen

»Lost Generation«

Erinnerung an vergessene Komponisten