Kirill Petrenko (Foto: Stephan Rabold)

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Familienkonzert: »Der Feuervogel«

Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker entführen ihr großes und kleines Publikum in zauberhafte russische Märchenwelten – wobei der Chefdirigent des Orchesters selbst als Moderator fungiert. Es geht um einen jungen Prinzen, der mit Hilfe des magischen Feuervogels 13 Prinzessinnen aus der Gefangenschaft des bösen Zauberers Kastschej befreit. Für diesen spannenden Kampf zwischen Gut und Böse hat Igor Strawinsky eine mitreißende Musik konzipiert: Dunkel und düster klingt der böse Zauberer, anmutig und exotisch der Feuervogel und volksliedhaft-tänzerisch der Prinz und seine Prinzessin.

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent und Moderation

Sara Ezzell Choreografie und Tanz

Reinhard Kleist Live-Zeichnung

Boussa Thiam Moderation

Julia Schnittger Kostüme

Igor Strawinsky

L'Oiseau de feu (Der Feuervogel), Ballettmusik

Für Kinder ab 6 Jahren

Karten für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kosten 10 Euro, Karten für Erwachsene 20 Euro.

Termine und Karten

Programm

Es war einmal in einem fernen Land: Dort hielt ein böser Zauberer namens Kastschej in seinem Schloss dreizehn anmutige Prinzessinnen gefangen, darunter eine besonders kluge und gewitzte namens Tausendschön. Eines Nachts flog der magische Feuervogel, dessen Gefieder gold-rot-orangefarben leuchtete, in den Garten des Zauberers und naschte von einem Baum mit goldenen Äpfeln.

Iwan Zarewitsch, der Sohn eines mächtigen Zaren, befand sich auf der Jagd nach dem Feuervogel und war ihm bis zu Kastschejs Garten gefolgt. Beherzt kletterte der Prinz über die Mauer und gelangte unbemerkt in den Garten. Dort entdeckte er schreckenerregende Steinfratzen: unschuldige Frauen und Männer, die der Zauberer versteinert hatte. Am Wunderbaum fing er mutig und geschickt den Feuervogel. Dieser flehte: »Lass mich bitte frei! Hier, nimm diese Feder, sie besitzt Zauberkräfte.«Der schöne Vogel reichte Iwan eine seiner prachtvollen Federn und erklärte ihm, dass diese vor Gefahr schützen könne. Der gutherzige Prinz schenkte dem Vogel die Freiheit; lautlos flog dieser in die Sternennacht davon. Prinz Iwan wollte gerade wieder den Garten verlassen, da kamen die dreizehn Prinzessinnen herbei. Rasch verbarg sich der Prinz. Die jungen Frauen pflückten einige Äpfel vom Zauberbaum und warfen sich die goldenen Früchte zu. Tausendschön warf ihren Apfel am höchsten. Er flog in Iwans Nähe, dieser fing ihn auf und wollte ihn Tausendschön bringen. Doch Iwan lief so rasch, dass er im Dunkeln über seine eigenen Stiefel stolperte und der Länge nach vor ihr zu Boden fiel. Tausendschön lachte hellauf. Iwan lachte mit. Sie sahen sich an und verliebten sich. Die übrigen Prinzessinnen begannen einen Reigen zu tanzen und zogen Iwan und Tausendschön mit. Glücklich durchtanzten sie die Nacht im Garten.

Bei Tagesanbruch eilten die Frauen ins Schloss. Obwohl Tausendschön Iwan davon abhalten wollte, folgte ihr der Prinz. Da setzte heftiges Glockenläuten ein und die Diener des Zauberers – allesamt grausige Ungeheuer – überwältigten Iwan und schleppten ihn vor Kastschej. Gnadenlos wollte dieser nun auch den Prinzen versteinern. In seiner Not griff Iwan nach der Zauberfeder und rief den Feuervogel herbei. Im Nu war dieser zur Stelle und – Iwan traute seinen Augen kaum – zwang Kastschej, seine Diener, ja selbst die Prinzessinnen, so schnell und wild zu tanzen, dass sie bald entkräftet zu Boden stürzten. Der Feuervogel sang ein betörendes Lied und die Tänzerinnen und Tänzer fielen in tiefen Schlaf.

