Maria Schneider (Foto: Briene Lermitte)

Jazz at Berlin Philharmonic

Maria Schneider und die WDR Big Band

Die Amerikanerin Maria Schneider ist eine Pionierin des orchestralen Jazz. Seit Anfang der 1990er-Jahre kultiviert die amerikanische Bandleaderin und Komponistin einen unverwechselbaren Sound – sophisticated, expressiv und tiefgründig. Ihre Musik verstehe sie – so Maria Schneider – als Ausdruck ihrer Begeisterung über das Leben. Ihr neues, Grammy-gekröntes Projekt Data Lords, das sie mit der WDR Big Band aufführt, entstand allerdings aus einem Gefühl der Wut heraus: Wut, über die Macht der großen Datenkonzerne, deren digitale Welt die Menschen ihrer realen Verbindung mit der Natur und anderen Menschen beraubt.

Werkeinführungen sowie weitere Artikel und Informationen rund um das Konzert.

WDR Big Band

Maria Schneider Komposition, Arrangement und Leitung

Data Lords

Kuratiert von Siggi Loch

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Biografien

Maria Schneider

Vieles im Jazz wurde Anfang der 1990er-Jahre neu überdacht und definiert. An der Spitze der Revolutionäre und der Revolutionärinnen des Big-Band-Genres stand Maria Schneider. Die auf einer Farm im Südwesten Minnesotas aufgewachsene Tochter eines Jazzpianisten erhielt bereits vom fünften Lebensjahr an Klavierunterricht. Nach drei rasant abgeschlossenen Musikstudiengängen kam sie, erst 25-jährig, nach New York, wo sie ebenso rasch in die Fußstapfen der Big-Band-Altmeister Bob Brookmeyer und Mel Lewis trat. Sie wurde Assistentin von Gil Evans, mit dem sie unter anderem die Musik zum Film Die Farbe des Geldes schrieb sowie für die Gil Evans/Sting-Tour 1987. Auf dieser Basis gründete sie 1992 ihr eigenes, 18-köpfiges Orchester, dessen montägliche Auftritte im New Yorker Club Visiones schnell legendär wurden.

Von Anfang an schrieb Schneider im besten Sinne Programmmusik und ließ sich für ihre Kompositionen von Literatur, Lyrik, Kunst oder gar der Ornithologie, also der Vogelkunde, inspirieren. Das beste Beispiel ist das bislang vorletzte, Grammy-  gekrönte Studioalbum The Thompson Fields: Die Erinnerung an die Kindheit in der Prärie von Minnesota, verschiedene Natureindrücke und die Gedichte von Ted Kooser haben ihr Melodien von strahlender Schönheit eingegeben, die sie hochemotional, mit fast filmmusikalischer Klarheit und doch kompositorisch äußerst komplex ihrer Band anvertraut. Insgesamt hat Schneider bislang sieben Grammys gewonnen, alleine drei für den CD-Vorgänger Winter Morning Walks mit der Sopranistin Dawn Upshaw und zwei Orchestern aus dem Klassikbereich.

Bei Jazz at Berlin Philharmonic ist nun die Europapremiere ihres neuen Projekts Data Lords zu erleben. Ein ebenso raffiniertes, von Kritikern bereits zu Schneiders Opus magnum erklärtes musikalisches Gedankenspiel, das sie – genau 30 Jahre nach der ersten Zusammenarbeit – für die WDR Big Band bearbeitet hat.

Maria Schneider (Foto: Briene Lermitte)

Hinweise zu Ihrem Konzertbesuch

Mehr lesen