(Foto: Heribert Schindler)

Europakonzert der Berliner Philharmoniker

Europakonzert aus dem Foyer der Philharmonie Berlin mit Kirill Petrenko

Wie schon 2020 geben die Berliner Philharmoniker und Kirill Petrenko auch 2021, bedingt durch die Corona-Pandemie, ihr Europakonzert in der Philharmonie Berlin – dieses Mal im Foyer des Hauses. Dessen besondere Architektur lädt dazu ein, die Musik räumlich in Szene zu setzen: Blachers festliche Fanfare, Ives rätselhafte Unanswered Question, Mozarts heiteres Notturno und Pendereckis sphärische Emanations setzen bewusst auf die Wirkung des Raumklangs. Ebenfalls im Programm des Europakonzerts: Peter Tschaikowskys charmante Orchestersuite Nr. 3 und John Adams witziges Stück Short Ride in a Fast Machine.

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Boris Blacher

Fanfare zur Eröffnung der Philharmonie

Charles Ives

The Unanswered Question

Wolfgang Amadeus Mozart

Notturno für vier Orchester D-Dur KV 286

Krzysztof Penderecki

Emanationen für zwei Streichorchester

Peter Tschaikowsky

Suite Nr. 3 G-Dur op. 55

John Adams

Short Ride in a Fast Machine

Termine und Karten

Dieses Konzert findet ohne Publikum statt und wird live in der Digital Concert Hall übertragen.

Sa, 01. Mai 2021, 11.00 Uhr

Hauptfoyer Philharmonie

Programm

Die Berliner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Kirill Petrenko bleiben für ihr Europakonzert 2021 Pandemie-bedingt zwar in ihrer Heimatstadt, bieten dem Publikum der Live-Übertragung mit dem Foyer ihres Konzertsaals aber dennoch einen ungewöhnlichen und besonders reizvollen Schauplatz. Wolfgang Stresemann, der langjährige Intendant des Orchesters, schrieb über den durch seine zahlreichen Treppen geprägten Raum: »Nichts ist in diesem Philharmoniefoyer erstarrt, dient lediglich der Funktion, alles lebt, scheint in dauernder Bewegung zu sein, fast möchte man von einem architektonischen »Perpertuum mobile« sprechen.« Ideale Bedingungen also für das wilde Schlussstück des Programms, John Adams’ Short Ride in a Fast Machine, in dem die Musik ebenfalls keine Sekunde still steht. Von den spezifischen architektonischen Verhältnissen des Foyers dürften auch die ungewöhnlichen Raum-Klang-Wirkungen der anderen Programm-Punkte profitieren:

Krzysztof Penderecki lässt in Emanationen zwei, Charles Ives in der berühmten Studie The unanswered Question drei und Mozart in seinem von geistreichen Echo-Effekten durchzogenen Notturno sogar vier separate Instrumentalensembles miteinander kommunizieren. Zum Auftakt erklingt Boris Blachers Fanfare zur Eröffnung der Philharmonie, die Herbert von Karajan am 15. Oktober 1963 im Einweihungs-Konzert des Gebäudes dirigierte. Symphonisches Hauptwerk des Programms ist Tschaikowskys Dritte Orchester-Suite, deren Uraufführung Hans von Bülow, der spätere Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, 1885 in St. Petersburg leitete. In ihr rahmen eine Elegie und ein Variationensatz als Finale einen Walzer und ein Scherzo ein. Mit dem Wechsel zwischen rasender Bewegung und Meditation, Nachdenklichem und Tänzerischem, Melancholie und Optimismus möchten Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker ihrem Publikum auch im schwierigen Jahr 2021 ein unterhaltsames und hoffnungsvolles Europakonzert präsentieren.

Biografie

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Ausgebildet wurde er zunächst in Russland, dann in Österreich. Die internationale Musikwelt wurde erstmals auf ihn aufmerksam, als er 2001 am Meininger Theater Wagners Ring des Nibelungen in der Regie von Christine Mielitz und im Bühnenbild von Alfred Hrdlicka an vier aufeinanderfolgenden Tagen zur Premiere brachte. Zwölf Jahre später leitete er den Zyklus dann bei den Bayreuther Festspielen zum zweiten Mal. Zur selben Zeit trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, nach Meiningen und der Komischen Oper Berlin die dritte Chefposition an einem Opernhaus. Parallel gastierte er sowohl an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt (von der Wiener Staatsoper über den Londoner Covent Garden und die Opéra National in Paris bis zur Metropolitan Opera in New York) wie auch bei den großen internationalen Symphonieorchestern – in Wien, München, Dresden, Paris, Amsterdam, London, Rom, Chicago, Cleveland und Israel. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab er im Jahr 2006. Auch außerhalb Berlins ist Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern zu erleben – auf Tournee und natürlich in der Digital Concert Hall. Ausgewählte Aufführungen erscheinen zudem als Mitschnitte auf Tonträger, zuletzt in einer Edition mit symphonischen Werken von Ludwig van Beethoven, Peter Tschaikowsky, Franz Schmidt und Rudi Stephan.

(Foto: Heribert Schindler)

Raum-Musik

Wie klingt das Programm des Europakonzerts?

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