Kirill Petrenko (Foto: Stephan Rabold)

Pilotprojekt: Konzert vor Publikum

Zum ersten Mal seit dem letzten Lockdown geben Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker ein Konzert vor Publikum – und Sie können mit dabei sein! Einzige Voraussetzung: ein Corona-Schnelltest, den Sie mit unserer Unterstützung direkt vor dem Konzert durchführen lassen können. Mit diesem vom Berliner Senat unterstützten Pilotprojekt soll erprobt werden, unter welchen Bedingungen wir in näherer Zukunft wieder öffentlich auftreten können.

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Peter Tschaikowsky

Romeo und Julia, Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare

Sergej Rachmaninow

Symphonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Termine und Karten

Sa, 20. Mär 2021, 19.00 Uhr

Philharmonie

Programm

Bei seinem philharmonischen Debüt im Februar 2006 dirigierte Kirill Petrenko eines seiner Herzenswerke: Sergej Rachmaninows Zweite Symphonie. Fast genau 15 Jahre später setzt Petrenko, mittlerweile Chefdirigent des Orchesters, die Komposition nun ein zweites Mal aufs Programm. Nach dem als traumatisch erlebten Fiasko seiner Ersten Symphonie konnte Rachmaninow mit der Zweiten, deren Uraufführung er 1908 in Sankt Petersburg selbst leitete, einen Achtungserfolg verbuchen. Heute ist sie der mit Abstand beliebteste unter den drei Gattungsbeiträgen des Komponisten. Wie sämtliche seiner Symphonien und Klavierkonzerte steht auch dieses epische Werk in einer Moll-Tonart und ist – besonders im berühmten langsamen Satz mit seinem ausgedehnten Klarinettensolo – von der für Rachmaninow typischen Schwermut und Sehnsucht erfüllt. Meisterlich geglückt ist auch der zweite Satz, der neben innigen Melodien Anklänge an das von Rachmaninow in vielen Stücken zitierte Dies-Irae-Motiv enthält.

Als zweites Werk erklingt Peter Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre Romeo und Julia. Das Sujet war dem Komponisten von Mili Balakirew, dem Anführer der Gruppe Das mächtige Häuflein, empfohlen worden. Obwohl Tschaikowsky zur Entstehungszeit des Werks bereits Kompositionsprofessor war, musste er sich von dem nur wenige Jahre älteren Autodidakten Balakirew Belehrungen wie die folgende gefallen lassen: »Im Hinblick auf die Mängel, namentlich in der Form, muss die Ouvertüre noch überarbeitet werden«. Tatsächlich unterzog Tschaikowsky die Komposition mehreren Revisionen, wobei er sich, wie Petrenko in einem Gespräch für die Digital Concert Hall ausführte, im Verlauf des Prozesses immer stärker von seinem strengen Berater emanzipierte.

Das Konzert wird um 20.04 Uhr zeitversetzt auf rbbKultur im Radio übertragen. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung können Sie am Ostersonntag, 4. April, um 17 Uhr auf Arte und um 19 Uhr in der Digital Concert Hall sehen.

Biografie

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Ausgebildet wurde er zunächst in Russland, dann in Österreich. Die internationale Musikwelt wurde erstmals auf ihn aufmerksam, als er 2001 am Meininger Theater Wagners Ring des Nibelungen in der Regie von Christine Mielitz und im Bühnenbild von Alfred Hrdlicka an vier aufeinanderfolgenden Tagen zur Premiere brachte. Zwölf Jahre später leitete er den Zyklus dann bei den Bayreuther Festspielen zum zweiten Mal. Zur selben Zeit trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, nach Meiningen und der Komischen Oper Berlin die dritte Chefposition an einem Opernhaus. Parallel gastierte er sowohl an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt (von der Wiener Staatsoper über den Londoner Covent Garden und die Opéra National in Paris bis zur Metropolitan Opera in New York) wie auch bei den großen internationalen Symphonieorchestern – in Wien, München, Dresden, Paris, Amsterdam, London, Rom, Chicago, Cleveland und Israel. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab er im Jahr 2006. Auch außerhalb Berlins ist Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern zu erleben – auf Tournee und natürlich in der Digital Concert Hall. Ausgewählte Aufführungen erscheinen zudem als Mitschnitte auf Tonträger, zuletzt in einer Edition mit symphonischen Werken von Ludwig van Beethoven, Peter Tschaikowsky, Franz Schmidt und Rudi Stephan.

Kirill Petrenko (Foto: Stephan Rabold)

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