»Komm, rasch!« Der Vogel führte Iwan in den Garten. Dort lag in einer Baumhöhle verborgen, eine kostbare Schatulle, in der sich ein Ei befand. »Im Ei lebt die Seele des Zauberers«, sagte der Vogel. Prinz Iwan griff nach dem Ei und warf es zu Boden. Ein Blitz zuckte, die Erde verschlang Kastschej, seine Schreckensdiener und das Schloss. Der Bann war gebrochen, die Versteinerten wurden lebendig, die Gefangenen waren frei, alle jubelten vor Glück. Tausendschön aber lächelte Iwan an und dankte ihm. Iwan lächelte zurück und dankte dem Feuervogel, weil er durch ihn etwas sehr Kostbares gefunden hatte: die Liebe ...

Frei nacherzählt von Susanne Felicitas Wolf

Biografie

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Ausgebildet wurde er zunächst in Russland, dann in Österreich. Die internationale Musikwelt wurde erstmals auf ihn aufmerksam, als er 2001 am Meininger Theater Wagners Ring des Nibelungen in der Regie von Christine Mielitz und im Bühnenbild von Alfred Hrdlicka an vier aufeinanderfolgenden Tagen zur Premiere brachte. Zwölf Jahre später leitete er den Zyklus dann bei den Bayreuther Festspielen zum zweiten Mal. Zur selben Zeit trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, nach Meiningen und der Komischen Oper Berlin die dritte Chefposition an einem Opernhaus. Parallel gastierte er sowohl an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt (von der Wiener Staatsoper über den Londoner Covent Garden und die Opéra National in Paris bis zur Metropolitan Opera in New York) wie auch bei den großen internationalen Symphonieorchestern – in Wien, München, Dresden, Paris, Amsterdam, London, Rom, Chicago, Cleveland und Israel. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab er im Jahr 2006. Auch außerhalb Berlins ist Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern zu erleben – auf Tournee und natürlich in der Digital Concert Hall. Ausgewählte Aufführungen erscheinen zudem als Mitschnitte auf Tonträger, zuletzt in einer Edition mit symphonischen Werken von Ludwig van Beethoven, Peter Tschaikowsky, Franz Schmidt und Rudi Stephan.

David Bowie, Nick Cave oder Johnny Cash – in seinen Zeichnungen und Comics gibt Reinhard Kleist diesen Künstler ein ganz eigenes, charakteristisches Profil. Nach seinem Studium an der Fachhochschule für Grafik und Design in Münster kam er 1996 nach Berlin, wo er seither für verschiedene internationale Buchverlage, Agenturen, Magazine sowie Film- und Fernsehprojekte arbeitet. Seine Grafic Novel Der Traum von Olympia, in der er die Geschichte der somalischen Sprinterin Samia Yusuf Omar erzählt, wurde mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet. Reinhard Kleist gibt zudem regelmäßig Workshops und hält Vorträge für Kinder und Erwachsene. Seine Arbeit führte ihn nach Mexiko, Brasilien, China, Indonesien, Vietnam, Jordanien, Algerien und in viele weitere Länder. Unter anderem nahm er an einem Projekt für ARTE teil, das von syrischen Geflüchteten in einem Flüchtlingslager im Norden Iraks in Interviews, Fotografien und Skizzen berichtet.

Tanzen, singen, auf der Bühne stehen – das hat Boussa Thiam von Kindheit an fasziniert. Nach dem Abitur fand sie über ein Volontariat bei einem Jugendsender den Einstieg in den Radiojournalismus. Derzeit arbeitet sie als Moderatorin beim WDR für den interkulturellen Sender Cosmo_ard sowie als Journalistin und Sprecherin bei Deutschlandfunk Kultur. Die gebürtige Berlinerin mit senegalesischen Wurzeln engagiert sich in verschiedenen Initiativen und Projekten gegen Rassismus.

Tanzen ist ihre Leidenschaft. Die amerikanisch-zypriotische Bewegungskünstlerin, Choreografin und Regisseurin Sara Ezzell gehörte zwischen 2015 und 2019 als Ensemblemitglied zu den Ballettcompagnien in St. Petersburg, Stuttgart und Hamburg sowie zum Bundesjugendballett, ehe sie sich als freischaffende Künstlerin selbständig machte. Sie entwickelte und betreute Produktionen für das Globe Gallery Grabowsee Festival, die Hamburger Deichtorhallen sowie die Bewegungsperformance und der Film ID-entity.

Kirill Petrenko (Foto: Stephan Rabold)

Hygienehinweise für Familienkonzerte

  • Bitte beachten Sie, dass die 3G-Regel auch für Kinder gilt und sie getestet, genesen oder geimpft sein müssen.
  • Auch für Kinder besteht die Pflicht eine medizinische Maske zu tragen, ab 15 Jahren eine FFP2-Maske.
  • Bitte bringen Sie außerdem einen Schülerausweis oder ein anderes Ausweisdokument für Ihre Kinder mit.

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