Gustavo Gimeno (Foto: Marco Borggreve)

Gustavo Gimeno und Augustin Hadelich debütieren

Nikolaj Rimsky-Korsakows Scheherazade beeindruckt durch den Kontrast zwischen dem brutalen Sultan und der charmant-gewitzten Titelheldin. Hinzu kommt eine prachtvolle Vision des Orients, der hier in allen Farben schillert. Kein Wunder, dass Rimsky-Korsakow ein gefragter Instrumentationslehrer war. Zu seinen Schülern zählte Sergej Prokofjew, der von ihm die Vorliebe für urwüchsige russische Volksmelodien übernahm, wie man in seinem Zweiten Violinkonzert hört. Sowohl Dirigent Gustavo Gimeno, Musikdirektor in Luxemburg und Toronto, wie auch der Geiger Augustin Hadelich debütieren bei den Philharmonikern.

Berliner Philharmoniker

Gustavo Gimeno Dirigent

Augustin Hadelich Violine

György Ligeti

Concert Românesc

Sergej Prokofjew

Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 63

Augustin Hadelich Violine

Nikolaj Rimsky-Korsakow

Scheherazade, Symphonische Suite op. 35

Termine und Karten

Programm

Biografie

Als Dirigent ist Gustavo Gimeno ein Quereinsteiger. Zwölf Jahre lang war er bereits Schlagzeuger beim Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, als er beschloss, »noch tiefer in die Musik einzudringen, jenseits der rhythmischen Ebene.« So besuchte er nebenher die Dirigierklasse am Konservatorium in Amsterdam. Ernsthaft den Beruf zu wechseln, kam ihm dabei nicht in den Sinn. Doch dann bot ihm Mariss Jansons, damaliger Chef des Concertgebouworkest, an, sein Assistent zu werden. Ein großer Glücksfall. Gustavo Gimeno fragte sich: »Kannst Du diese einmalige Gelegenheit in etwas transformieren, woraus Neues entsteht?« Er konnte – und assistierte auch Claudio Abbado beim Orchestra Mozart sowie in Luzern. Kurze Zeit später sprang er kurzfristig für den erkrankten Mariss Jansons beim Concertgebouw-Orchester und für Lorin Maazel bei den Münchner Philharmonikern ein – beide Male mit überwältigendem Erfolg. »Es sind viele Dinge zur richtigen Zeit passiert«, meinte Gustavo Gimeno einmal, der seit 2015 Musikdirektor des Orchestre Philharmonique de Luxembourg sowie seit 2020 Chefdirigent des Toronto Symphony Orchestra ist und bei vielen internationalen Orchestern gastiert. Um nicht als Interpret der Musik seines Geburtslands Spanien abgestempelt zu werden, traf er am Anfang seiner Karriere eine wichtige Entscheidung: »Ich mache Debüts nie mit spanischer Musik.« Diesem Vorsatz bleibt er auch bei seinem ersten Auftritt bei den Berliner Philharmonikern treu.

»Ask Augustin« – mit seinen so benannten Online-Tutorials, in denen er Tipps zu Intonation, Vibrato, Bogenführung und zur Bewältigung des Lampenfiebers gibt, wurde Augustin Hadelich während der Corona-Pandemie in Fachkreisen zum YouTube-Star. Im realen Leben war der Geiger schon längst eine Berühmtheit. Der Sohn deutscher Eltern wuchs auf einem Weingut in Italien auf – ohne Fernseher und Computerspiele. »Ich habe dadurch gelernt, mich auf eine Sache zu konzentrieren.« Mit »einer Sache« meint Augustin Hadelich das Geigenspiel, mit dem er als Fünfjähriger begann. Er galt als Wunderkind. 1999 erlitt er durch einen Brand so schwere Verletzungen, dass seine weitere Entwicklung als Musiker gefährdet schien. Doch er gab nicht auf, studierte an der New Yorker Juillard School und gewann 2006 den International Violin Competition of Indianapolis. Das war für ihn die Eintrittskarte ins internationale Konzertleben, das er mit seinem makellosen Spiel und seiner sehr persönlichen Gestaltungskraft schnell eroberte. Sein Musizieren sei – wie der Künstler einmal verriet – von kammermusikalischem Denken geprägt, selbst wenn er die großen Violinkonzerte interpretiert. »Im Grunde muss ich nämlich dabei genauso zuhören, führen und eine Kommunikation mit dem Dirigenten und den Musikern haben wie in der Kammermusik.« Seit 2020 spielt Augustin Hadelich, der in diesen Konzerten sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gibt, eine Geige von Guaneri del Gesù aus dem Jahr 1744.

Gustavo Gimeno (Foto: Marco Borggreve)

Augustin Hadelich (Foto: Suxiao Yang)

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