Herbert Blomstedt (Foto: M. Lengemann)

Herbert Blomstedt dirigiert Bruckners Fünfte Symphonie

Bruckners Fünfte Symphonie ist das Dokument einer Lebenskrise. Der 50-jährige Komponist war zur Zeit der Entstehung weder künstlerisch akzeptiert, noch hatte er die sehnlich erwünschte Lebenspartnerin gefunden. Seine Symphonie offenbart allerdings weniger Verzagen als Auflehnung: etwa wenn Bruckner in der gigantischen Architektur des Finales selbstbewusst sein Können präsentiert oder wenn der tiefgläubige Katholik in feierlichen Orchesterchorälen sein Vertrauen in die göttliche Ordnung formuliert. Dirigent ist mit Herbert Blomstedt einer der großen Bruckner-Interpreten unserer Zeit.

Berliner Philharmoniker

Herbert Blomstedt Dirigent

Anton Bruckner

Symphonie Nr. 5 B-Dur (Edition Nowak)

Termine und Karten

Programm

Biografie

Herbert Blomstedt ist eine Institution. Seine natürliche Autorität, seine ruhige und gleichzeitig hellwache Persönlichkeit sowie seine bedingungslose Hingabe an das Werk machen ihn zu einem Ausnahmedirigenten. 1927 als Sohn schwedischer Eltern in den USA geboren, gehört

er zu den ältesten Vertretern seines Fachs – aber kaum jemand übertrifft ihn an jugendlichem Esprit. Sein Geheimnis? »Ich bin verliebt in die Musik«, erzählt er in einem Interview für die Digital Concert Hall. »Sobald ich den Klang des Orchesters höre, bin ich transformiert – es existiert kein Körper, kein Alter, nur die Musik und die Freude daran.« Zum Dirigieren kam er eher durch Zufall, als er während seines Geigenstudiums am Königlichen Konservatorium in Stockholm Mitglied des Universitätschors war und einmal zwei Sätze aus dem Brahms-Requiem dirigieren durfte. Dieses Erlebnis stellte seine beruflichen Weichen: Er ließ sich an der Juilliard School of Music in New York sowie in Darmstadt (zeitgenössische Musik) und Basel (Renaissance- und Barockmusik) zum Dirigenten ausbilden. Wichtige Impulse empfing er außerdem als Assistent von Igor Markevitch und Leonard Bernstein. Seit 1976 arbeitet Herbert Blomstedt, der im Laufe seiner langjährigen Karriere u. a. Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden, des San Francisco Symphony Orchestra und des Leipziger Gewandhausorchesters war, regelmäßig mit den Berliner Philharmonikern zusammen. »Sie sind ein enorm kosmopolitisches Orchester. Das erfüllt mich als Gast mit inspirierender

Ehrfurcht.«

Herbert Blomstedt (Foto: M. Lengemann)

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Interview

Herbert Blomstedt verrät im Gespräch, warum Bruckners Melodien wie Bergketten klingen.