Philippe Jordan dirigiert Strauss’ »Alpensinfonie«

Wenn sich in einem Orchesterwerk ein Sturm entlädt, ist das ein Moment von überwältigender Energie, gefolgt von Entspannung und Erleichterung: Spiegelbild der Kämpfe einer aufgewühlten Seele. Philippe Jordan, Musikdirektor der Wiener Staatsoper, dirigiert mit Richard Strauss’ Alpensinfonie und Auszügen aus Wagners Rheingold klangmächtige Werke, in denen sich an entscheidender Stelle solche Szenen ereignen. Und auch in Alban Bergs Altenberg-Liedern wird durch Schneesturm und Gewitter expressive Energie freigesetzt. Solistin ist Anja Kampe, die vor allem als Wagner-Interpretin weltweit Erfolge feiert.

Berliner Philharmoniker

Philippe Jordan Dirigent

Anja Kampe Sopran

Richard Wagner

Das Rheingold: Orchesterauszüge, zusammengestellt von Philippe Jordan

Alban Berg

Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg op. 4

Anja Kampe Sopran

Richard Strauss

Eine Alpensinfonie op. 64

Termine und Karten

Programm

Biografie

Wagner, aber auch Mahler, Strauss, Bruckner und Beethoven: Mit Vorliebe widmet sich Philippe Jordan dem »A und O der Symphonik«, wie er sagt: »Ein Dirigent, der die neun Symphonien von Beethoven nicht gemacht hat, ist kein Dirigent«. Seinen ersten Theorieunterricht bekam der gebürtige Schweizer von seinem Vater Arnim, Chefdirigent des Orchestre de la Suisse Romande (1985-1997). »Das hat sich ganz natürlich ergeben,« erinnert er sich. Nach frühem Klavier- und Violinunterricht wurde er mit 16 Jahren am Zürcher Konservatorium aufgenommen, wo er Musiktheorie und Komposition studierte. Seine Dirigentenkarriere begann Philippe Jordan als Kapellmeister am Stadttheater Ulm, bevor er an die Berliner Staatsoper wechselte. Als Assistent von Daniel Barenboim lernte er dort, wie man »auf einem hohen Niveau von sehr guten Musikern noch das Beste herausholen kann«. Von 2001 bis 2004 war er Chefdirigent des Grazer Opernhauses und des Grazer Philharmonischen Orchesters. Während dieser Zeit debütierte u. a. an der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House in London, am Teatro alla Scala in Mailand und an der Bayerischen Staatsoper in München. Anschließend kehrte er als Erster Gastdirigent an die Berliner Staatsoper zurück, bevor er von 2009 bis Juli 2021 Musikdirektor der Opéra national de Paris wurde. Seit September 2020 ist Philippe Jordan Musikdirektor der Wiener Staatsoper, wo er bislang u. a. den Rosenkavalier, Wozzeck, Tristanund Isolde und Parsifal dirigierte.

Die »fantastische Anja Kampe« nennt sie die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Sopranistin gehört zur kleinen Spitzengruppe der weltweit gefragten Wagner-Sängerinnen. Von »Schubladendenken« hält sie allerdings wenig: »In der Vergangenheit war es selbstverständlich, sich im deutschen wie im italienischen Fach zu betätigen. Ich bin auch davon überzeugt, dass es der Stimme extrem gut tut, wenn man flexibel bleibt, und die unterschiedlichen Stile befruchten sich gegenseitig.« Die Sopranistin, die mit ihrer ebenso wandlungsfähigen wie dramatischen Stimme in aller Welt für Begeisterung sorgt, studierte Musik in Dresden. Kurz vor dem Mauerfall verließ sie die DDR Richtung Italien, um am Conservatorio »Giuseppe Verdi« in Turin ihr Studium abzuschließen. An der Seite von Placido Domingo gelang Anja Kampe an der Washington National Opera als Sieglinde in Wagners Walküre schließlichder internationale Durchbruch – in einer ihrer Paraderollen, in der sie u. a. unter der Leitung von Kirill Petrenko bei den Münchner Opernfestspielen zu erleben war sowie in Los Angeles, San Francisco, Berlin, Paris, London und Bayreuth. Neben weiteren großen Wagner-Partien wie Senta, Isolde, Brünnhilde oder Kundry gehören zu Anja Kampes Repertoire auch Rollen wie Leonore(Fidelio), Tosca, Jenůfa, Carlotta(Die Gezeichneten), Minnie (La fanciulla del West), Marie (Wozzek) sowie Katerina Ismailowa (Lady Macbeth von Mzensk). Seit 2018 ist sie Bayerische Kammersängerin.