Tugan Sokhiev (Foto: Marco Borggreve)

Tugan Sokhiev und Nikolai Lugansky

In diesem Konzert präsentiert Tugan Sokhiev, musikalischer Leiter des Bolschoi-Theaters, drei klangvolle Entdeckungen. Hauptwerk des Abends ist Ernest Chaussons Symphonie in B-Dur, die von den Berliner Philharmonikern zuletzt 1975 gespielt wurde. In diesem brillanten Werk sind schillernde französische Farben ebenso zu finden wie ein großes Lamento, das unverkennbar von Wagner beeinflusst ist. Raritäten sind auch Rimsky-Korsakows folkloristische Ouvertüre zur Oper Die Zarenbraut und das jugendfrische Erste Klavierkonzert des 17-jährigen Sergej Rachmaninow, hier zu hören mit Nikolai Lugansky als Solist.

Berliner Philharmoniker

Tugan Sokhiev Dirigent

Nikolai Lugansky Klavier

Nikolaj Rimsky-Korsakow

Die Zarenbraut: Ouvertüre

Sergej Rachmaninow

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 fis-Moll op. 1

Nikolai Lugansky Klavier

Ernest Chausson

Symphonie B-Dur op. 20

Termine und Karten

Programm

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Biografie

»Die einzige Autorität, die für einen Dirigenten existiert, ist die Musik selbst«, meint Tugan Sokhiev. Der aus Nordossetien stammende Dirigent empfindet sich – wie er einmal in einem Interview für die Digital Concert Hall verriet – in erster Linie als ein Medium, durch das die Musik zum Orchester und zum Publikum spricht. Dabei faszinierte ihn als Jugendlicher am Dirigentenberuf vor allem die Tatsache, dass ein einziger Mensch Einfluss auf so viele Musiker haben kann. Diese Erkenntnis bewog ihn, selbst die Laufbahn eines Dirigenten einzuschlagen. Das Glück wollte es, dass er bei Ilja Musin, dem legendären Begründer der russischen Dirigentenschule, studieren konnte. Außerdem war er Schüler von Juri Temirkanow. Im Jahr 2000 gewann er den Hauptpreis des Dritten Internationalen Prokofjew-Wettbewerbs und startete daraufhin seine Karriere, die ihn zu vielen internationalen Opern- und Konzerthäusern führte. Tugan Sokhiev, der von 2012 bis 2016 das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin künstlerisch leitete, ist seit 2008 Chef des Orchestre National du Capitole de Toulouse und seit 2014 Musikdirektor des Moskauer Bolschoi-Theaters. Durch diese beiden Aufgaben verinnerlichte er sowohl die russische als auch die westliche, insbesondere die französische Musiktradition. Bei den Berliner Philharmonikern, mit denen er seit seinem Debüt 2010 regelmäßig zusammenarbeitet und die er wegen ihres tiefgründigen, satten und kraftvollen Klangs schätzt, hat er diese inspirierende Synthese in seinen Programmen immer wieder unter Beweis gestellt. Sein Erfolgsrezept? »Es ist wichtig, die richtigen Stellen zu proben, damit sich das Orchester sicher fühlt, um im Konzert ganz frei zu spielen.«

Zu Sergej Rachmaninow hat Nikolai Lugansky eine besondere Beziehung. Er sei – so der Pianist – sein Idol und seiner Meinung nach einer der russischsten Komponisten überhaupt, weil die Melodien der Volkslieder und der geistlichen Musik Russlands dessen Klangsprache entscheidend prägen. Der gebürtige Moskauer gilt daher als Spezialist für die Klavierwerke Rachmaninows, auch wenn er nahezu das gesamte Repertoire seines Instruments von Bach bis zur zeitgenössischen Musik beherrscht. Zum Klavier kam Nikolai Lugansky als Fünfjähriger, nachdem er eine Klaviersonate von Beethoven gehört hatte und einfach versuchte, das Menuett daraus auf dem elterlichen Instrument nachzuspielen. Neben seinem musikalischen Talent besitzt er die Gabe, sich ein Werk in kürzester Zeit anzueignen. So lernte Nikolai Lugansky als 18-Jähriger das enorm schwere Dritte Klavierkonzert von Rachmaninow innerhalb von nur drei Tagen. Sein pianistisches Handwerk erlernte er bei Tatjana Kestner, Sergej Dorensky und Tatjana Nikolajewa, einer Schülerin von Alexander Goldenweiser, der mit Rachmaninow befreundet war. 1994 gewann Lugansky den berühmten Tschaikowsky-Wettbewerb, ein Ereignis, das seine internationale Karriere vorantrieb und ihm Einladungen zu den großen Orchestern und den wichtigen Konzerthäusern und Festivals bescherte. Sein kraftvolles, plastisches Spiel und seine interpretatorische Raffinesse machen den Musiker, der 2013 zum »Volkskünstler Russlands« ernannt wurde, zu einem der führenden Pianisten unserer Zeit. Unter der Leitung von Tugan Sokhiev gab Nikolai Lugansky, der in seiner Freizeit leidenschaftlich gern Schach spielt, 2016 sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern – natürlich mit einem Werk von Sergej Rachmaninow.

Tugan Sokhiev (Foto: Marco Borggreve)

Nikolai Lugansky (Foto: JB Millot)

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